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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Wasser zum Sieden gebracht und dann in frisches kaltes Wasser gelegt; nach 6-8 Stunden wiederholt man dies, kocht die Feigen jedoch diesmal so lange, bis sie sich leicht durchstechen lassen und läßt sie nach dem Auskühlen abtropfen. Unterdessen klärt man zu 500gr Feigen 40gr Zucker, legt die Feigen hinein, läßt sie 2-3mal aufwallen und füllt sie mit dem Zuckersafte in einen Topf, den man zugedeckt auf den Ofen stellt. Nach 2 Tagen gießt man den Zucker ab, kocht ihn stark ein, füllt ihn heiß über die Früchte, zu denen man einige Stückchen Ingwer geben kann und stellt den Topf wieder einige Tage zugedeckt fort, worauf man den Saft nochmals einsiedet, die Feigen darin aufwallen laßt und heiß in geschwefelte Gläser füllt.

Apfelgelee. Man schneidet gefallene Aepfel in vier Teile, setzt sie mit Haut und Kernhaus in einer Messingpfanne zum Feuer, tut Wasser dazu und kocht sie auf schwachem Feuer gut aus, wobei man öfters umrührt. Dann gießt man das Apfelmus auf eine über einen umgekehrten Stuhl gespannte Serviette, die man an den Stuhlbeinen vermittelst starkem Bindfaden befestigt und läßt den Saft in ein untergestelltes Becken abtropfen. Andern Tags richtet man soviel gestoßenen Zucker, als man Kg Saft hat. Man gibt den Saft in eine saubere Messingpfanne, läßt ihn unter beständigem Rühren auf mäßigem Feuer aufkochen, wenn der Saft steigt, gibt man den Zucker löffelweise nach und nach hinein, läßt alles nochmals steigen, gießt es dann in eine reine Schüssel. Nach etwa 15 Minuten bildet sich oben eine unreine Haut, die man mit einem silbernen Löffel sorgfältig entfernt, dann gießt man den Saft in die gut gereinigten Geleegläser und stellt sie einige Stunden an einen kühlen Ort. Ist die Gelee fest, so bedeckt man die Gläser mit in Kirsch oder Rum getränktem Pergamentpapier, verbindet sie gut und verwahrt sie an trockenem und kühlem Ort. H. K. Bern.

Hausmittel und Rezepte.

Atlasschuhe zu reinigen. Man taucht ein Bäuschchen Watte in warmen Spiritus und reibt damit die schmutzigen Stellen an rosa blauen und weißen Atlasschuhen, worauf man mit trockenem Wattenbäuschchen leicht nachreibt.

Kochrezepte.

Griestorte. 90gr Gries, 300gr Zucker, 6 Eier und einige Tropfen Kirschwasser, 80gr gestoßene Mandeln oder Haselnüsse, feingehackte Zitronenrinde. Eigelb und Zucker rühre man 1/2 Stunde, füge Mandeln, Zitronen 2c. und das zu Schnee geschlagene Eiweiß leicht darunter und backe die Torte in mäßiger Hitze. Das mit Butter bestrichene Blech kann mit Gries bestreut werden. G. i. K.

Kaninchenpfeffer. Das Fleisch vom Mittelstück eines jungen Kaninchens wird in Stücke geschnitten einige Tage in untenstehende Beize gelegt, dann auf einem Sieb gut abgetropft. In der Pfanne läßt man ein Stück Butter und etwas würflig geschnittenen Speck zergehen, gibt eine grobgeschnittene Zwiebel, etwas Rüben und 1-2 Lorbeerblätter und dann das Fleisch hinzu, streut das nötige Salz und den Pfeffer darüber und schmort es unter öfterem Umwenden, bis es schön braun geworden, hierauf streut man 2 Kochlöffel voll Mehl darüber, bis es sich am Fleisch braun ansetzt, gießt etwas Rotwein, Fleischbrühe, einige Pfefferkörnchen, nach Belieben einige Löffel von der Beize hinzu, und dünstet darin das Fleisch eine Stunde weich. Beim Anrichten wird das Fleisch erhöht auf die Platte gelegt und die Sauce passiert darüber geschüttet. Rings um die Platte werden geröstete Kartöffelchen oder Semmel croutins gelegt. Mme. A. R.

Plumpudding. 185gr Nierenfett wird mit 90gr Mehl, der Schale einer Zitrone, 3 geschälten Aepfeln recht feingehackt, mit 90gr gestoßenem Brot, 90gr Weinbeeren, 90gr Korinthen, einer Prise Salz, Muskatnuß, 185gr Zucker, dem Saft der Zitrone, 3 Eiern, ein Glas Rum tüchtig vermischt. Dann bestreicht man eine Serviette dick mit Butter, bestreut sie stark mit Mehl, füllt die Masse darauf, bindet die Serviette fest zu, tut sie in stark kochendes Wasser und siedet den Pudding 3 Stunden lang. Beim Anrichten bestreut man ihn mit Zucker, begießt ihn mit Rum, zündet ihn an und gibt ihn brennend zu Tisch. H. K., Bern.

Rindfleisch mit Peterstliensauce. Uebrig gebliebenes Rindfleisch wird in Streifchen geschnitten, in einer guten Buttersauce aufgekocht, eine Hand voll feingeschnittener Petersilie dazu getan und angerichtet.

Beefsteaks au fromage. Ein Stück Emmenthalerkäse wird in zerklopftem Ei gewendet, nachher in Mehl umgedreht und in schwimmendem heißem Schmalze gebacken.

Goulasch. Dazu wird Rinds- oder Schweinsfilet mit Kartoffeln verwendet. Schweinsfilet kommt jedoch bedeutend billiger und ist auch sehr gut. Alles Fett wird gut von dem Filet entfernt und letzteres in regelmäßige nicht allzu große Würfel geschnitten; die rohen Kartoffeln werden ebenfalls gleich groß gewürfelt. Ist dies geschehen, so wird in einem Brattopf ziemlich viel gesottene Butter heiß gemacht, die Kartoffeln unter beständigem Rühren in dieser weich gedämpft. Der Topf darf jedoch nicht zugedeckt werden und die Kartoffeln dürfen nicht braten. Sobald diese weich, werden sie mit der Schaumkelle herausgezogen und das Fett abgeschüttet. Die Fleischwürfel kommen nun auch in den noch