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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

Schlagworte auf dieser Seite: Die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts

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Die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts.

Rheinlande. Am Rheine - wie überhaupt an den Sitzen der geistlichen Fürsten, so auch in Würzburg - ließ die Neigung zur Prunksucht eine künstlerische Vertiefung nicht aufkommen. Die zahlreichen Grabmäler der Bischöfe, Domherren und des Adels sind ungemein reich an Schmuckwerk, auch mit feiner Sorgfalt ausgeführt, aber es ist alles nur auf den äußerlichen Schein berechnet und von einer höheren geistigen Auffassung selten etwas zu bemerken; man könnte dies kurz bezeichnen als vortreffliche Marktware eines ausgebildeten Kunsthandwerkes.

Salzburg. Nach dem Jahre 1620 ließ die Kriegsnot ein künstlerisches Leben in Deutschland nicht mehr gedeihen und erst nach 1660 beginnt es wieder etwas sich zu regen.

Nur in dem Erzbistum Salzburg, das von den Wirren weniger berührt wurde, begegnen wir gerade in jener Zeit einer lebhaften Kunstthätigkeit, die jedoch nichts Hervorragendes leistete. Neben Einheimischen waren vorzugsweise Italiener beschäftigt. Der (nach 1664) von Anton Dario gefertigte Hofbrunnen (Fig. 667) zeichnet sich durch kraftvolle Einfachheit aus und hebt sich dadurch vorteilhaft von anderen gleichzeitigen Werken ab. Fast allenthalben herrscht eben eine ziemlich geistlose Handwerksweise, die zudem auch noch mittelmäßig geworden war und die frühere Schulung eingebüßt hat. Nur an zwei Stätten entwickelt sich eine wirkliche bildnerische Kunst, in Wien und Berlin.

^[Abb.: Fig. 668. Schlüter: Der große Kurfürst.

Berlin.]