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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Widerrist, Rücken und Kreuz, ganz wenig genügt, es wird sich keine Fliege an das Tier setzen. Sehr angenehm ist dies z. B. für den Reiter, er hat den Geruch der stinkenden Oele wie sonst nicht in der Nase. Dieses Mittel hat sich sehr gut bewährt, ist unschädlich und billig.

An junge Gärtnerin in J. Zimmergarten. Die dauerhaften Zimmergewächse sollen nun alle im Garten oder auf den Blumenbrettern vor den Fenstern aufgestellt sein. Je nach Witterung, zu Anfang oder Mitte des Monats, werden dann auch die besseren Zimmerpflanzen, so Palmen, Gummibäume, Blattbegonien, Dracaenen, Farne und andere ins Freie gebracht, und zwar an geschützte, mehr oder weniger beschattete Standorte, an denen durch öfteres Spritzen eine möglichst feuchte Luft zu erhalten ist. Das Gießen der Topfgewächse erfordert jetzt viel Zeitaufwand und Gewissenhaftigkeit. Pflanzen, die jetzt erst abgeblüht sind, so Azaleen, Akazien, getriebene Topfrosen u. a. werden zum erstenmal, die früher verpflanzten, raschwüchsigen, bereits gut durchwurzelten Topfgewächse, zum zweitenmal verpflanzt. Man sät in flache Saatgefäße chinesische Schlüsselblumen, Pantoffelblumen und Cinerarien, die nach dem Auflaufen zu vereinzeln und dann in kleine Töpfchen mit reiner Mistbeeterde nebst Sand zu verpflanzen sind. Für den nächstjährigen Frühlingsflor des Zimmergartens werden Goldlack, Herbst- und Winterlevkoyen in Holzkistchen oder auf Saatbeete ausgesäet, dann auf gut gegrabene Beete vereinzelt (pikiert) und im Herbst in Töpfe gepflanzt. Auch Margarethennelken können jetzt gesäet werden, sie blühen dann bei richtiger Behandlung im Spätherbst

An Spezerei- und Materialwarenbesitzerin in J. Flaschenreinigung. Flaschen und Gläser zu reinigen. Manchmal tut es schon gewöhnliche Aschenlauge, der man ein wenig gebrannten Kalk zusetzt. Ein etwas schärferes Mittel aber ist Soda-Auflösung. Diese eignet sich gut für Flaschen und Gläser, in denen Milch und Oel gewesen ist. Gut ist auch eine Salzsäurelösung, zu welcher man Säure und Wasser zu gleichen Teilen nimmt. Für sehr verunreinigte Flaschen ist eine Chlorkalklösung dienlich. Man macht sich diese selbst zurecht, indem man 25 Gramm Chlorkalk mit 2 Liter Wasser anrührt. Die bis oben angefüllten Flaschen werden mit dieser Lösung zwei bis fünf Tage stehen gelassen. Das schärfste Mittel ist Vitriolöl. Mit einem einzigen Pfund können über 100 Flaschen gereinigt werden. Natürlich müssen in allen Fällen die Flaschen und Gläser hinterdrein noch reichlich mit kaltem oder warmem Wasser nachgespült und - wenn es sich um Einmachgläser handelt - ausgeschwefelt werden.

Kleine Rundschau.

Dem sehr lesenswerten Bericht über die Vereinstätigkeit der Sektion Zürich des Schweiz. Gem. Frauenvereins (1. April 1902 bis Ende Dezember 1903) entnehmen wir vorläufig, was über die Haushaltungsschule gesagt wird.

Nach Verlauf von 4 Jahren erachtet die Aufsichtskommission der Haushaltungsschule es für angemessen, wieder einmal einen etwas einläßlicheren Bericht zu erstatten, in erster Linie für sämtliche Mitglieder des Schweizerischen Gemeinnützigen Frauenvereins, dann aber auch in der Hoffnung, dadurch in weiteren Kreisen Interesse und Teilnahme für das Institut zu erwecken. Bei der großen Wichtigkeit, die man in der Jetztzeit der Ausbildung von Frauen und Mädchen auf dem Gebiete der gesamten Hauswirtschaft zugesteht in gerechter Würdigung der großen Bedeutung derselben für Haus und Familie, somit des ganzen Volkswohles, sollte es jeder Frau, gleichviel welchen Standes und Alters, Gewissenssache sein, wo und wie immer möglich, dafür einzustehen, daß es mehr und mehr zum Volksbewußtsein werde, wie es nur eine einfache Gerechtigkeit sei, den Mädchen aller Bevölkerungsklassen die Möglichkeit zu verschaffen, auf diesen Gebieten sich tüchtig ausbilden zu können. Bis es dazu kommt, daß der Staat und die Gemeinden diese Pflicht übernehmen, gerade wie etwa wie die militärischen und gewerblichen Vorkurse für die Jünglinge, fällt diese Sorge hauptsächlich den Frauenvereinen zu und es hat der Schweiz. Gem Frauenverein seit Jahren schon anerkennenswertes geleistet durch Errichtung verschiedener Haushaltungsschulen, die nach dem jeweiligen Lokalbedürfnis in ihren Einrichtungen von einander abweichen, aber in freundlichster Beziehung zu einander stehen und einig sind in Erreichung des einen Zieles: tüchtige, allseitige Ausbildung in allen Zweigen der "Hauswirtschaft für Frauen und Töchter!" Als die Sektion Zürich im Jahre 1898 ihre Haushaltungsschule gründete, geschah es nach jahrelangen Vorstudien und Vorarbeiten, denn die Aufgabe war groß und die Mittel klein. Man war sich klar darüber, daß die neu zu gründende Schule der Sektion, wie der Stadt Ehre machen, also mustergültig sein sollte von Anfang an und verlor diesen Gedanken nicht mehr, wie sehr sich auch die Sorgen und Mühen häuften. Die Sektion hatte eine leitende Kommission gewählt, in der jedes Mitglied mit ganzem Herzen bei der Sache war und dank dieser Hingabe, und einer ausgezeichneten weisen Leitung gelang das Ganze wider Erwarten und Voraussagen wirklich vortrefflich. Heute, nach 6 Jahren des Bestehens, dürfen wir das mit freudiger Genugtuung sagen, im Rückblick auf eine gesegnete Tätigkeit und hoffnungsvoll den kommenden Aufgaben entgegenschauen.