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Illustrierte Kunstgeschichte

Johannes Emmer, Deutsche Volksbibliothek A.-G., Berlin, ohne Jahr [1901]

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Erklärung der technischen und fremden Ausdrücke.

Spannweite: Bogenweite, Entfernung zweier Pfeiler oder Säulen.

Sparren: Schrägbalken, Dachbalken.

Sphinx: Phantastische Gestalt aus Mensch und Tier zusammengesetzt, meist Löwenkörper mit Menschenantlitz.

Stab: Vielverwendetes Glied in der Baukunst.

Stalaktitengewölbe: Tropfsteingewölbe, hauptsächlich in der islamitischen (maurischen) Baukunst angewendetes Gewölbe, mit herabhängenden Spitzen besetzt.

Steg: Der Zwischenraum zwischen den Kanneluren der Säulen.

Steingut: Fayence, Halbporzellan.

Stele: Griechischer Grabstein s. d. Tafel S. 72 (7 u. 8) u. Fig. 157 u. 158.

Sterngewölbe: Kreuzgewölbe, dessen Zierrippen sternförmige Figuren bilden.

Stirnziegel (Akroterien): Zieraufsätze auf den Spitzen und Enden der griechischen Giebel.

Strebe: Schräge Stütze.

Strebebogen: Brückenartige Verbindungen der Mittelschiffsmauern und Strebepfeiler gotischer Bauwerke (s. S. 291).

Strebepfeiler: Die als Widerlager der Gewölbe dienenden Mauerverstärkungen.

Struktur: Die Art der Zusammenfügung, das Gefüge.

Stucco: Stuck, Gipsarbeit, Verzierung der Decken und Wände aus Gips.

Sturz: Wagerechte Abdeckung der Thüren und Fenster.

Stylobat: Säulenstuhl, Unterbau.

Surrogat: Ersatzmittel.

Symbol: Sinnbild, bildlicher Ausdruck.

Symmetrie: Ebenmaß, Uebereinstimmung zweier Hälften.

Tabernakel: Zelt, Altarhäuschen, Schrank für das Allerheiligste.

Tablinum: Raum zwischen Atrium und den hinteren Räumen des römischen Hauses.

Tambour: Säulentrommel, cylindrische Stücke des Säulenschaftes, aus denen dieser zusammengesetzt ist; der runde Unterbau einer Kuppel zwischen dieser und den Grundmauern.

Tanagra: Stadt in Böotien (Griechenland), Fundort kleiner Thonfiguren, Tanagrafiguren.

Tauschierung: Metallverzierung, bei der Metall auf Metall, z. B. Silber und Gold auf Eisen, durch Einhämmern in eingeschnittene Nuten befestigt wird.

Technik: Kunstfertigkeit, Handfertigkeit.

Tektonik: Die Lehre von der Ausbildung der einfachen, nur dem Nutzzweck entsprechenden Werkform zur Kunstform.

Terazzo: Boden- und Wandbekleidung mit eingestreuten Steinchen.

Terrakotta: Gebrannter Thon.

Textilkunst: Webe- und Flechtkunst.

Textur: Das Gefüge.

Thermen: Bäder.

Thyrsusstab: Abzeichen des Bacchus und der Bacchanten, Stab mit Epheu und Weinlaub umwunden.

Tiara: Papstkrone.

Tonnengewölbe: Ueberdeckung eines Raumes mit einem einfachen Rundbogengewölbe.

Toreutik: Metallbildnerei.

Torso: Rumpf, verstümmelte Bildsäule.

Torus: Großer Rundstab, Wulst, Pfühl bei Säulen u. s. w.

Transept: Soviel wie Querschiff.

Travée: Gewölbejoch.

Triangel: Dreieck.

Triclinium: Römisches Speisegemach.

Triforium: Laufgang in der Mauerdicke der Hauptschiffsmauern.

Triglyphen: Dreischlitze, kannelierte Stützen im Fries des dorischen Gesimses.

Triptichon: Flügelaltar, Tafel mit zwei thürartigen Deckeln.

Tritonen: Wassergötter mit menschlichen Leibern und Fischschwänzen.

Triumphbogen, soviel wie Scheidbogen, s. dort.

Trochilus: Hohlkehle.

Trommel, s. Tambour.

Tropfen: Die kleinen Ansätze unter den Triglyphen des Gebälkes.

Tropfsteingewölbe, s. Stalaktitengewölbe.

Trophäe: Siegeszeichen, Schmuckwerk aus Helmen, Waffen u. s. w.

Tudorbogen: Gedrückter, geschweifter Spitzbogen.

Tudorstil: Abart des englisch-gotischen Stiles.

Tumulus: Grabhügel.

Tympanon: Giebelfeld; das von einem Giebel oder Bogen umfaßte Mauerstück.

Typisch: Bezeichnend, feststehend.

Typus: Urbild.

Umgang: Die Verlängerung der Seitenschiffe zu einem Gang um den Chor.

Uncialen: Soviel wie Majuskeln.

Uraniskus: Sternförmige Verzierung in Deckenkassetten.

Vase: Ziergefäß von verschiedener Form.

Vegetabilische Formen: Pflanzenformen.

Velarium: Zeltdach.

Veranda: Vorgebaute Halle.

Verankert: Durch Zugstangen oder mit eisernen Bändern verbunden.

Verkröpfen: Um eine Kante, oder im Eck herumführen, s. a. gekröpft.

Versalien: Anfangsbuchstaben, große Buchstaben.

Vestibül: Eintrittshalle.

Viertelstab: Ein nach einem Viertelkreis ausgebauchtes Glied, z. B. der Echinus des dorischen Kapitäls.

Vierung: Der quadratische Raum, der durch Durchschneidung des Langhauses mit dem Querschiff entsteht. Im romanischen Stil bildet die Vierung das Einheitsmaß für den Kirchenbau.

Vignette: Eigentlich Weinrankenornament; Buchverzierung, Druckverzierung, Titelzierbild.

Vitrinen: Glaskästen.

Voluten: Schnecken.

Vorlage: Ein von unten auf vortretender Bauteil.

Votivtafel: Gedenktafel.

Voute: Wölbung, große Hohlkehle, runder Uebergang zwischen Decke und Wand.