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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Japan; Japanische Malerei

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Hochasien.

werken bestehen. Zu der indischen Grundanlage trat jedoch eine chinesische Besonderheit, das sind einerseits der offene Rundgang im ersten Stockwerke, dann die vorspringenden, nach aufwärts gebogenen Dächer zwischen jedem weiteren Stockwerke. Diese eigentümliche Form konnte nur entstehen bei Verwendung eines biegsamen Baustoffes, wie ihn das Bambusrohr bot. Durch Vergoldung, Belegen mit farbigen Porzellanplatten, Anbringen von zierlichem Flecht- und Schnitzwerk und Glöckchen, suchte man die an und für sich nüchternen Bauten einigermaßen prunkvoll zu gestalten.

Die Wohnungen der Herrscher und Vornehmen unterschieden sich im Grunde nicht von jenen des Volkes. Die Palastanlagen bestehen aus einer Anzahl kleinerer Häuser in weitläufigen Gärten; in der Ausdehnung des Grundstücks liegt also hauptsächlich die Vornehmheit, auch in der bunten Ausstattung der Gebäude, wie ich sie oben bei den Pagoden erwähnte. Man kann sagen, daß im Bauen (und in der Bildnerei) die Chinesen nicht über die Kleinkunst hinauskamen, und ihre Pagoden sich nur wie vergrößertes Spielzeug ausnehmen.

Japan. Dieselben Verhältnisse wie in China finden sich im großen und ganzen auch in Japan, was schon durch die Rassengemeinschaft und die Aehnlichkeit der Lebensbedingungen sich hinlänglich erklären würde, selbst wenn nicht unmittelbare Beeinflussung durch die Chinesen stattgefunden hätte. Das japanische Bauwesen steht auf derselben niederen Stufe wie in China, andererseits ist die Handfertigkeit bei Sachen der Kleinkunst ebenso entwickelt wie dort; Sauberkeit und Zierlichkeit zeichnen alle Arbeiten aus, und als besondere japanische Eigentümlichkeit tritt nur die gründliche Abneigung gegen jede regelmäßige Anordnung, jedes Ebenmaß (Symmetrie) auf. In abenteuerlicher Gestaltung - man kann sagen Verunstaltung - der Naturformen erschöpft sich die ganze japanische Einbildungskraft, dagegen giebt sich häufiger als in China eine gute Auffassung der Natur und das Streben nach getreuer Wiedergabe kund. Dies gilt namentlich von der Malerei, die auch in Japan die verhältnismäßig bestentwickelte Kunst darstellt.

Japanische Malerei. Wie die Porzellanbearbeitung wurde auch die Malerei von China her und zwar im 5. Jahrhundert nach Chr. eingeführt. Die Ueberlieferung nennt den Chinesen Shin-ki als Begründer der japanischen Mal-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 63. Das sog. Grab des Absalom.

Bei Jerusalem. (Nach Photographie.)]