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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert

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Die Malerei im 14. und 15. Jahrhundert.

Die übrigen deutschen Gebiete. In den anderen deutschen Gauen finden wir keine sonderlich bedeutende Kunststätten, obwohl die Zahl der Maler nicht gering war und wohl jede größere Stadt solche besaß. Im großen und ganzen folgten sie aber den Einflüssen der vorerwähnten maßgebenden Schulen, ohne zu einer bemerkenswerten Selbständigkeit zu gelangen. Sachsen, wo einst die Kunst so gute Pflege fand, tritt ganz in den Hintergrund; befremdlich erscheint es auch, daß die reichen Hansastädte des Nordens kein eigenes Kunstleben aufweisen. Weit besser stand es in den Alpenländern. Im Salzburgischen, auch in Steiermark - beispielsweise sind die Wandgemälde an dem Grazer Dome beachtenswert - finden sich noch tüchtige Arbeiten, obwohl viel in der Türkenzeit, sowie durch die "Gegen-Reformation" vernichtet wurde, und namentlich in Tirol wurde die Malerei fleißig geübt. Damals führten durch Tirol und Salzburg verkehrsreiche Handelswege, was nicht blos den Wohlstand förderte, sondern auch dem geistigen Leben zu gute kam. Weitaus weniger als man erwarten mochte, machten sich italienische Einflüsse geltend, im Gegenteil zeigt die alpenländische Kunst durchaus deutsche Eigenart.

Michael Pacher. Dafür zeugen auch die Arbeiten des besten Tiroler Meisters, der auch durch eine große Selbständigkeit hervorragt; es ist dies Michael Pacher in Bruneck (gest. 1498), der auch als Bildschnitzer Vortreffliches leistete. Sein Hauptwerk, der Altar in St. Wolfgang am Abersee (Oberösterreich) ist eines der schönsten Werke damaliger deutscher Kunst. (Fig. 393)

Auf tiroler Boden finden wir auch Wandmalereien aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, welche wohl zu dem Besten gehören, was aus jener Zeit erhalten geblieben ist: nämlich die Wandbilder in Schloß Runkelstein bei Bozen.

Deutsche und italienische Kunst. Mancher wird vielleicht den Eindruck gewinnen, daß die deutsche Kunst des 14. und 15. Jahrhunderts im Vergleich zu der italienischen dürftig gewesen sei, daß im Süden die Kunst-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 385. Meister der hl. Sippe: Die hl. Christina, Magdalena und Barbara.

München. Pinakothek.]

^[Abb.: Fig. 386. Zeitblom: Die hl. Margarethe und die hl. Ursula.

München. Pinakothek.]