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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Malerei des 16. Jahrhunderts

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Die Malerei des 16. Jahrhunderts.

ein solches des arbeitenden Bürgers geschaffen. In dem markigen Kopf prägt sich der Ernst des Kampfes um das Dasein, in den Augen der Friede des Gemütes aus.

Auch in der Farbengebung zeigt sich der Fortschritt; es ist nicht mehr die Zeichnung allein das Entscheidende, die Farbe kommt zur Geltung und vollendet den Ausdruck. Dürer mochte jedoch fühlen, daß er in dieser Hinsicht noch nicht die gleiche Sicherheit und Herrschaft wie im Zeichnerischen erlangt habe, und das durfte den rastlos Strebenden veranlaßt haben, nochmals nach Italien zu gehen, wo er bei Bellini und den anderen Venetianern die Farbenkunst in so hohem Maße ausgebildet gefunden hatte. Gelegenheit und Mittel dazu bot ihm der Wunsch der deutschen Kaufherren in Venedig, welche 1505 ihr Warenhaus (fondaco dei Tedeschi) neu erbaut hatten, daß ein deutscher Meister das Altarbild für ihre Begräbniskirche San Bartolomeo male.

Im Herbste 1505 begab sich Dürer nach Venedig und schuf hier das großartige Altarbild, das unter dem Namen "Rosenkranzfest" bekannt ist und sich jetzt im Kloster Strahow bei Prag befindet (Fig. 565.) Im Wetteifer mit den Venetianern bildete er hierbei seine Farbenkunst weit über das bisherige Maß aus, ohne dabei seine Selbständigkeit einzubüßen, und errang sich die volle Anerkennung der Künstler wie der Kunstfreunde, so daß ihn die venezianische Regierung durch einen Jahresgehalt an Venedig fesseln wollte. Dürer zog

^[Abb.: Fig. 568. Dürer: Die Anbetung der hl. Dreifaltigkeit.

Wien. Kaiserl. Gemäldesammlung.]