Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Schlagworte auf dieser Seite: Kleidung aus dem Meere; Vermischtes; Weihnachtsarbeiten; Weihnachtsgebäck

- 180 -

an der Oberfläche ganz trocken aussieht; mit warmem, ja nicht mit kaltem Wasser. Die einzelne Pflanze ist dem Lichte zuzudrehen. Steht die Temparatur draußen etwas über dem Gefrierpunkte, dann heißt es, womöglich wäh rend einiger Mittagsstunden die Fenster lüften. Es ist dies ja auch schon zum eigenen Wohlbefinden nötig, und befreit die Pflanzen vvn Staub und allen Unzuträglichsten der geschlossenen Räume.

Vermischtes.

Kleidung aus dem Meere. Die moderne Industrie hat es fertig gebracht, daß sich wie wir dem bekannten Familienjournal "Das Buch für Alle" entnehmen, die Menschheit ausschließlich mit Stoffen zu bekleiden vermag, die aus dem Meere stammen. Stiefel und Schuhe kön- ^[richtig:können] ohne weiteres aus der gegerbten Haut des Walfisches und des Delphins gearbeitet werden. Strümpfe und Unterkleider können aus Muschelseide, einem Gespinst der Steckmuschel, das in Feinheit und Glanz der echten Seide fast gleichkommt, gewebt oder gestrickt werden. Zu Oberkleidern würde sich die gegerbte Haut der Aalraupe, die schon von den Tataren seit Jahrhunderten zu diesem Zwecke gebraucht wird, gut eignen; ebenso die Haut des Lachses. Um die Kleider zu nähen, kann man sich präparierter Walroßsehnen oder auch der Fäden aus Muschelseide bedienen. Für Knöpfe ist eine große Auswahl von Matertal vorhanden. Permutterknöpfe die in allen Farben schillern, vom reinsten Weiß bis zum dunkelsten Blau und Schwarz. Für den Sommer würde sich ein Strohhut aus einer Art von japanischem Seegras mit einem Band aus Byssusseide vorzüglich eignen; Winterhüte könnte man aus dem Filz machen lassen, das aus einer Seetangart, die in Massen in der Nordsee wächst, hergestellt wird. Die Haut der Flachfische (Schollen, Stein- und Heilbutt) gibt weiches, biegsames Leder, das dem feinsten Ziegenleder ähnelt. In der Nähe von Calais in Frankreich besteht übrigens schon eine Fabrik, die diesen neuen Industriezweig mit großem Erfolg betreibt und prachtvolles Handschuhleder aus Heilbutthaut herstellt. Schmuckgegenstände aus Korallen nnd Perlen brauchen wir als bekannt wohl kaum zu erwähnen.

Weihnachtsarbeiten.

(Eingänge auf unser Pieisausschreiben.)

1. Blumenvase aus einem beschädigten Lampenglas herzustellen. Einen am obern Ende geplatzten Cylinder, woran es in keinem Haushalte fehlen wird, lasse man vom Glaser bis zu 15 cm abschneiden, versehe das untere breite Ende mit einem wasserdicht verschließenden Korken und presse es in einen kreisrunden, aus Ton modellierten Fuß (ich habe auch schon Glaserkitt genommen), welcher etwa 3 cm Höhe und 8 cm Diagonale messen kann. Den Fuß überziehe man nach dem Festwerden mit Goldbronze - Bronzepulver mit Bronzetinktur verrührt. Nachdem der Zylinder sodann mit schwarzem Spirituslack ausgegossen worden, schlingt man vom Fuße beginnend ein 1-2 cm breites Atlasband, in Schlangenwindungen, glatt und fest um das Glas, so daß der schwarze Grund zwischen den einzelnen Windungen sichtbar bleibt, lege das obere Bandende rings um den oberen Rand des Cylinders und decke die Befestigungsstelle durch ein zierliches Schleifchen. Rund um den Fußansatz befestige man eine hohe Rosarüsche aus 5 cm breitem Atlasbande, am besten paßt zu dem Schwarz gelbe Farbe, sieht aber auch ganz hübsch aus in grün und zartrosa. Diese Blumenvase läßt an Eleganz nichts zu wünschen übrig. Fr. Z.-Sp. in U.

2. Conservenbüchsen In manchem Haushalte sind eine ganze Menge leerer Konservenbüchsen vorhanden, womit die Hausfrau nichts anzufangen weiß und sie einfach wegwirft, und doch kann man sie ganz gut verwerten. Ich habe schon solche gesehen und war ganz eingenommen dafür. Wenn man z. B. vom Spengler den obern Rand derselben über Draht glatt umklopfen und einen Henkel anlöten läßt, kann man die größeren sogar aufs Gas- oder Petrolfeuer stellen, die selbst bet täglichem Gebrauch sehr lange halten. In den kleineren kann man gestoßenes Brod, Grütze, Graupen etc., auch Soda, Seife, Sand und noch vieles Andere aufbewahren, man läßt dann nur den Rand umschlagen und klebt ein Schildchen auf, welches den Inhalt angibt. Blank geputzt gereichen sie jeder Küche zur Zierde. Da zu sämtlichen Konservenbüchsen, der Haltbarkeit des Inhalts wegen, gut verzinntes Blech genommen werden muß, scheuert sich dasselbe nur langsam ab und rostet infolgedessen nicht. Die sparsame Hausfrau wird das schon zu schätzen wissen. Z. Sp. in U.

3 Topf- nnd Herdlappen. Die Rohre von alten Strümpfen werden zu viereckigen Lappen geschnitten, doppelt genommen und mit Wolle in beliebiger Farbe umhäkelt und mit einem Aufhänger versehen.

4. Alte Filzhüte werden verwendet, indem man daraus Schuhsohlen, Topflappen u. Pfannen-Untersätze nach eigener Phantasie herstellen kann. A. Sch. G. in W.

Weihnachtsgebäck.

(Eingänge auf unser Preisausschreiben.)

1. Himbeerbrötchen. 6 ganze Eier werden mit 1 Pfd. Zucker schaumig gerührt, 6 Löffel