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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Zeit der "Renaissance"

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Die Zeit der "Renaissance".

Zeitgenossen und Nachfolger Donatellos. Neben diesen Großen sind in Florenz natürlich auch zahlreiche, weniger bedeutende Meister thätig, von welchen wohl hier und da einer durch ein bedeutenderes Werk hervorragt, doch ist keiner darunter, welcher für die Entwicklung der Kunst nach den Thaten Donatellos Bedeutung hat. Zu nennen wäre Agostino di Duccio (1418-81), welcher die alte Weise mit den neuen von Donatello ausgehenden Anregungen zu beleben suchte und auch stark von der gleichzeitigen Malerei sich beeinflussen ließ (Fig. 448).

Von Donatello und Luca della Robbia ging eine so gewaltige Strömung aus, daß selbst die fertigen Meister sich ihrem Einfluß nicht entziehen konnten, wie viel weniger die werdenden! Es bildete sich denn auch um beide eine Gefolgschaft, welche jedoch nur bei Donatello zu eigentlichen Schülern führt; der Kreis Luccas beschränkte sich mehr auf die Familie. Dabei findet gewissermaßen ein Ausgleich zwischen den Gegensätzen beider Meister statt, indem sowohl das Kraftvolle des einen, wie die Milde des anderen auf beide Schulen Einfluß hat. So kommt es, daß selbst Donatellos Schüler etwas mehr Anmut und Weichheit in ihren Werken zeigen, als ihr großer Meister besaß.

Erzbildner. Pollajuolo. Zugleich trat eine Scheidung nach den Arbeitsstoffen in Bronze- und Marmorbildner ein, wobei die Ersteren mehr von der Strenge Donatellos beibehielten. An der Spitze der Bronzebildner stehen Antonio Pollajuolo (1429-1498) und Andrea del Verrocchio (1435-1488) beide ursprünglich Goldschmiede. Pollajuolo hat wenig Werke hinterlassen, die bedeutendsten sind die Erzgruppe des Hercules und Antäus (im Museum zu Florenz) (Fig. 449), die Grabmäler der Päpste Sixtus IV. (1493) und Innocenz VIII. (wenig später) in St. Peter zu Rom (Fig. 450).

Verrocchio. Bedeutender und fruchtbarer war Verrocchio, dem es vorbehalten war, die Kunst Donatellos auf die höchste Stufe zu bringen, indem er zur Naturtreue und meisterhaften Stoffbehandlung die Schönheit und Beseelung der Darstellung hinzufügte. Aus seiner ersten selbständigen Zeit ist eine kleine Brunnenfigur (Knabe mit Delphin) zu nennen; sein erstes bedeutendes Werk ist der David (Fig. 439).

^[Abb.: Fig. 458. Sansovino (Contucci): Taufe Christi.

Florenz, Taufkapelle.]