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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Germanische Kunst

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Germanische Kunst.

werden in halber Höhe durch "Ringe" geteilt, damit der Eindruck übermäßiger Schlankheit vermieden bleibe. An Stelle des würfel- und kelchförmigen Kapitäls tritt das sogenannte "Knospenkapitäl" - große Blätter, deren Enden knollenförmig umgebogen sind -, daneben findet sich auch schon das Blattkapitäl, bei welchem natürliche Blattformen (Eiche, Klee, Weinlaub) nachgeahmt sind.

Westfälischer Stil. Eine andere Art "Uebergangsstil" bildete sich in Westfalen aus und zwar in einem dem rheinländischen gerade entgegengesetzten Sinne, indem man unter stärkerer Betonung der Zweckmäßigkeit größere Einfachheit anstrebte und somit auch zu derbkräftigen Schmuckformen griff. Für diese Richtung ist der rechtwinklige Chorschluß besonders bezeichnend.

Andere kirchliche Bauten. Tauf- und Totenkapellen. Neben den Kirchen kommen noch in Betracht die Kapellen und zwar Taufkapellen (Baptisterien) und Totenkapellen, die in Deutschland "Karner" genannt wurden. Die Errichtung eigener Taufkapellen war dadurch bedingt, daß die älteste Form der Taufe im Untertauchen bestand und erst seit dem 13. Jahrhundert an Stelle desselben das bloße Besprengen allgemein üblich und kirchliche Vorschrift wurde. Das Untertauchen - zumal bei Erwachsenen, und um solche handelte es sich insbesondere bei Bekehrungen von noch heidnischen Völkern - erforderte aber ein großes Becken, in das man hinabsteigen konnte, und so legte man denn abgesonderte Räumlichkeiten für die Taufhandlung an. Die Taufkapellen zeigen - da das Becken in der Regel rund war - die Rundform oder die eines Vieleckes. Dieselbe Form hatten

^[Abb.: Fig. 255. S. Miniato al Monte bei Florenz.]