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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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"Der Hausdoktor."

Kochrezepte.

Ausgedünstete Nudeln. Es wird ein gewöhnlicher Teig aus 2 Eiern und Mehl gemacht und zu Nudeln geschnitten. Diese werden in Salzwasser aufgekocht und herausgenommen. In einer Kasserole ^[richtig: Kasserolle oder Casserole] wird Milch warm gemacht, ein Stückchen Butter und Zucker hineingegeben. Da hinein gibt man die Nudeln und läßt sie in der Röhre dünsten, bis sich die Milch einsaugt. Mit Vanillezucker bestreuen!

Fleisch auf billigste Art zu kochen. Es kann Kalbfleisch, Ochsenfleisch, Hammelfleisch und natürlich Schweinefleisch immer so gebraten werden.

Das Fleisch wird gesalzen, mit so viel Wasser, daß es eben bedeckt ist und mit Grünem: wie Zwiebeln, Petersilien, aufs Feuer gesetzt. Dann dünste man langsam auf kleinem Feuer (ab und zu nötigenfalls etwas Wasser zugießen). Ist das Fleisch weich und die Brühe eingekocht, brate man es im eigenen Fett; indem man es immer wieder begießt und löffelweise Wasser zugibt. Ebenso können Bratwürste gebraten werden, indem man sie mit Wasser zusetzt; wenn sie einige Augenblicke gekocht haben, schüttet man die Brühe einstweilen bei Seite und gießt sie erst wieder zu, wenn die Bratwürste in dem zurückgebliebenen Fett mit Zwiebeln etwas gebraten haben. R. K. in B.

Hefenkranz. Aus 1½ Pfd. Mehl, für 15 Cts Preßhefe, dem nötigen Salz, ¾ l Milch, 3 Eier, ¾ Pfd. gesiebtem Zucker und ¼ Pfd. frischer Butter wird ein dicker Teig gemacht, der tüchtig gearbeitet werden muß. Damit er gehörig aufgeht, ist er in gelinde Wärme zu stellen. Wenn man 2 Kränze haben will, so verteilt man den Teig in 6 gleiche Teile, rollt diese aus und flechtet aus je 3 Stücken einen Kranz. Nun läßt man die Kränze nochmals aufgehen, bestreicht sie mit verklopftem Eigelb, streut darüber gestoßene Mandeln und Zucker und bäckt sie auf bestrichenem Blech in guter Hitze schön braun. B. P. in R.

Briefwechsel der Abonnenten unter sich.

(Unter Verantwortung der Einsender.)

Fragen.

Von Fr. R. Sch. Konditorei. Im Begriff, eine Konditorei einzurichten oder zu übernehmen, gestatte ich mir die Anfrage, ob irgend einer Mitleserin eine Ortschaft bekannt ist, wo das Bedürfnis nach einem solchen Geschäft, oder die Möglichkeit vorhanden wäre, damit sein gutes Auskommen zu finden? Um nicht ins Blaue hinein vorgehen zu müssen, wäre ich für einige Auskunft sehr dankbar.

Von M. T. in Sch. Küchenboden. Was könnte ich wohl machen, um einen Küchenzementboden sauber zu bekommen. Er besteht nämlich aus 4eckigen Zementtafeln mit eingepreßten Vertiefungen, die wie Bienenzellen nebeneinander gelagert die Oberfläche bedecken, und trotz allen Aufwaschens mit heißem Sodawasser den Schmutz behalten. Wenn der Boden eben aufgewaschen ist, sieht er sauber aus, so bald er aber trocken geworden, erscheinen alle alten Flecken wieder und der Küchenboden ist von einem nußfarbigen Grau, mit helleren und dunkleren Flecken. Da ich nur zur Miete wohne, kann ich denselben nicht ändern; möchte aber doch eine saubere Küche haben. Für guten Rat im Voraus besten Dank.

Von R. R. in K. 1. Kräuterwein. Kann mir jemand ein probates Rezept dafür mitteilen?

2. Zitronenkur. Hat jemand aus dem geschätzten Leserkreise schon eine Zitronenkur gemacht und mit welchem Erfolge?

3. Heidelbeerwein. Wie wird solcher hergestellt?

Von Fr. G. S. und E. M. in A Muttermäler. Gibt es Mittel, um Muttermäler, die sich an sichtbaren Stellen befinden, zu beseitigen? Es wäre für Angabe solcher gewiß mancher anderer Leserin gedient.

Von junger Gärtnerin in J. Blumen. Kann mir eine erfahrene Blumenfreundin einige Anleitung geben, wie ich im Juni die verschiedenen Zimmerpflanzen, gewöhnliche sowohl wie solche edlerer Gattung, zu behandeln habe? Ich wäre sehr dankbar dafür.

Von jungem Landwirt in G. Mittel zum Vertreiben der Bremsen. Es sind mir dafür schon verschiedene Mittel angegeben worden, aber ohne den gewünschten Erfolg zu haben. Kann mir vielleicht von Ihrer Seite etwas besseres mitgeteilt werden, im Interesse der gepeinigten Tiere? Ich wäre sehr dankbar.

Antworten.

An L. Z. in B. Suppenfleisch. Nachträglich möchte ich Ihnen eine probate Weise nennen, Suppenfleisch saftig und vollwertig auf den Tisch zu bringen. Dies geschieht mittelst eines Umbach'schen "Dampfkochtopfes". Um ½11 Uhr setzt man ihn auf's Feuer; ist das Wasser mit den bekannten Zutaten heiß, so kommt das Fleisch dazu, der Dampftopf wird mit extra angebrachter Vorrichtung geschlossen. Dann läßt man es bei schwachem Feuer 1 Stunde