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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Kindern in dieser Beziehung wohl stehen. Von früh beginne mit der Reinlichkeit, laß keinen Tag und keine Stunde nach, so wirst du deine Kleinen an Reinlichkeit gewöhnen, und Gewohnheit ist eine große Macht. Gewöhnung ist nämlich die öftere Wiederholung gewisser Maßnahmen und Eindrücke zur Erzielung einer bestimmten Sinnesrichtung und Handlungsweise. Schon der weise Salomon kennt die Macht der Gewohnheit, wenn er in seinen Sprüchen sagt: "Wie man einen Knaben gewöhnt, so läßt er nicht davon, wenn er alt ist."

Und Shakespeare sagt im "Hamlet" (III, 4):

"Das Ungeheuer Gewohnheit, die - ein Teufel -

Hinwegfrißt jegliches Gefühl des Lasters,

Ist darin doch ein Engel, daß sie auch

Der Uebung herrlicher und edler Taten

Nicht minder Kleidung oder Tracht verleiht,

Die jeden ziert. Bezwingt euch einmal nur,

Das gibt euch eine Art von Leichtigkeit

Zu folgender Enthaltnug ^[richtig: Enthaltung]. Denn die Uebung

Verändert fast den Stempel der Natur:

Sie zwingt den Teufel selbst und stößt ihn aus

Mit Wunderkraft."

Durch eine kraftvolle Gewöhnung des Kindes wird sich die biegsame Natur desselben fügen, ohne sich dessen bewußt zu werden. Kommt dazu dann im reiferen Alter eine vernünftige Erklärung über das Wie, Was und Warum der Reinlichkeit, so wird das Langgewöhnte und Geübte, hier also die Reinlichkeit, der Jugend beiderlei Geschlechts rechte Freude machen, und sie wird sich bei fortgesetztem Gebrauch derselben wohl fühlen.

(Aus Schweiz. Blätter für Gesundheitspflege.)

Handarbeit.

Eine Kravattenschachtel läßt sich aus einem guten Wallisertraubenkistchen auf folgende Weise überaus hübsch und äußerst praktisch herstellen.

Dem Kistchen wird Holzbrandpappe aufgenagelt, ein schönes Blumenmuster eingebrannt und ausgemalt; die nötigen Scharniere und Schlößchen angebracht. (Mit den Beschlägen sollte man nicht zu sparsam sein, denn unsolides Material bringt immer nur Aerger.)

Innen wird das Kästchen mit goldfarbenem Satin bezogen.

Aus mittelfeiner Etamine werden 6 Streifen je 35 cm lang und 36 cm breit geschnitten, ringsum mit gelbem Irisgarn dicht überhäkelt, daß es eine saubere Umrandung gibt. Jeder Streifen wird auf 18 cm umgelegt, gleich einem Briefbogen und auf die erste und dritte Seite werden gelbseidene 20 cm breite Band lose angenäht, so daß man 2 Regatten hineinschieben kann und dieselben flach nebeneinander zu liegen kommen.

Die fertig gearbeiteten Streifen werden nun mit kleinen Stiften oder Reisnägeln an der vordern Seitenwand des Kistchens befestigt, immer 2 cm übereinander; in den so entstandenen 12 Abteilungen können 24 Regatten und 6-12 Diplomatkravatten reichlich Platz finden. Um schnelleres Auffinden der gewünschten Kravatte zu ermöglichen, besetze man jeden Streifen an der offenen Seite mit 2 Bandösen, und das geschieht auf folgende Weise am besten: Dem untersten Streifen näht man an beiden Ecken ein 25 cm langes, 1½ cm breites, halbseidenes Band an, so daß die Oese 12 cm lang wird, und verfährt mit den übrigen Streifen ganz gleich, nur immer das folgende Band 4 cm kürzer genommen, der oberste Streifen erhält dann blos ein 4 cm langes Band.

Die Farbe der Bänder wähle man je nach den Kravatten, welche vorherrschend getragen werden: weiß, schwarz, blau, rot, grau etc. Die Kravatten werden nun genau auf die gleichfarbig besetzten Streifen eingeschoben; durch das Ziehen an den beiden Bandstreifen heben sich alle Streifen miteinander und hat man den Wunsch, eine weiße Kravatte rasch herauszunehmen, so wird dies sofort durch Ziehen am weißen Band ermöglicht, ohne daß der ganze Kasten durchwühlt werden muß; mit dieser einfachen Einrichtung hat man schnell das Gewünschte und dabei doch immer nette Ordnung, so daß schon eingefleischte Verächter von Handarbeiten sich höchst lobend über diese praktische Arbeit ausgesprochen haben.

Nicht zu vergessen ist noch das Anbringen eines Kravattennadelkissens innen in der Mitte des Deckels.

Aus dickem, weißem Flanell wird ein Büchlein von 4 Seiten geheftet, die erste Seite mit Monogramm in gelber Seide oder Garn verziert, 3 Seiten zusammengeheftet und fest auf den Deckel angenäht und zwar so, daß das erste Blatt mit Monogramm zugleich als Schutzdecke über die Schmucknadeln herunterfällt.

Frau Irma.

Eingesandt.

Nochmals Verwertung von Wollgarnresten, alten Stricksachen, welche vorteilhaft unter Zutat neuer Schafwolle zu Neutuch verarbeitet werden können, unter anderen Fabriken auch in der Wollspinnerei und Tuchfabrik von Herrn J. Hirsig-Oßwald, Biel (Kt. Bern). Auch rein wollene Stoffresten sind verwendbar; jedoch nur solche von besseren Sorten, wie z. B. Cheviot.