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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die hellenische Kunst

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Die hellenische Kunst.

Aphrodite des Praxiteles (Fig. 141). Ich komme nun zu den anmutigsten Schöpfungen der antiken Kunst, zu den Darstellungen des unverhüllten weiblichen Körpers, deren höchste Vollendung in den Aphroditestandbildern zu finden ist. Praxiteles war jedenfalls der erste, der es wagte, die Göttin in ihrer ganzen keuschen Nacktheit zu bilden. Er wählte, wie ich schon früher andeutete, dazu den Augenblick, in dem die Göttin sich entkleidet hatte, um in das Bad zu steigen. Daß dem Künstler dabei jeder sinnliche Gedanke fern lag, wird gewiß, sobald man die ganze Haltung und vor allem den Gesichtsausdruck betrachtet. Erst in späteren Zeiten mischte sich ein sinnlicher Zug in die Darstellung der Liebesgöttin, sie wird sich ihrer Nacktheit bewußt und zeigt geradezu die Schönheit ihres Leibes. Die beste erhaltene Nachbildung des Praxitelesschen Werkes befindet sich im Vatikan, doch ist dort leider der Unterkörper mit einem Blechgewande verhüllt. Eine bessere Wiederholung des Kopfes befindet sich in einer Berliner Privatsammlung; ich gebe davon ein Bild in der Seitenansicht in Fig. 142.

Aphroditentorso in Neapel (Fig. 143). Vielleicht aus früherer Zeit stammt der Torso eines nackten Mädchens, der jedenfalls als der einer Aphrodite zu deuten ist, doch hat der Künstler die Göttin wesentlich jünger dargestellt, als Praxiteles und seine Nachfolger.

^[Abb.: Fig. 170. Marc Aurel.

Rom, Kapitolsplatz.]