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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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deutlichen Falle auch ohne ärztliche Verordnung einige Mittel, wie Brechwurzel und Brechwein abgeben. Dlese Mittel dürfen nicht zu schwach und in zu kleinen Dosen angewandt werden, da erfahrungsgemäß das Erbrechen ziemlich schwer hervorzubringen ist. Als Abführmittel empfehlen sich einige Löffel Ricinusöl. Gelingt es nicht, Erbrechen zu bewirken, so gebe man, besonders bei Fliegenschwamm und dem giftigen Champignon, Auflösungen von Gerbstoff oder Tannin, 1 bis 2gr in eine Tasse Wasser, etwa alle Viertelstunde einen Löffel voll. Wenn man kein Tannin zur Hand hat, so kann ein Aufguß von Eichenrinde oder starker Kaffee und Thee dessen Stelle vertreten, da diese Getränke auch Gerbstoff enthalten. Die weitere Behandlung muß man einem Arzt überlassen. Die Anwendung von Essig ist zu widerraten, weil dadurch das Gift gerade leichter gelöst wird und schneller in den Organismus übergeführt wird.

Der Wert des Apfels.

Der Apfel reinigt und verdünnt das Blut und übt auch auf die Verdauungsorgane eine sehr wohltuende Wirkung aus. Wer an Störungen leidet wird durch reichlichen Genuß dieser Frucht in kurzer Zeit eine bedeutende Besserung verspüren und wer müde und ermattet ist, wird durch sie erfrischt werden und neue Kräfte erhalten. Auch vor dem Schlafengehen genossen, übt der Apfel eine gute Wirkung aus, indem er das Blut beruhigt und den aufgeregten Geist besänftigt. Besonders ist die Frucht allen denen zu empfehlen, die schwere oder andauernde geistige Arbeiten zu verrichten haben. Warmes Apfelmus wirkt sehr erleichternd bei Halsschmerzen u. Heiserkeit. Nach dem Genuß von Fett- und Fleischspeisen (überhaupt nach jeder größeren Mahlzeit) ist es sehr empfehlenswert, durch einen guten Apfel die Verdauung anzuregen und den Mund gleichzeitig von Speiseresten zu säubern. Uebler Geruch aus dem Munde wird ebenfalls durch reichlichen Apfelgenuß beseitigt. Im übrigen ist der Apfel ein guter Durststiller, da uns in ihm, wie in jeder besseren Saftfrucht, das vorzüglichste, reinste Getränk geboten wird, das es überhaupt gibt. Wer von Mitessern und dergleichen geplagt ist, wird sich mit Erfolg in dem Safte des Apfels, (der durch eine Fruchtpresse leicht gewonnen wird) waschen.

Gesundheitspflege.

Bei leichten Schnittwunden ist es empfehlenswert, ein kleines Stück Eihaut, das man von der inneren Seite einer Eierschale ablösen kann, auf die Wunde zu legen. Das Häutchen haftet von selbst, wenn es angetrocknet ist. Da es die Luft und jede Unreinlichkeit von der Wunde abhält, kann letztere schnell heilen. Das Häutchen ist danach leicht abzunehmen.

Chronische Kaffeevergiftung. Wie der Arzt Gilles de la Tourette schreibt, werden chronische Kaffeevergiftungen oft übersehen. Sie ähneln in ihren Erscheinungen gewissermaßen dem chronischen Alkoholismus, indem sie ebenfalls Störungen der Verdauung, des Blutkreislaufes und des Nervensystems veranlassen. Oefteres Erbrechen morgens nüchtern, nach dem Rücken ausstrahlende Schmerzen der Magengegend, belegte Zunge, Widerwillen gegen feste Speisen sind vorhanden, analog der Verdauungsstörung bei Alkoholismus, ferner Herzklopfen, Verlangsamung des Pulses, endlich Schlaflosigkeit, erschreckende Träume während des Schlafes, Gefühl von Leere im Kopf, Schwindel, Zittern der Arme und Beine, häufig auch Zuckungen der Lippen, die sich auf die ganze Muskulatur erstrecken können, ferner öfters schmerzhafte Krampfzustände der Waden- und Oberschenkelmuskulatur, besonders nachts und daneben manchmal bedeutende Störungen des Empfindungsvermögens. Die Erscheinungen des Kaffeeismus sind aber viel weniger hartnäckig, als die des Alkoholismus, und verschwinden gewöhnlich mit Beseitigung der Ursache.

(Korrespondenzblatt für die Schweizer Aerzte).

Hausmittel und Rezepte.

Knarrende Stiefel. Man tränkt die Sohlen von der äußeren Seite mit gekochtem Leinöl, oder noch besser mit Leinölfirnis, läßt nach jedem Anstrich einziehen und wiederholt diesen Anstrich so oft, bis nichts mehr einziehen kann, läßt das Schuhzeug dann 8-14 Tage stehen zum Trocknen, dann ist dem Knarren abgeholfen und zugleich der Nutzen damit erlangt, daß die Sohlen eine doppelte Dauerhaftigkeit besitzen.

Fleckenreinigung.

Stearin- und Wachsflecke. Diese entfernt man zuerst mit einem Messer, unterlegt den Stoff mit einem nassen Leinenstück, bedeckt ihn mit Fließpapier und überfährt denselben mit einem warmen Bügeleisen. Sollten wider Er-