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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Altchristliche Kunst

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Altchristliche Kunst.

hat diese Basilika einen geschlossenen Thorbau, und als noch auffälligere Eigentümlichkeit einen freistehenden runden Turm.

S. Stefano rotondo in Rom. Als Beispiel römischer Rundbauten gebe ich in Fig. 205 eine Ansicht des Innern von S. Stefano rotondo aus der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts, das noch viel von dem ursprünglichen Aussehen zeigt. 22 Säulen mit jonischen Kapitälen, die durch ein gerades Gebälk verbunden sind, tragen den cylindrischen, flach gedeckten Oberbau. Um diesen Mittelraum zieht sich ein niedrigerer Umgang mit 36 Säulen, die durch 8 Pfeiler in Gruppen von 4 und 5 getrennt werden. Von dem Umgang gehen nach der Außenmauer zu vier Arme in Kreuzform aus, die mit kleinen Nischen abschließen.

S. Vitale in Ravenna. Der wichtigste Bau dieser Art in Ravenna ist die Kirche S. Vitale, deren Grundriß und äußere Ansicht die Abbildungen Fig. 206 und 207 zeigen.

Der Bau wurde 526 begonnen und 547 (unter byzantinischer Herrschaft) vollendet und geweiht. Dem Achteck der Außenmauern entsprechen im Innern acht mächtige Pfeiler, welche die innen gewölbte, außen achtseitige Kuppel tragen, die aus ineinander gesteckten Thontöpfen gefügt ist. Zwischen den Pfeilern (ausgenommen vor der Altarnische) sind je zwei Säulen derart eingeordnet, daß sie mit den Pfeilern eine Art Nische bilden und zwar in zwei Stockwerken übereinander, das Obergeschoß wird durch Halbkuppeln geschlossen. An der Vorderseite, jedoch nicht genau gegenüber der Altarnische, stand früher eine Vorhalle mit zwei Türmen an den Seiten. Die schiefe Anlage derselben ist wohl auf ungünstige Bodenbeschaffenheit zurückzuführen.

S. Giovanni in Fonte. Die Ausschmückung derartiger Rundbauten läßt sich sehr gut aus Fig. 208 erkennen, die das Innere eines der am besten erhaltenen ravennatischen Bauwerke darstellt. Es ist die Taufkapelle San Giovanni in Fonte, ein einfacher, achteckiger Bau mit runder Kuppel, der am Ende des 4. Jahrhunderts begonnen und im ersten Viertel des folgenden beendet wurde. Die Bogen unter und über den Fenstern werden von Säulen getragen, welche die auf S. 192 besprochene Form zeigen.

^[Abb.: Fig. 214. Malereien aus den Katakomben von S. Agnese und der Priscilla. Der gute Hirte. Madonna.]