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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

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Die hellenische Kunst.

Der Poseidontempel zu Pästum. Als Beispiel des vollständig entwickelten dorischen Stils gebe ich in Fig. 85-87 den Poseidontempel zu Pästum in Unteritalien, ein Bauwerk aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Der Tempel ist 64 m lang und 24 m breit. Die Säulenreihe an den Längsseiten besteht aus vierzehn, die der Vorder- und Rückseite aus sechs Säulen. In der Zella, deren Umfassungsmauer zerstört ist, stehen in zwei Reihen je sieben Säulen, auf deren Gebälk (nach Art der auf S. 91 geschilderten Hypäthraltempel) kleinere Säulen ruhen, die das Dach stützten.

Noch deutlicher läßt sich vielleicht der Aufbau des dorischen Tempels an den Resten des Tempels zu Agrigent (Fig. 88) erkennen.

Das Erechtheion. Ein schönes Beispiel des jonischen Stils ist das Erechtheion zu Athen, dessen Reste in Fig. 89 u. 90 abgebildet sind. Beim Vergleich mit den gegenüberstehenden dorischen Tempelresten läßt sich leicht der große Unterschied der beiden Stilarten erkennen. Das Erechtheion ist nicht sehr groß, das Hauptgebäude, der eigentliche Tempel - der Athena Polias und dem Poseidon Erechtheus geweiht - mißt etwa 20 m in der Länge und etwa 11 m in der Breite. Das Hauptgebäude ist fast ganz zerstört, besser erhalten blieb eine östliche Vorhalle mit sechs Säulen - Fig. 89 links - und eine westliche - rechts - die sogen. Jungfrauenhalle, deren Name daher rührt, daß an Stelle von Säulen sechs Jungfrauengestalten - Karyatiden - das Dach stützen.

Denkmal des Lysikrates. Als Beispiel des korinthischen Stils gebe ich in Fig. 91 wieder ein noch jetzt erhaltenes Bauwerk, welches das Zierhafte des späteren Stiles vortrefflich zeigt. Das Denkmal des Lysikrates ist ein Erinnerungszeichen für einen im Wettkampfe errungenen Sieg. Auf einem vierseitigen Unterbau ruht ein von Halbsäulen mit korinthischen Kapitälen umschlossener Rundbau; der Fries zwischen den Kapitälen und dem Dache ist mit Flachbildern geschmückt. Auf der Mitte des Daches erhebt sich ein kandelaberartiger Sockel, auf dem der Siegespreis, ein silberner Dreifuß, aufgestellt wurde.

Die Bildnerei. Ich wende mich nun zu den Abbildungen, die die Entwicklung der Bildnerei veranschaulichen sollen, und beginne mit

^[Abb.: Fig. 133. Marmorstandbild einer Wettläuferin.

Rom, Vatikan.]

^[Abb.: Fig. 134. Fliegende Nike des Paionios.

Olympia.]