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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei des 16. Jahrhunderts

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Die Malerei des 16. Jahrhunderts.

Letzterer hat wenigstens das Verdienst, daß er bei seinem unsteten Wanderleben die venetianisch-bellinische Art über die heimatlichen Grenzen hinaustrug, obwohl er selbst dabei sich derselben mehr entäußerte und anderen Einflüssen unterlag.

Den Weg zur vollen Höhe der Kunst beschritten dagegen drei Meister, die von dem Lehrer nur die Fertigkeit annahmen, sonst aber ganz ihrem eigenen Kunstgeiste folgten. Es sind dies Giorgio Barbarelli, genannt Giorgione (1477-1511), Giacomo Palma il Vecchio (1480-1528) und Tiziano Vecelli (1477-1576). Diese waren es, welche die venetianische Malerei zur reinen Farbenkunst entwickelten, bei welcher nicht mehr die Form als Trägerin des malerischen Gedankens erscheint, sondern diese Aufgabe ausschließlich der Farbe zufällt; letztere mit ihren Tönungen die zeichnerischen Linien, die Umrisse, auflöst und so die ganze Körperlichkeit allein durch ihren Glanz zur sinnfälligen Erscheinung bringt.

^[Abb.: Fig. 540. Correggio: Maria und Heilige.

(Teilstücke von dem Kuppelgemälde.) Parma. Dom.]