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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

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Erklärung der technischen und fremden Ausdrücke.

Fassade: Die Vorderseite, Schauseite, Front oder Stirnseite eines Gebäudes.

Fensterrose: Kreisförmiges reichverziertes Fenster im gotischen Stil.

Festons: Blumen- u. Fruchtgehänge.

Fiale: Gotische Spitzsäule, Türmchen.

Fibula oder Fibel: Antike Gewandnadel.

Filigran: Metallarbeiten aus feinem Draht.

Fischblase, s. Maßwerk.

Flamboyantstil: Bezeichnung für den spätgotischen Stil in Frankreich.

Fliesen: Thonplatten zur Wand- und Bodenbekleidung.

Folie: Unterlage, Metallunterlage, z. B. unter Glasspiegeln, geschliffenen Steinen u. s. w.

Fond: Grund, Mittelstück.

Fournier: Überzug aus dünnen Holzplatten.

Fresko: Al fresko (auf dem Frischen), Wandmalerei auf frischem Kalkbewurf.

Fries: In der Baukunst verzierter Streifen als Gliederung größerer Flächen.

Frontispice: Vorderseite, Giebel, Giebelfeld.

Fußpunkte: Beim Bogen die Stellen, mit denen er auf den Stützen ruht, s. Bogen.

Galerie: Umgang, Laufgang.

Gebälk: Die unmittelbar auf den Säulen ruhenden Bauglieder, Architrav u. s. w.

Gebuckelt: Mit Buckeln, hervorragenden Rundungen versehen.

Geison: Kranzgesimse.

Gekröpft: In einem Winkel gebogen, z. B. ein Gesims, welches auch um die Mauervorsprünge herumgeführt wird.

Gekuppelt: Verbunden; bei zusammengehörigen Fenstern oder bei Säulen mit gemeinsamen Kapitälen gebraucht.

Gemmen: Geschnittene oder geschliffene Steine mit bildlichen Darstellungen. Ist die Darstellung erhaben, so heißt der Stein Camee, ist sie vertieft eingeschnitten, Intaglio.

Genre: Art, Gattung.

Genremalerei, eigentlich Gattungsmalerei, d. h. Schilderung einzelner Volkstypen, Bilder aus dem Volksleben, Sittenbilder ohne besonderen geschichtlichen Hintergrund, im Gegensatz zur Historienmalerei.

Gesims: Wagerechte, im Gegensatz zu den flachen Friesen vorspringende Bauglieder.

Gestelzt: Überhöht.

Gestürzt: Umgekehrt.

Gewölbe: Überdeckung eines Raumes mit krummen Decken. Man unterscheidet Tonnengewölbe, Kreuzgewölbe, Muldengewölbe, Spiegel-, Stern-, Netz- und Trichtergewölbe u. s. w. Die gewölbte Bedeckung eines gleichmäßigen runden oder vieleckigen Raumes heißt Kuppel. Die Stützen, auf welche der Schub der Wölbung wirkt, heißen Widerlager, die anderen Mauern Stirn- oder Schildmauern. Bei Gewölben aus Hausteinen heißen die keilartig zugehauenen Steine Wölbsteine. Der Wölbstein im Scheitel des Gewölbes heißt Schlußstein. Die Innenfläche des Gewölbes nennt man Leibung, die Außenfläche Rücken.

Gewölbejoch: Ein durch zwei Gurtbögen begrenzter Teil eines fortlaufenden Gewölbes.

Gewölbekappen: Die dreieckigen Flächen eines Kreuzgewölbes.

Gewölberippen: In der Richtung der Diagonalen eines Kreuzgewölbes laufende Gurten, die mit den Längs- und Quergurten das Gerippe eines Gewölbes bilden.

Giebel: Dreieckige Wandfläche an der Schmalseite eines Gebäudes, welche durch das zweiseitige Dach gebildet wird.

Giebelblumen, s. Krabben.

Giebelfeld (Tympanon): Das dreieckige, von Gesimsen eingeschlossene Feld über dem Gebälk der Schmalseiten griechischer Tempel.

Giebelwand: Giebel mit dem unter ihm befindlichen Wandstück.

Girandolen: Mehrarmige Leuchter.

Glockenleiste oder verkehrt liegender, fallender Karnies, dient in der Baukunst als stützendes Glied.

Glorie: Strahlenkrone, Heiligenschein.

Glyptik: Steinschneidekunst.

Glyptothek: Sammlung von Steinen und Bildwerken.

Gobelins: Gewebte Bilderteppiche, nach dem Erfinder Jean Gobelin (15. Jahrhundert) benannt.

Gouachemalerei: Malerei mit den Untergrund deckenden Wasserfarben.

Grat: Scharfe Kante.

Gratgewölbe: Kreuzgewölbe, dessen Kappen in scharfen Kanten zusammenstoßen.

Gravieren: Mit dem Stichel eingraben.

Grisaille: Grau in Grau-Malerei.

Grotesken oder Grottesken: Phantastisches Schmuckwerk aus Pflanzenranken.

Guirlanden: Blumengehänge.

Gurte: Vortretender Bogen an der Decke gewölbter Räume.

Hallenkirche: Ein Kirchenbau, dessen Seitenschiffe gleiche Höhe mit dem Hauptschiff und mit diesem ein gemeinsames Dach haben.

Helm: Pyramidenförmiges Turmdach.

Hermen: Viereckige Pfeiler mit Köpfen.

Hieroglyphen: Die Bilderschrift der alten Aegypter.

Hohlkehle: Rinnenartiges, halbkreisförmig einwärts gezogenes Glied; findet meist als "trennendes Glied" Verwendung.

Hydria: Antikes Wassergefäß mit drei Henkeln.

Hypäthron: Lichtöffnung in der Mitte des Tempeldaches, unbedeckter Raum im Innern des griechischen Tempels.

Idol: Abgott, Götzenbild; kleine Götzenbilder aus Stein, Blei, Bronze, Knochen u. s. w. der vorzeitlichen Kunststufen.

Imitation: Nachahmung, Nachbildung.

Inkrustation: Verkleidung mit Mosaik u. s. w.

Inkunabeln: (Wiegendrucke, vom lateinischen cunabula, die Wiege). Die Erstlingsdrucke von der Erfindung des Letterndruckes bis ca. 1530.

Intaglien, s. Gemmen.

Intarsia: Eingelegte Holzarbeit.