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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Wäsche.

Das Bleichen der Wäsche. Für die Hausfrau auf dem Lande kommt jetzt die schöne Zeit, der Wäsche durch Bleichen auf dem Rasen neuen Glanz zu verleihen. Man bringt die Wäsche auf den Bleichplatz, wenn sie rein gewaschen und von den Flecken befreit ist, brüht sie aber vorher einmal mit recht kochendem Wasser, damit Soda und Seife daraus entfernt werden, die sonst leicht gelbe Flecke erzeugen, wenn die Wäsche an einzelnen Stellen trocken wird. Soll das Bleichen aber wirklich von Nutzen sein, so muß es in rechter Weise geschehen. Es gehört nicht allein ein schöner, reiner Rasenplatz womöglich am Abhange gelegen und klares, weiches Fluß- oder Seewasser, sondern ebenso Zeit und Pflege dazu. Die Wäsche muß einmal umgedreht und oft befeuchtet werden, damit die Sonnenstrahlen die Flecken nicht einbrennen, statt ausziehen. Die Wäsche darf auf eben gemähtem Rasen nicht ausgebreitet werden, die verschiedenen saftigen Blütenstengel, besonders die des Löwenzahns, geben Flecke, welche schwer wieder ausgehen. Bleicht man nur einen oder einen halben Tag, so kann man niemals erwarten, daß die Sonne in der kurzen Zeit auch Flecke verschwinden läßt, wozu mehrere Tage gehören. Da taufrische Nächte sich besonders gut zum Bleichen eignen, sollte man die Wäsche, wenn irgend möglich, während der Zeit liegen und bewachen lassen. Kommt die Wäsche von der Bleiche, so sieht man sie sorgfältig nach; denn es gibt nicht selten Flecke, durch Gras, Würmchen etc. veranlaßt, die noch herausgewaschen werden müssen und manchmal recht schlecht weichen. Man spült die Wäsche noch einmal in warmem Wasser, oder besser brüht sie, ehe man sie schweift. Für vergilbte Wäsche ist indes das Bleichen am vorteilhaftesten.

Für die Küche.

Der Schaum auf der Fleischbrühe, wenn die letztere ins Kochen gerät, wird von manchen Hausfrauen als eine Art von Schmutz angesehen und abgeschöpft. Dieses jedoch ist ganz verkehrt, denn es handelt sich nicht um Schmutz, sondern um wertvolles Eiweiß, das erst in der Flüssigkeit gelöst war, durch die höhere Wärme jedoch nachträglich ausgeschieden wurde. Namentlich, wenn das Fleisch mit kaltem Wasser beigesetzt wird, enthält es, sobald es ins Kochen gerät, viel von solchem gelösten Eiweiß, bildet somit viel Schaum. Der Verlust ist nicht gering. Man rühre den Schaum, sobald er entsteht, unter die Suppe und er verschwindet bald. Dieser Rat verdient beherzigt zu werden.

Kochrezepte.

Johannisbeerwein. Man pflückt die Johannisbeeren, tut sie, wenn sie schön trocken, in ein hölzernes Gefäß, zerquetscht sie und läßt sie so einige Tage im Keller stehen, bis sie ausgegoren haben, worauf sie dann durch ein Haarsieb getrieben werden. Zu jedem Liter Saft nimmt man ½ Pfd. gestoßenen Zucker, 1 l Wein und ¼ l Hefenbranntwein, läßt es so 6 Wochen lang an der Sonne destillieren und füllt den Wein, wenn er schön klar geworden, in Flaschen, welche man im Keller in Sand verwahrt. Dieser Wein hält sich mehrere Jahre gut, nur muß man zur Blütezeit die Pfropfen öffnen, noch besser ist's, wenn man zu dieser Zeit den Wein in andere Flaschen zieht.

Erdbeerschnitten. Kleine Brötchen werden in Scheiben geschnitten, in rotem Wein eingeweicht, in schwimmendem Schmalz gelb gebacken und in Zucker und Zimmt gewendet. Kurz bevor man sie zu Tische gibt, macht man Erdbeeren mit Zucker, Zimmt und beliebig etwas Wein an und gibt auf jede Schnitte einen Löffel voll davon. H. K., Bern.

Limonadenpulver für die Reise. Die Schale von 3 Zitronen, es können auch 2 Zitronen und 1 Apfelsine sein, reibt man auf Zucker ab, oder kann es auch so machen, daß man 250 gr Würfelzucker an den Zitronen abreibt, dann stößt man den Zucker fein und vermischt denselben gut mit 10 gr pulverisierter Weinsteinsäure. Dieses Pulver hebt man in fest verschlossenen Büchsen oder Flaschen auf und stellt es an einen trockenen Ort. Auf Reisen kann man durch etwas Wasserzusatz eine reinschmeckende Limonade schnell herstellen. Man rechnet 1 Teelöffel voll Pulver auf 1 Glas Wasser. Aus "Allerlei Getränke" von Johanna Titus.

Guter Fruchtkuchen. Man bereite einen Teig von 180 gr Mehl, 125 gr Butter, 60 gr Zucker 1 Ei und 1 Prise Salz; wirke diesen Teig gut zusammen, walke ihn 1 cm dick aus und lege ihn aufs Blech, am besten ist ein Springblech, dann streue man darauf geschnitzelte oder gemahlene Mandeln, Zucker, Zimmt und eine beliebige Frucht, Rhabarber, Erdbeeren oder fein geschnitzelte Aepfel etc. Dann mache man ein Teiglein von Milch oder noch besser von Nidel, 2 Eiern, Zucker und Zimmt und gieße es leicht über und dann noch etwas Mandeln und backe den Kuchen bei ziemlicher Hitze. Oder wenn man lieber etwas mehr Teig macht und vom Rest desselben Streifen schneidet, die man gitter- ^[folgende Seite]