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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Fleckenreinigung.

Bilder erhalten zuweilen Stockflecke. Um dieses Uebel zu verhüten, schneidet man aus einem neuen Korkstopfen vier kleine ca. 3 cm dicke Plättchen. Diese befestigt man auf der Rückseite des Bildes an den vier Ecken des Rahmens und hängt dasselbe dann erst auf, so daß das Bild nicht mehr direkt auf der Wand anliegt, sondern eine Luftschicht dazwischen ist. Die Feuchtigkeit kann eine ^[richtig: keine] Wirkung auf das Bild mehr ausüben und es erscheinen keine Stockflecke mehr. Ist man im Besitz von Kupferstichen und Handzeichnungen, welche schon Stockflecke haben, so lassen sich dieselben nur durch wiederholtes vorsichtiges "Bleichen" in der Sonne entfernen.

Vermischtes.

Holz, Kohlen, Torf. Ein Zentner Torf gibt mehr Zugkraft als ein Zentner Holz, weil Torf langsamer verbrennt und eine lang anhaltende Glut erzielt, da ihre Hitze nach und nach an den Ofen durch Verglühen abzieht. Ebenso gibt Kohlenglut mehr strahlende Wärme ab als mit hellen Flammen brennendes Holz, heizt also besser.

Kosmetik.

Haarwasser gegen Schuppen. Man nehme 70 gr Schwefelblüte, gieße einen Liter Wasser darauf, lasse es unter öfterem Schütteln einige Tage stehen und schütte dann die klare Flüssigkeit ab, mit welcher man täglich den Kopf einreibt. Die Schuppen entstehen durch einen krankhaften Zustand der Kopfhaut und sind oft schwer zu beseitigen. Neben der äußerlichen Pflege der Kopfhaut muß man auch auf Reinigung des Blutes und der Säfte bedacht sein. Man muß alle scharfen und reizenden Speisen und Getränke meiden, täglich frische Luft genießen und den Körper baden und abreiben.

Eingesandt.

Waschmethode. Als alte Abonnentin und Hausfrau erlaube ich mir, meine werten Mitleserinnen mit meiner einfachen, aber bewährten Waschmethode bekannt zu machen. Statt das schmutzige Zeug einzulegen, zieht man dasselbe einfach durch kaltes Wasser, windet es leicht aus, seift es mit Sunlight-Seife gut ein, rollt mehrere Stücke fest zusammen und läßt das Zeug so bis den andern Tag liegen. Dann wird dasselbe in recht heißem Wasser sauber gewaschen und man wird staunen, mit welcher Leichtigkeit die Wäsche sauber wird. Alsdann wirft man sie in den Waschtrog, spült sauber durch, seift sie mit Marseillaner-Seife ein und kocht sie im Dämpfer, dem man die nötige Seife beigegeben hat, eine gute ½ Std. lang. Die Lauge von auf diese Weise gewaschenem Zeug soll schön weiß sein und läßt sich dann noch für das Wollene verwenden. Dann wird die Wäsche gebrüht und durchgeschwenkt und sie wird blendend weiß sein. S. H., B.

Für die Küche.

Verwendung von Zitronenschalen. Die Schalen werden auf dem Reibeisen abgerieben, dann reibt man mit einem Stück Zucker nach, damit sich alles gut ablöst, streut noch etwas Zucker darüber und gibt das Gereibsel in keine ^[richtig: kleine] Porzellantöpfchen, z. B. Liebigtöpfchen und stellt sie in den Bratofen zum Trocknen, dann zubinden und trocken aufbewahren. Zu Kuchen oder zu Glühwein, Limonade etc. zu verwenden.

Kochrezepte.

Maultaschen. Dies ist ein sehr beliebtes und wohlschmeckendes österreichisches Gebäck. 150 Gr. frische Butter, 150 Gr. feinstes Mehl, 3 Dotter, ein ganzes Ei und etwas Salz wird mit der Hand auf dem Kuchenbrett ausgearbeitet und in ungefähr 36 Teile geteilt. Dann stellt man den Teig für einige Stunden auf Eis oder an einen kalten Ort, damit er hart wird. Sodann werden die Stücke sehr dünn ausgewalzt, gefüllt und in nicht sehr heißer Röhre gebacken. Die Fülle besteht aus 150 Gr. Zucker, 150 Gr. gebrühter, geriebener Mandeln, etwas Citronenschale, 5 ganzen Eiern; dies alles wird ½ Stunde gut abgerührt. Der Teig wird in Form von Quadraten ausgewalzt und, nachdem er gefüllt ist, so zusammengelegt, daß man Dreiecke daraus formt, indem man einen Zipfel schräg auf den gegenüberliegenden legt. H. in Wien.

Saure Leber. Eine feingewiegte Zwiebel wird in reichlich Butter sehr sorgfältig hellgelb geschwitzt und mit Bouillon abgelöscht. Dann gibt man eine Tasse guten Bratenjus dazu, ebenfalls ein ziemlich großes Stück süße Butter, das vorher in Mehl geknetet wurde und zuletzt eine Hand voll fein gehackte Petersilie und läßt das kochen, bis es schön gebunden ist. Dann wird die feingeschnittene Leber (auch Kalbsnieren werden so zu bereitet ausgezeichnet) in reichlich