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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts

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Die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts.

doch die innere Kraft ihm fehle. Immerhin aber gebührt ihm das Verdienst, neben Bernini das meiste zur Entwicklung des Barockstiles beigetragen zu haben, und zwar nach der Seite des Groß-Erhabenen und Denkmalmäßigen hin. Die Kuppel der Kirche von S. Agnese in Rom ist eine seiner besten Schöpfungen (Fig. 593).

Pietro da Cortona. Einer anderen Richtung huldigte der aus der Florentiner Schule hervorgegangene Pietro Berettini, genannt da Cortona (1596-1669), welcher das "Malerische" einführte. Er trat auch weniger als Baumeister hervor, obwohl die Zahl seiner Bauten nicht gering ist (darunter der Umbau von S. Maria della Pace in Rom), (Fig. 594) sondern bethätigte seine Kunst hauptsächlich in der Ausschmückung des Innern von Kirchen und Palästen. Auf diesem Gebiete schuf er eine Fülle bedeutsamer Arbeiten, die über ganz Italien verstreut sind, und erwarb sich mit diesen bei den Zeitgenossen den Ruhm der "Unübertrefflichkeit". Das beste Zeugnis für sein Können sind die Saaldecken des Palazzo Pitti, die einen erstaunlichen Reichtum an geschmackvoll erfundenem Zierwerk aufweisen.

Die anderen römischen Baukünstler. Durch die drei Vorgenannten, Bernini, Borromini und Pietro da Cortona, erscheint der römische Barockstil nach allen Seiten hin ausgebildet. Die Baukünstler, die gleichzeitig neben ihnen wirkten, trugen nichts wesentliches mehr bei, so verdienstvoll auch manche ihrer Arbeiten sind. Dem Einfluß der Hauptmeister konnte sich keiner ganz entziehen, obwohl sie ihre Eigenart möglichst zu wahren suchten. Zu dieser Gruppe gehören Girolamo und Carlo Rainardi, Martino Lunghi der Jüngere, Alesso Algardi; durchwegs Künstler von hoher Begabung. Insbesondere zeichnete sich Carlo Rainaldi, durch geschickte Anordnung der Bauglieder und Einteilung des Raumes bei verhältnismäßig einfacher Grundlage aus, während Lunghi das Hauptgewicht auf die ziervolle "malerische" Gestaltung des Bauwerks legte.

Die Schule Berninis bildete dessen Kunstweise hauptsächlich nach der prächtigen und glänzenden Seite hin weiter aus. Rom wurde wieder die Stätte eines vornehm heiteren

^[Abb.: Fig. 600. Bartolomeo Bianco: Vorhalle und Stiege der Universität.

Genua.]