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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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so viele Kinder, die sonst selbst mit dem Luftröhrenschnitte zugrunde gegangen wären.

B. P. T.

Vermischtes.

Wann fängt eine Frau an, sich alt zu fühlen? Eine heikle Frage, die unsere Damenwelt nur in der Stille des verschwiegenen Kämmerleins und ganz verstohlen zu beantworten pflegt, denn das Alter ist ein Ding, von dem eine Frau gemeiniglich nichts wissen will. Nun gibt es aber doch viele Frauen, deren Charakter energisch Front macht gegen den langsam anrückenden Feind der Jugend, ja, die ihn überhaupt nicht zur Herrschaft gelangen lassen, während andere wieder sehr bald kapitulieren und sich in den besten Jahren doch eines Morgens - alt fühlen. War da eine fröhliche Gesellschaft versammelt, in der junge Mädchen und junge Frauen die überwiegende Mehrzahl bildeten. Uebermütig wurde auch die Altersfrage aufgeworfen und hin und her erörtert. Die jungen Mädchen hielten im Stolze ihrer strahlenden Jugend schon eine Dreißigjährige für uralt und meinten, das sei die Zeit, von Jugend und Lebensfreude Abschied zu nehmen; die jungen Ehefrauen waren schon toleranter und gaben noch zehn Jahre zu; mit vierzig, meinten sie, sei es an der Zeit, sich alt zu fühlen; zu einer Einstimmigkeit gelangte man indes nicht. Nun gehörte zu den Gästen auch eine Frau Professorin, eine liebenswürdige, allzeit frohlebige Dame im weißen Haar, die den Siebzig nahestand. An diese Greisin, die es doch wissen mußte, beschloß man sich mit der wichtigen Frage zu wenden. Freundlich hörte die Frau Professorin die Streitenden an. Sie lächelte still und sagte dann: "Ja, Kinderchen, woher soll ich denn das wissen? Da müßt Ihr eine alte Frau fragen!" Sie hatte recht, die liebenswürdige Greisin; der Mensch ist eben nur so alt, wie er sich fühlt.

Kleidung.

Neue Schleiermoden. Eine Zeitlang war es Mode, kleinmaschige Schleier so zu tragen, daß sie wie eine Maske kaum die Oberlippen erreichten. Dann wieder hüllte der Schleier das Ganze ein und wurde in der Mitte zusammengenommen. Gegenwärtig hat der Schleier die ganze Bedeutung früherer Tage wieder erhalten. Im Laufe des letzten Sommers sah man den Schleier aus Gaze mit einem Saum von Tülldurchbruch, die hübsch um den Kopf schwebten. Ihnen folgten Schärpen aus schwarzer und weißer Spitze von derselben Form wie Gazeschleier. Eine einfache Nadel mit großem Kopf und etwas Zierarbeit hält den Schleier hinten auf der Hutkrempe fest, während der untere Teil frei herabhängt. Diese Schleier haben den großen Vorzug, daß man sie leicht handhaben kann. Eine anmutige Handbewegung hebt sie vorn über den Hut, den sie ganz natürlich verzieren. In diesem Winter werden die Schleier Schärpen ähneln. Man hat solche von fast zwei Meter Länge, die den Hut einhüllen, und deren lange Enden am Gürtel befestigt sind. Das Gewebe ist aus sehr schönen Chantillyspitzen, und ein hübsches Netzwerk aus Stickerei umgibt den Schleier. Weiß und schwarz ist gleichfalls sehr beliebt; weiße Stickerei auf schwarz oder umgekehrt ist sehr geschmackvoll. Diese Schleier sind augenscheinlich kleidsamer als die Gazeschleier, die sich nur für Reisehüte eignen. Hch. v. H.

Fleckenreinigung.

Möbel reinigt man vielfach mit Petroleum. Davon ist aber abzuraten, viel besser eignet sich frisches Wasser mit ganz geringem Zusatz von Salmiak. Die Flecken an den Möbeln verschwinden durch diese Methode sehr rasch und, wenn mit einem feinen Lappen nachgerieben wird, bekommen die geputzten Stücke eine feine Politur.

Wohnung.

Ein guter Rat für das Staubwischen.

Zu den Arbeiten, die eine gute Hausfrau nicht gern dem Dienstmädchen überläßt, gehört das Staubwischen. Teils ist der Grund hierfür in der Sorge zu suchen, daß das Mädchen nicht die nötige Vorsicht bei der Reinigung all' der niedlichen, zum Teil kostbaren und zerbrechlichen Dingen, welche die Wohnräume schmücken, an den Tag legen und daher dies oder jenes zerschlagen oder sonstwie verderben könnte, teils darin, daß die Mädchen selten die Geduld und freilich auch die Zeit haben, diese suptile ^[richtig: subtile] Arbeit mit der nötigen Sorgfalt auszuführen. Aber manche Hausfrau seufzt über die Mühe und Zeit, die diese täglich wiederkehrende Arbeit kostet, und da möchte ich denn allen Hausfrauen einen Rat geben, dessen Befolg dieselbe bedeutend erleichtert. Man nehme statt des Staubtuches ein weiches Wasch-Leder. Dies entfernt den Staub viel schneller und gründlicher, darum müheloser, und erhält den Möbeln ihren Glanz in viel höherem Maße als ein Tuch selbst bei kräftigem Reiben. Jeden Sonnabend wird das Leder, das übrigens nicht zu groß sein darf, in folgender Weise gewaschen: Man löst etwas Soda in heißem Wasser, dem man dann soviel kaltes Wasser zusetzt, bis