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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei des 16. Jahrhunderts

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Die Malerei des 16. Jahrhunderts.

vor allem Gott, dann Adam und Eva. Den allmächtigen Schöpfer der Welt darzustellen, ist wohl die allerschwerste Aufgabe, die der Kunst gestellt werden kann, ja sie erscheint fast unmöglich zu lösen. Den Heiland und Maria unserer Vorstellung näher zu bringen, ist ja erleichtert dadurch, daß sie in menschlicher Gestalt auf Erden wandelten, und es handelt sich somit nur, im Menschlichen noch das Göttliche zum Ausdruck zu bringen. Gott selbst ist aber eigentlich in sinnfälliger Form überhaupt nicht denkbar, d. h. sein Wesen läßt sich nicht in eine solche fassen. Soweit es aber dem Menschengeiste möglich ist, das Unfaßbare begreiflich zu machen, eine ahnende Vorstellung davon zu erwecken, hat dies Michelangelo zustande gebracht. Das Urgewaltige, Allmächtige ist in solchem Maße zum Ausdruck gebracht, daß in der That die menschliche Form ganz zurücktritt, und nur noch als unentbehrliches Hilfsmittel erscheint. Das Liebliche und Anmutige lag Michelangelos Wesen fern, dennoch hat er aber in der Eva eine Gestalt von er-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 517. Michelangelo: Das jüngste Gericht.

Gemälde an der Altarwand der Sixtinischen Kapelle. Rom, Vatikan.]