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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Schlagworte auf dieser Seite: Nützliche Verwendung des alten Zeitungspapiers

Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus. XIII. Band. Nr. 10.

Erscheint wöchentlich. Abonnement jährlich Fr. 2.50; als Beilage Zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts.

Verlag von Th. Schröter, Obere Zäune 12, Zürich.

1903. 5. Septbr. Inhalt: Nützliche Verwendung des alten Zeitungspapiers. - Verwertung von Fallobst. - Erstes Mittel bei Vergiftung von Pilzen. - Der Wert des Apfels. - Gesundheitspflege. - Hausmittel und Rezepte. - Fleckenreinigung. - Einmuachkunst. - Kochrezepte. - Briefwechsel der Abonnenten unter sich. - Inserate.

Nützliche Verwendung des alten Zeitungspapiers.

Für die sparsame Hausfrau.

Schon manche Hausfrau wird sich gefragt haben: "Was soll ich nur mit dem alten Zeitungspapier anfangen? Verkaufen kann ich's nicht und es nutzbringend anzuwenden, verstehe ich nicht; es versperrt mir den Platz. Was ist da zu tun?" - In früheren Zeiten konnte man freilich ganze Stöße alten Zeitungspapiers, das sauber geblieben war, an die Kaufleute verkaufen, wenn auch zu geringen Preisen, aber man hatte es doch aus dem Hause weg. Die Krämer brauchten es zum Einwickeln der Waren u. s. w. Heutzutage aber findet man in den Städten für altes Zeitungspapier keine Abnehmer mehr; auch auf dem Lande wird es schwer halten, solches an den Mann zu bringen. Wir müssen deshalb suchen, dieses Zeitungspapier möglichst nutzbringend im Haushalte zu verwenden. Bei richtiger Anwendung kann uns dasselbe zu mancherlei Reinigungszwecken dienen, bevor man es zuletzt noch zum Anzünden des Feuers benutzt, und uns so mancherlei ersparen, wie wir in nachstehenden Zeilen zeigen werden.

Ganz weiche Makulatur galt früher als prachtvolles Fensterputzmittel; es wurde aber durch Putztücher und Fensterleder verdrängt. Warum sollen wir, möchte ich fragen, das alte bewährte Verfahren nicht wieder aufnehmen? Warum nicht statt des teuren Fensterleders, der vielen Putztücher, deren Wäsche Zeit und Geld kostet, das weiche Zeitungspapier nehmen? Die mit weicher Makulatur geputzten Fensterscheiben glänzen mehr als die mit Tüchern geputzten. Es käme auf einen Versuch an.

Wollen wir im Wohnzimmer die Ofentüren und Ofenkanten reinigen, so nehmen wir altes Papier, das besser taugt als ein Wischtuch, sie sehen stets tadellos sauber aus, wenn man sie täglich mit altem Zeitungspapier abreibt. Außerdem sparen wir auf diese Weise auch wieder manches Wischtuch. Gegenstände aus echtem Cuivre poli und Edelzinn werden am gleichmäßigsten blank, ohne verkratzt zu werden, wenn man sie regelmäßig zweimal in der Woche mit weichem Zeitungspapier abreibt.

Im Schlafzimmer sollte man stets geschnittenes, hier möglichst weiches Zeitungspapter zur Hand haben; denn die gebrauchten Kämme und Brennscheren reinigt es vortrefflich, wenn man dieselben sofort abreibt und auswischt. Schon aus ästhetischen Gründen sollte man genannte Gegenstände nach jedesmaligem Gebrauch sogleich reinigen, umsomehr denn aus sanitären Gründen.

Druckerschwärze schützt, wie wenig bekannt sein dürfte, vor Mottenfraß. Man stopft daher Polstermöbel bei Sommerreisen oder sonstiger Nichtbenutzung mit altem, zusammengeballtem Zeitungspapier aus, legt dieses auch um und zwischen Pelz- und Wollsachen, bevor dieselben in Leinwand eingeschlagen werden. In feuchten Räumen steckt man es zwischen Wand und Spiegel, zwischen Bilder und Schränken und der Wand. So verhindern wir, wenn nämlich die Papierschicht wöchentlich erneuert wird, ein Entstehen von sogenannten Stockflecken, welche die Möbel sehr entstellen und oft ganz neue als lang gebrauchte erscheinen lassen.

Auch in der Küche läßt sich altes Zeitungspapier gut verwenden. Zunächst legt man es vor allem überall dort auf Tische oder Bänke, wo man eine schmutzige Arbeit vorzunehmen genötigt ist. Beim Reinigen der Lampen wird der Docht, der Brenner und das Oelbassin am einfachsten mit altem Zeitungspapier gereinigt. Namentlich hier kann man auf diese Weise viel an Putzlappen sparen.

Viele Hausfrauen machen es sich oder ihren Dienstmädchen zur Regel, alle Messer und Gabeln zuerst mit altem Zeitungspapter rasch abzureiben, bevor man diese Gegenstände in's Abwaschwasser bringt. Wir sparen durch dieses einfache Verfahren, das nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, viel Auf- oder Abwaschwasser, das, dank genannten Verfahrens, nun nicht durch die den Messern und Gabeln anhaftenden