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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Zu Vanilleeis machen Sie eine gewöhnliche Vanillecrème, jedoch unter Zugabe von etwas mehr Zucker. Einige Löffel Rahm in die ganz erkaltete Crème macht die Glace besonders zart.

Früchteglace ist etwas heikler zu machen. Wir benutzen dazu eine sog. Zuckerwage, dann ist's sehr einfach. Habe ich keine frische Früchte, so nehme ich eine Flasche Syrup, verdünne sie mit Wasser, bis die Flüssigkeit an der Zuckerwage 18-20° zeigt. Das ist die richtige Mischung. Frische Früchte werden durch's Sieb getrieben, mit Wasser und Zucker vermischt, bis die Mischung auch wieder 18-20° zeigt. Haben Sie nun eine Art gefroren, so wird die fertige Glace in eine Form gefüllt und diese 1-2 Stunden vollständig in Eis verpackt in einen Kessel, den man noch mit einer Filzdecke umwickelt. Auf diese Art hält sich das Eis stundenlang.

Ich wünsche guten Erfolg.

Koch- und Haush.-Schule Schöftland b. Aarau.

Hausmittel und Rezepte.

Ton- und Glasgegenstände können mit Wienerkleister sehr gut gekittet werden.

Es ist dies der Kleister, den die Schuster gebrauchen, kaufen kann man ihn in Kolonialwarenhandlungen per Packet à 25 Cts. Zum Gebrauch wird er mit lauwarmem Wasser aufgelöst, hält sich jedoch nicht lange, deshalb bereite man stets nur soviel, als man gerade benötigt. Der Wienerkleister ist noch besser wie Wasserglas, weil Wasserglas bei Glas angewendet sich auflöst und sehr unansehnlich wird.

Vermischtes.

Wollresten zu verwenden. Aus solchen verfertigen meine Kinder stets Waschlappen, die aber nicht gerade gestrickt werden, sondern man fängt mit einer Masche an und nimmt bei jeder Anfangsnadel eine Masche zu, bis man 65 Maschen hat, immer hin und zurück strickend, dann nimmt man zu jeder Anfangnadel wieder eine Masche ab bis zu einer. Es sind dann auch viereckige Lappen, sie sehen aber mit farbiger Wolle und mit kleinen Bogen oder Picots umhäkelt viel hübscher als die gerade gestrickten aus. F.

Das Entkorken der Flaschen mittels eines Korkziehers hat schon oft durch unrichtiges Halten der Flaschen kleine Unfälle herbeigeführt, und zwar dadurch, daß man die Flasche mit der linken Hand oben am Halse festhält, anstatt unten; bei sehr festsitzenden Korken kommt es zuweilen vor, daß der Flaschenhals springt und die Scherben die Hände verwunden, deshalb sei man vorsichtig und halte die zu entkorkende Flasche stets unten, dann kann ein Unfall absolut nicht passieren. B.

Einmachkunst.

Vorzüglicher Nußliqueur ohne Gewürz. 1 kg halbreife grüne Nüsse, deren Kerne noch flüssig sein müssen, werden in einem Stein- oder Messingmörser zu Brei gestoßen und in einem Glaskolben mit 3 l gutem Zwetschgenbranntwein Übergossen. Man läßt dies 3-4 Wochen an einem sonnigen oder sonnigwarmen Platze stehen und schüttelt den Kolben alle paar Tage um. Nun seiht man durch ein Tuch und drückt das Zurückgebliebene so gut als möglich mit der Hand aus. Man bringt die Flüssigkeit durch Zugießen von Zwetschgenwasser wieder auf 3 l und löst in derselben 1 kg gestoßenen Zucker durch Schütteln auf und filtriert durch weißes Fließpapier, wenn der Zucker vollständig aufgelöst ist. M. Th.

Stachelbeergelée. Nicht ganz reife Beeren werden mit ziemlich viel Wasser gekocht, bis sie zerfahren, dann durch ein Haarsieb geschüttet. Der Saft wird mit 1 Pfd. Zucker auf 1 Pfd. Saft unter tüchtigem Abschäumen 20-25 Min. gekocht und dann in die Gläser gefüllt. Ke.

Kirschengelée. Man stößt gleichviel süße und Weichselkirschen samt den Steinen, tut sie in eine Schüssel und läßt sie über Nacht stehen. Dann seiht man die Masse durch eine Serviette, vermischt das Durchgeseihte mit geläutertem Zucker und kocht es unter fleißigem Abschäumen eine Viertelstunde lang.

Kochrezepte.

Eierschwämme. Frische, junge Eierschwämme werden sorgfältig geputzt und in frischem Wasser gut gewaschen. Nun gibt man sie in kochendes Wasser mit etwas Essig, kocht sie 10 Minuten und läßt sie abtropfen. Unterdessen hackt man 2 Zwiebeln, etwas Petersilie fein, dämpft es in reichlich Butter weich, gibt die Schwämme dazu, würzt sie mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß und läßt es gut zugedeckt langsam gar kochen. Vor dem Anrichten übergießt man die Schwämme mit einem Teiglein aus 2 Eigelb, 1 Löffel Mehl und ½ Tasse Milch, läßt alles nochmals aufkochen und serviert sofort sehr heiß. M. H., La Chaux-de-Fonds.

Charlotte helvetique. 4 Schildbrötli oder 10er-Weckli, 3 Tassen Kirschen, 5-6 Eier, 2 Löffel Rum, 1 Löffel Butter, Zucker nach Ge- ^[folgende Seite]