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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert

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Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert.

ging verloren; sie gingen wieder auf den "byzantinischen" Standpunkt zurück und wurden in Zeichnung wie in Farbe altertümlich, ja, oft geradezu häßlich. Siena feierte zwar seine Künstler und erhob sie über die Florentiner, aber außerhalb der Stadt teilte niemand diese Wertschätzung. Erst zu Ausgang des Jahrhunderts kam auch den Sienesen die Erkenntnis ihrer Rückständigkeit, sie wandten sich aber jetzt auch nicht der florentinischen, sondern der von Umbrien ausgehenden Richtung zu.

Umbrien. In den anderen Teilen Toskanas - selbst dort, wo man früher von Siena abhängig gewesen - war man einsichtig genug, sich den Fortschritten der Florentiner anzuschließen, deren Einfluß sich auch auf das nördliche Umbrien erstreckte.

In letzterer Landschaft hatten schon im 14. Jahrhundert einige Orte - namentlich Gubbio und Fabriano - Meister von Ruf, ja förmliche Maler-Schulen besessen, welche allerdings auf die allgemeine Kunstentwickelung keinen Einfluß üben konnten, weil sie im Grunde von Siena abhängig blieben, immerhin war aber dadurch die Fortdauer eines eigenen Kunstlebens und einer regeren Thätigkeit in diesen Kleinstädten gesichert worden. Von diesen hatten auch im 15. Jahrhundert Fabriano, Foligno und Urbino noch eine gewisse Bedeutung; ja das Erstgenannte besaß in Gentile da Fabriano (Fig. 362) einen Meister, der selbst in Florenz und Rom es zu Ansehen bringen konnte. Zwar ohne hervorragende Eigenart, zeichnet er sich durch anmutige Zierlichkeit und lebhafte Farbengebung aus, die seine Werke ansprechend erscheinen lassen.

Mittelpunkt der umbrischen Kunst wurde jedoch die Hauptstadt der Landschaft Perugia, wo ein in Florenz ausgebildeter Venetianer, Domenico Veneziano, den Anstoß zu einem lebhaften Kunstleben gegeben hatte. Derselbe war zwar keineswegs bedeutend - er gehörte der Richtung Castagno's an - aber er vermittelte doch die florentinische Kunstweise den Einheimischen, welche sich nun bemühten, aus den sienesischen Ueberlieferungen herauszukommen und sich die Formenschönheit und Lebendigkeit der Florentiner anzueignen.

^[Abb.: Fig. 357. Botticelli: Anbetung der Könige.

Florenz. Ufficien.]