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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

XIII. Band. Nr. 32

Erscheint wöchentlich. Abonnement jährlich Fr. 2.50; als Beilage zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts.

Verlag Th. Schröter, Obere Zäune 12. Zürich.

1904. 6. Februar. Inhalt: Für fleißige Hände. - Ein Lehrbuch des Schlaraffenlebens. - Unsere Kinder bei Tische. - Hausmittel und Rezepte. - Für die Küche. - Kochrezepte. - Briefwechsel der Abonnenten unter sich. - Inserate.

Für fleißige Hände.

Kleine Handarbeiten.

II.

Es gibt noch mancherlei andere Gegenstände, die nach Erfüllung ihres ursprünglichen Zweckes sich massenhaft in einem Haushalte ansammeln und darum fast wertlos erscheinen. Und doch kann man viele derselben durch nur geringe Verschönerung und Bearbeitung zu hübschen Geschenkartikeln verwenden oder selbst noch für den oder jenen andern Zweck in Gebrauch nehmen. Hierzu gehören z. B. die großen und kleinen Kakaobüchsen und Konservenbüchsen aus Blech, ferner Ingwer-Töpfe und Pasteten-Terrinnen ^[richtig: Terrinen], schließlich auch leere Schwedenschachteln, Zigarrenkisten vom Herrn Gemahl u.s.w.

Die Cacaobüchsen mit ihren gut schließbaren Deckeln lassen sich ohne weiteres zum Aufbewahren von allerhand heilsamen Kräutern benutzen, wie man deren ja stets gern im Haushalt hat: Pfefferminz, Camillen, Lindenblüten u.s.w. Natürlich eignen sie sich auch für verschiedene Küchenkräuter, Hülsenfrüchte etc., z. B. getrocknete Petersilie, Majoran, Beifuß, Lorbeerblättern, Sellerie, für geriebene Semmel, Graupen, Reis, Erbsen, Zucker und vieles andere. Da das bei den Büchsen verwendete Material gutes verzinntes Blech ist, so halten sich die Sachen auch ausgezeichnet darin. Jeder Büchse gibt man eine hübsch ausgeschnittene Etikette, welche mittelst Zwiebelsaft aufgeklebt wird, da andere Klebmittel nicht fest haften und in kurzer Zeit die Etikette abspringen lassen. Soll das allerdings einfache Aussehen des Bleches verdeckt werden, so umhüllt man die Büchse wohl mit einem starken gemusterten Buntpapier oder man bestreicht sie mit dünnem Damarlack und stäubt darnach Goldbronze auf, oder man überzieht sie mehrmals in dünnen Aufstrichen mit Emailfarben, die bekanntlich schön porzellanartig auftrocknen, oder man bringt mit Oelfarbe eine flotte Malerei an, größere Blumen und Blätter u.s.w. Eine Reihe solcher Art verzierter Büchsen nimmt sich auf einem Küchenspind oder in einem Speiseschrank stets sehr nett aus und als Geschenk dürfte sie jede Dame ganz besonders willkommen heißen.

Nicht so ganz vielartig ist die Verwendung gebrauchter Konservenbüchsen, weil deren Deckel zumeist abgetrennt werden. Doch lassen sich solche sehr wohl aus Pappe erneuern und die Behälter dienen danach auf einem kleinen Spind zum Aufbewahren von Scheuersand, Zinnsand, Putzpulver, Soda, Schmierseife, Stärke u. drgl. Da beim Oeffnen der Büchsen gewöhnlich scharfe Ränder am Deckel stehen bleiben, so ist es erforderlich, dieselben scharf nach innen umzuschlagen, damit beim Eingreifen die Hand nicht verletzt wird.

Auch die hübschen tönernen Ingwertöpfe und Pasteten-Terrinen ergeben nach Anbringung einer Malerei, die man bei ersteren zwischen das sie umgebende Bastgeflecht verteilen kann, nette Behälter für Cakes und Biskuits, Konfitüren, Chokolade-Pastillen und Pralinées ^[richtig: Pralinés] etc.

Die leeren Schwedenschachteln dienen hauptsächlich zur Anfertigung kleiner Schränkchen, welche in jedem Hauswesen vorteilhaft sind, da man in ihnen eine Menge von Gegenständen verwahren und somit auch jederzeit sogleich finden kaun: Steck- und Nähnadeln, allerhand Knöpfe, Haften und Schlingen, Nägel, Heftzwecken etc., aber auch Briefmarken, Radiergummi u.s.w. Zu diesem Zweck leimt man etwa 9 oder 12 Stück in drei Reihen zu je 3 oder 4 Stück über- und nebeneinander, umgibt das ganze Fächerwerk mit einem Tuch oder Sammetstreifen, den man zuvor bestickt oder mit Bronzemalerei verziert und umrandet den Streifen wohl auch noch mit einer Chenille- oder Goldschnur. Die blauen, unansehnlichen Vorder- und Hinterflächen der Schiebekästchen kann man ganz gut mit einem besseren Papier bekleben und somit das niedliche Schränkchen, das sich überall aufstellen läßt und nur geringen Platz erfordert, wirklich elegant herausputzen.

Auch die Zigarrenkisten gestatten nach ge- ^[folgende Seite]