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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die hellenische Kunst

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Die hellenische Kunst.

kreis an. Ueberhaupt zeigen die Römer eine Vorliebe für Rundformen und fügten solche auch bei rechteckigen Grundanlagen ein.

Basilika. Dies zeigt sich insbesondere bei einer Gebäudeart, die zwar auch auf eine griechische Form zurückgeht, aber erst von den Römern völlig ausgebildet wurde: bei den Basiliken. (Der Name - er bedeutet "königliche Halle" - rührt von dem athenischen Archon Basileus, dem "obersten Richter", her, dessen Amtssitz damit bezeichnet wurde.) Die römischen Basiliken dienten als Gerichtshallen, sowie für den kaufmännischen Verkehr (Börsenhallen), und erscheinen in ihrer Anlage gewissermaßen als eine Umkehrung der Tempelanlage. Bei letzteren umgaben die Säulen von außen den Hauptraum, bei der Basilika standen sie im Innern und waren von Außenmauern mit Rundbogenfenstern eingeschlossen.

Der Grundplan der Basilika war rechteckig, an der einen Schmalseite war jedoch eine halbkreisförmige Nische (Apsis) angebracht. Die gewöhnlichen Basiliken enthielten nur zwei Säulenreihen, so daß der Raum in drei Schiffe geteilt wurde, prunkvollere erhielten vier Säulenreihen. Die Decken waren anfangs flach - die Halbkreisnische jedoch stets mit einer Halbkuppel überwölbt -, später wurden die Schiffe auch mit Tonnengewölben versehen. (Abweichungen von dieser Form kamen natürlich auch vor; so hatte die Basilika zu Trier keine Säulen, jene des Constantin zu Rom hatte im Mittelschiffe ein Kreuzgewölbe.) Daß man die Gewölbe unmittelbar auf den Säulen aufruhen ließ, erscheint auch als ein weiterer Fortschritt der römischen Baukunst.

Palastbauten. Ihre großartigsten Leistungen weist diese in den riesigen Prachtbauten auf, welche im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. die Kaiser errichteten. Die Tempelbauten treten bei den Römern hinter den anderen öffentlichen Gebäuden anscheinend zurück, nicht weil ihre Zahl an sich gering, sondern weil jene der anderen Gebäude und der Umfang der letzteren groß war; ferner wurden viele Tempel in der christlichen Zeit zu Kirchen umgestaltet, sind also in ihrer eigentlichen Gestalt nicht mehr erkennbar.

Was die anderen Denkmalsbauten anbelangt, so sind einige Arten hervorzuheben, deren Entstehung durch die allgemeinen römischen Verhältnisse bedingt war.

Da finden wir zunächst die großartigen Paläste der Kaiser. Der Palatinushügel in Rom, auf welchem die älteste Stadt gegründet worden war, wurde auch Herrschersitz und seit Augustus mit riesenhaften Palästen bedeckt. Solche entstanden aber in der späteren Zeit auch an anderen Orten, da seit der Reichsteilung die Kaiser verschiedene Sitze hatten. Einer der bedeutendsten dieser Palastbauten war der des Diocletian zu Salona (jetzt Spalato in Dalmatien). Auch die Landsitze der Kaiser gaben an Pracht und Ausdehnung den städtischen Palästen in nichts nach; das großartigste "Wunderwerk" dieser Art war wohl die Villa Hadrians bei Tivoli.

^[Abb.: Fig. 190. Triumphbogen des Titus.

Rom. (Nach Photographie von Alinari.)]