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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Germanische Kunst

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Germanische Kunst.

Der Bau des Domes, bei dem der ziervollen Durchführung auch der kostbare Baustoff, weißer und farbiger Marmor, entspricht, wurde 1068 durch zwei Meister: Rainaldus und Busketus, begonnen; jener des Turmes 1174 durch Wilhelm von Innsbruck und Bonanus.

S. Miniato bei Florenz. Fast wie ein Werk der Frührenaissance erscheint die Kirche S. Miniato al Monte bei Florenz. Die Kirche, die 1014-1062 erbaut wurde und zu den schönsten romanischen Bauten Italiens gehört, zeigt in ihrem Aeußern eine sehr einfache Gliederung durch mit Bogen überspannte Halbsäulen im unteren und durch Wandpfeiler im oberen Geschoß. Die Kapitäle sind völlig antik gebildet; die Wandflächen mit farbigen Marmorplatten ausgelegt.

S. Zeno in Verona. Stärkere Anklänge an die deutsche Art zeigt das Aeußere von S. Zeno in Verona (Fig. 252), entstanden 1193, dessen Vorderseite durch Lisenen gegliedert ist und sowohl unter dem Dachrande wie über und unter dem Radfenster Rundbogenfriese hat.

Dom zu Cefalù. In Süditalien herrschte, wie auf S. 255 erwähnt wurde, der normannische Stil vor. Ein bezeichnendes Beispiel dieser Art ist der Dom von Cefalù auf Sicilien aus der Mitte des 12. Jahrhunderts (Fig. 353). Hier findet man, was im übrigen Italien sonst sehr selten vorkommt, mächtige, mit dem Kirchenkörper fest verbundene Turmbauten, zwischen welchen eine Säulenhalle dem Hauptschiff vorgelagert ist. Diese Türme mit ihrem trotzigen Aeußeren zeugen am besten für die normannische Eigenart.

Kapella Palatina und Dom zu Monreale. Die (S. 255) besprochene Mischung antiker, arabischer und romanischer Formen zeigt das Innere der 1132 entstandenen Kapella Palatina (Fig. 254) mit den antiken Säulen, überhöhten Spitzbogen und Tropfsteingewölben an der Decke. Dem eigentlichen romanischen Stil näher stehend erscheint das Innere des Domes zu Monreale (Fig. 255), erbaut von 1174-1189. Doch treten auch hier schon die Spitzbogen auf und die Wände sind auf byzantinische Art über und über mit Mosaikbildern bedeckt.

S. Marco in Venedig. Das Wunderwerk Venedigs, die Markuskirche (S. 256), zeigt in seinem Aeußern eine Mischung byzantinischer und romanischer Formen, die später noch mit gotischem Zierwerk geschmückt wurden. Dadurch ist ein ganz eigenartiges Ganzes entstanden, das mit seinen vielen Säulchen, seinen Marmortäfelungen und den vielfarbigen Mosaikbildern einen wahrhaft zauberhaften Eindruck macht. Herrscht im Aeußeren deshalb der malerische Grundzug vor, so verleihen dem Inneren die gewaltigen Bogen, die hohen Kuppeln, die Bedeckung der Wände mit farbigen Mosaiken auf strahlendem Goldgrund eine gewisse feierliche Großartigkeit. Der Bau in seiner jetzigen Gestalt begann im 11. Jahrhundert mit dem Umbau eines 976 errichteten Gebäudes. Am Ausbau und an der Ausschmückung wurde jedoch bis zum 17. Jahrhundert gearbeitet. (Fig. 256 u. 257.)

Die Grabkirche in Jerusalem. Die Kirche des heiligen Grabes stammt in ihrer jetzigen Gestalt allerdings aus neuerer Zeit, doch wurde dabei die ursprüngliche Grundanlage der von den Kreuzfahrern um 1130 erbauten Kirche beibehalten, als deren hauptsächlich bezeichnendes Merkmal die runde Kuppel zu bemerken ist. (Vgl. S. 248.)

^[Abb.: Fig. 268. Von der Erzthür des Domes zu Monreale.]