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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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rührei", das man in feuerfester Schüssel bereitet und auch in dieser aufträgt; man nimmt guten Emmenthalerkäse dazu und verfährt damit auf folgende Weise: Man verrührt 250 gr geriebenen Käse mit drei Eigelb und ½ l süßen Rahm. In einer tiefen Platte läßt man 50 gr Butter zergehen, schüttet die Eierkäsemasse hinein und rührt sie über mittelstarkem Feuer solange, bis sie ringsherum kocht und steigt, dann muß sie sofort aufgetragen werden. H. B.

Litteratur.

Der Gemüsefreund oder die Kultur der empfehlenswertesten Gemüsearten von Ernst Meier, Gärtner in Rüti. (- Zürich. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Verlag Th. Schröter, Zürich). Ein Werklein, das die große Verbreitung, die es bei Hausfrauen und Töchter gefunden, vollauf verdient: Es hat den schwerwiegenden Vorzug knapper und doch alles wissenswerte erschöpfender Darstellung, und ist so populär geschrieben, daß das Lesen keine Anstrenung ^[richtig: Anstrengung], sondern eine Freude ist. Auf den Nutzen der Lektüre für jeden Haushalt brauchen wir wohl kaum ausführlich hinzuweisen, dagegen mag die Notiz nicht überflüssig sein, daß der billige Preis von Fr. 1.50 die Anschaffung auch Minderbemittelten ermöglicht. B.

Die Suppenküche. Ueber 200 Kochvorschriften und nützliche Winke zu Suppen aller Art. Von Wanda Moser. Mit 8 Abbildungen. (Grethlein's Praktische Hausbibliothek Bd. 20). Preis Fr. 1.35. Konrad Grethleins Verlag in Leipzig.

Hauskonditorei. Sammlung erprobter Rezepte mit Anleitung zum Einkauf, zum Aufbewahren und zur Behandlung zugehöriger Materialien. Von Hanna Engelken. (Grethlein's Praktische Hausbibliothek Bd. 13). Preis Fr. 1.35. Konrad Grethlein's Verlag in Leipzig.

Das Buch enthält ca. 130 Rezepte für alle möglichen Dinge, die in das Konditoreifach einschlagen, insbesondere aber auch viele allgemeine Ratschläge, auf deren Befolgung oft mehr ankommt, als auf die Vorschrift selbst.

Hilfe gegen faule Schuldner lautet der treffende Titel eines bereits in zehnter Auflage vorliegenden Büchleins von Rechtsanwalt Dr. Geck in Berlin. (Verlag Hans Th. Hoffmann, Berlin NW. 21). Der Verfasser steht mitten in der Praxis und verschreibt seine Rezepte gegen schlechte Zahler für die Praxis. Zu Grunde gelegt ist das neue deutsche Reichsrecht.

Im Verlag von W. Bobach u. Co., Berlin-Leipzig erscheint als Band VII der Spezial-Kochbücher für die praktische Hausfrau: "Die Kartoffelküche". 200 Rezepte.

"Was muß der Gebildete von der Botanik wissen?"

Immer weitere Kreise erobern sich die Naturwissenschaften, dem Zeitalter der Naturverachtung ist das Zeitalter der Naturbetrachtung, des unablässigen Forschens gefolgt, deren Resultate allen Gebieten des menschlichen Wissens zugute kommen. Noch stehen aber vielfach selbst Gebilde ^[richtig: Gebildete] manchen Disziplinen fremd gegenüber, nicht zuletzt aus dem Grunde, weil ihre Lehren s. Z. allzu sehr von trockenem Formalismus und einer abgeschmackten Namengebung durchwuchert waren und so alles eher als warmes Interesse erregen konnten. Das gilt zumal von der Pflanzenkunde, der scientia amabilis, wie sie Altmeister Göthe so treffend nannte. Bloßes Studium trockener Bücher tuts hier freilich nicht, weil viele dann vor lauter "Bäumen den Wald nicht sehen." Nur ein klarer Vortrag, unterstützt von einem reichhaltigen Demonstrationsmaterial, besonders auch eine zweckmäßige Auslese aus der enormen Fülle des Stoffes kann hier helfen, den Anfänger leicht und sicher mit den Grundlagen der Pflanzenkunde in den Hauptzügen bekannt zu machen. Der Naturgenuß wächst mit der Naturkenntnis und so wird z. B. der Blumenfreund, der Spaziergänger, der Tourist die lieblichen Kinder der Flora mit ganz andern Augen betrachten, wenn er sich in der Pflanzenkunde einigermaßen zu Hause fühlt. Auf Wunsch einiger Freunde will Herr Privatdozent Dr. Kündig, Redaktor des "Tages-Anzeiger" Zürich, dieses Sommersemester an der Universität Zürich zum erstenmal ein Kolleg halten, das obige Lücke ausfüllen soll. Dessen Vorträge "Was muß der Gebildete von der Botanik wissen" wenden sich nicht nur an die Studierenden aller Fakultäten, sondern eben so sehr an Nichtstudierende, Damen und Herren. Die Vorlesung, allwöchentlich eine Stunde, beginnt Freitag den 22. April, abends 5-6 Uhr, Hörsaal VII der Universität. Zu ihrem Besuch ist nur die vorherige Einschreibung auf der Kasse der Hochschule, im Obmannamt, erforderlich. Ein vorzügliches Demonstrationsmaterial steht dem Vortragenden zur Verfügung. Außer Mikroskop und Stereoskop, Photographien u. a. werden ca. 30 große Tafeln (vom Dozenten im letzten Jahr selbst gemalt) aufmarschieren. Es steht zu hoffen, daß diese Gelegenheit, auf die bequemste Weise in eines der anziehendsten Wissensgebiete eingeführt zu werden, gebührender Beachtung begegne.