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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Zeit der "Renaissance"

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Die Zeit der "Renaissance".

Schon unter Franz I. hatte sich diese Richtung Bahn gebrochen und wurde in der Folgezeit die herrschende; zumal die italienische Kunstweise in Katharina v. Medici eine einflußreiche Gönnerin fand, welche ja seit 1560 als Mutter der Könige Karl IX. und Heinrich III. die eigentliche Herrscherin war. Die ganze weitere Entwicklung der französischen Renaissance-Baukunst läßt sich am besten an dem Louvrepalast verfolgen, der mit Recht als ihr großartigstes und vollendetstes Werk gilt.

Louvre. (Fig. 498 u. 499.) Die Baugeschichte dieser riesenhaften Palastgruppe - sie nimmt einen Raum von beiläufig 198000 Quadratmeter ein, der Vatikan mit der Peterskirche nur etwa 70000 - ist eines näheren Eingehens wert. Die Palastgruppe besteht aus zwei Hauptteilen, dem alten Louvre und dem neuen. Das alte Louvre ist im regelmäßigen Viereck angelegt, dessen vier Flügel einen großen Hof einschließen, in der Mitte jedes Flügels erhebt sich ein Pavillon, durch welchen der Thoreingang hindurchführt. An diesen Hauptbau schließen sich nun nach Westen zu, sowohl an der Nord- wie an der Südecke zwei große Palastbauten an mit Pavillons an den Ecken und in der Mitte, welche je drei Höfe einschließen. Von diesen Palästen laufen dann noch langgestreckte Galeriebauten aus, welche die Verbindung mit dem Tuilerienschlosse herstellten. Um das Jahr 1200 stand an dieser Stelle ein Jagdschloß, (der Name Louvre bedeutet etwa "Wolfs-Jägerei"), welches dann um 1370 zur königlichen Residenz erhoben wurde und auch eine entsprechende glänzendere Ausstattung erhielt. Dieses mittelalterliche Schloß mit seinem mächtigen Wehrturm, welches die Südwestecke des alten Louvre einnahm, ließ Franz I. schon 1527 etwas umgestalten, dann beschloß er einen völligen Neubau und bestellte 1546 hierzu als Baumeister Pierre Lescot, einen Künstler von großem Geschick und feinem Geschmack. Von diesem wurde die Hälfte des westlichen und der daran stoßende südliche Flügel mit dem Pavillon du Roi erbaut. Dieser älteste Teil ist unstreitig auch der schönste und blieb in künstlerischer Durchbildung unübertroffen.

Die Anlage weist Erdgeschoß, Obergeschoß und darüber ein Halbgeschoß auf; die Pavillons haben über letzterem noch ein Geschoß und kuppelförmige Dächer. Die Fluchten zwischen den Pavillons werden noch durch schmale Vorsprünge (Risalite) gegliedert, welche oben durch gebogene Giebel abgeschlossen sind. Im Erdgeschoß befinden sich in ver-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 497. Stadthaus in Orleans.]