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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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An St. in M. Bohnen mit Speck. Man nimmt am besten zarte Schmalzbohnen, zieht die Fäden recht gut ab, kocht das Gemüse in gesalzenem Wasser und läßt es kühlen und abtropfen. Dann nimmt man ziemlich viel Knoblauch, zerschneidet ihn nicht allzufein, damit noch etwas davon zu sehen ist, wenn das Gericht fertig gekocht ist. Man dämpft den Knoblauch in guter, heißer Butter, bis er ziemlich gelb ist, gibt die Bohnen dazu, stäubt zwei Kochlöffel Mehl darüber und dünstet das Gemüse eine Viertelstunde, ohne viel umzurühren, aber mit öfterem Schütteln und großer Vorsicht, da es leicht anbrennt. Nun erst gießt man Wasser oder Fleischbrühe daran, salzt und legt ein Stück durchzogenen Speck dazu, den man später in dünne Scheiben zerschneidet und damit die Bohnen garniert, damit die Platte recht verlockend aussteht und doppelt gut schmeckt. Die ganze Kochdauer richtet sich nach der Qualität der Bohnen und dauert 1½-2½ Stunden. Wohl bekomm's! Oe. G.

An B. J. in B. Gelée. Ich glaube schon, daß Ihre Gelées nicht mehr dick werden, wenn sie drei Stunden lang kochen. Mir sind sie immer geraten, aber ich koche z. B. Himbeer- und Johannisbeergelée nur etwa 20 Minuten. Mann ^[richtig: Man] nimmt auf 1 Pfd. Saft (Früchte) 1 Pfd. Zucker, kocht alles auf starkem Feuer, bis zur großen Perle, dann probiert man fortwährend, ob der Saft sich dick vom Schaumlöffel abreißt, ist dies der Fall, so ist er genug gekocht. Hat er aber diesen Grad übergekocht, dann bringt man ihn nie mehr in feste Form. Eine Hauptsache zur Zubereitung von schöner Gelée ist auch daß man alle Früchte nicht zu reif werden läßt und namentlich die Quitten nicht lang liegen läßt, wie es früher Mode war. Hoffentlich gelingt es Ihnen nächstes Mal fein! Fr. Pfr. Sch. in W.

An B. J. in B. Gelée. Erstens nehmen Sie zu viel Zucker. Die meisten Geléearten erfordern nur ¾ Pfd. Zucker zu einem Pfd. Saft. Zweitens kochen Sie die Masse zu lange. Probieren Sie einmal mein Verfahren: Ich setze Zucker und Saft zu gleicher Zeit aufs Feuer in einer gelben Messingpfanne; rühre in der ersten Zeit öfters und schäume sorgfältig ab. Bildet sich bereits kein Schaum mehr, lasse ich die Masse, ohne mehr zu rühren, langsam weiterkochen, bis sie steigen will, d. h. sie fangt an, große Bläschen zu bilden und will tatsächlich zur Pfanne hinaus, wie z. B die Milch. Man nennt das in der Kochkunst "die große Perle". Dann ist die Gelée fertig. Ich fülle davon gewöhnlich kleine Gläser, sog. Portionengläser, und beim Gebrauch (speziell wenn Besuch da ist) stürze ich die Masse auf einen Teller, nachdem ich mit einem Messer sorgfältig am Rande des Glases gelöst und das reinste Schabziegerstöckli kommt zum Vorschein, was gewöhnlich bei den Gästen Heiterkeit und - Bewunderung hervorruft! Die große Perle erscheint nach ungefähr 2 Stunden Kochzeit, aber nur, wenn Sie nach einer Stunde nicht mehr in der Masse rühren. Fr. N., Interlaken.

An B. K. Baumwollblouse. Die Stockflecken werden schwer zu entfernen sein. Vielleicht gelingt es Ihnen mit Schwefel, indem Sie ein brennendes Schwefelpapier über die Flecken halten. T. F.

An M. A. in Bern. Schnupfen. Haben Sie es schon mit Sonnenbädern versucht? Dies müßten jedoch der vorgeschrittenen Zeit halber bald angewendet werden. Auch wird in neuester Zeit als Schnupfpulver mit gutem Erfolg Borsäure-Lösung mit Methol ^[richtig: Menthol] gemischt empfohlen. (In jeder Apotheke zu haben.)

An H. O. in Z. Kartoffelklöße. Frau Helene bringt in ihrem vorzüglichen Büchlein "Die Kartoffelküche" folgendes einfache Rezept: 1 Tasse geriebene rohe Kartoffeln, 1 Tasse gekochte Kartoffeln, die recht stockig gerieben sind, 1½ Tassen Mehl, 1 Teelöffel Salz, 1 Ei und soviel süßen Rahm, daß man einen geschmeidigen Kloßteig erhält, von dem man mit einem Eßlöffel Klöße absticht und im Salzwasser kocht. Das treffliche, die ganze Kartoffelküche behandelnde Büchlein können wir Ihnen auf Wunsch schicken.

An M. A. in Bern. Chronischer Schnupfen. Nachdem ich längere Zeit ärztlichen Rat in Anspruch genommen, auch Nasendouchen gemacht ohne Erfolg, half mir Dr. Jonquier in Bern durch elektrische Behandlung der Nase. Auch der mit dem Uebel verbundene Bronchialkatarrh wurde beseitigt. Fr. K. in Z.

An Fr. B. G. in E. Ferienaufenthalt. Als angenehmer und nicht teurer Herbstaufenthalt wird Pension Waldheim am Sarnersee empfohlen (vorwiegend vegetarische Küche). Im September genießen Sie ermäßigte Preise.

An J. J. Haussprüche.

Süd, Nord, Ost, West,

Daheim das Best'!

Grüß Gott, tritt ein,

Bring Glück herein!

J. S.

An E. D. in L. Tomatenkultur. Mit der Aussaat in einen Saatkasten oder in flache Kistchen beginnt man Mitte März, setzt dann, wenn sich die Pflänzchen erst richtig fassen lassen, selbe einzeln in Töpfe um. Sind die Setzlinge erstarkt, so werden sie bei günstiger Witterung schon anfangs Mai ins Freie, in eine mit Pferdemist gedüngte Erde verpflanzt. Zur guten Entwicklung bedürfen die Tomaten eines sonnigen Plätzchens. Begießen soll man sie nur mit gestandenem Wasser. - Weitere zweckmäßige Angaben finden Sie in Meier's "Gemüsefreund", der Ihnen überhaupt manchen guten prakt.