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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Kochschule für Familie & Haus

XIV. Band. Nr. 1

Erscheint wöchentlich. Abonnement jährlich Fr. 2.50; als Beilage zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts.

Verlag Th. Schröter. Obere Zäune 12, Zürich.

1904. 3. Juli. Inhalt: An die geehrten Leserinnen! - Etwas über Pudding. - Erdbeeren. - Hausmittel und Rezepte. - Haarpflege. - Vorsicht bei Verwendung von Speiseresten. - Einmachkunst. - Briefwechsel der Abonnenten unter sich. - Kleine Rundschau. - Inserate.

An die geehrten Leserinnen!

Mit der heutigen Nummer beginnt der 14. Jahrgang unserer Kochschule.

Es ist mir eine angenehme Pflicht, allen denen zu danken, die mich bei meiner, wie ich hoffe, nicht erfolglosen Arbeit so kräftig unterstützt haben, sei es durch Aufsätze, Rezepte, Beiträge zum Briefwechsel oder andere Einsendungen. Ich bitte um deren Fortsetzung und um das fernere Wohlwollen aller werten Leserinnen. Meinerseits soll alles getan werden, um der Kochschule ihre, sie vor andern Blättern ähnlicher Tendenz auszeichnende Vielseitigkeit auch fürderhin zu wahren!

Ein fröhliches "Glückauf" den bisherigen und herzlichen "Willkomm" allen neuen Leserinnen!

Frau Elise Schröter, Redaktorin der "Kochschule".

Etwas über Puddings.

(Zugleich als Antwort auf Frage H. E. in Z.)

Man unterscheidet zwischen warmen und kalten Puddings. Die warmen werden in der Form gekocht oder gebacken, die kalten in der Pfanne fertig gemacht und nur zum Erkalten in die Form gestellt. Zu den warmen Puddings soll man nur glatte Formen verwenden mit einem Kamin in der Mitte, damit der Pudding 1. sich besser löst und 2. besser durchbackt und dadurch auch leichter verdaulich ist. Kalte Puddings lösen sich leichter und machen sich hübsch in den fassonierten Formen. Vor allem muß man für warme Puddings die Formen sehr gut mit kaum flüssiger ausgekochter Butter ausstreichen, besonders gut das Kamin in der Mitte. Dann füllt man die Form zu ¾ mit der Masse, stellt die Form in ein sogen. "bain marie" oder Wasserbad, d. h. man gibt in ein Gefäß, das etwa halb so hoch ist wie die Puddingform, kochendes Wasser und stellt dann die Form hinein, stellt das Ganze unbedeckt in einen mittelheißen Ofen und backt den Pudding, bis ein eingestecktes Hölzchen trocken bleibt; dies ist das Zeichen, daß der Pudding durchgebacken ist. Je nach der Masse dauert dies 40-60 Minuten. Das ist das Backen der Puddings, die beste Zubereitungsart. Nun können sie auch gesotten werden, wo man über keinen Backofen verfügt. Dazu muß die Form gut verschlossen sein, daß weder Dampf noch Wasser eindringen können. Stellt die Form in einen Kochtopf oder Kasserole, gibt zur halben Höhe der Form kochendes Wasser hinzu, deckt auch das Kochgefäß gut zu und siedet nun den Pudding 1-2 Stunden. Der Pudding braucht auf diese Weise längere Zeit und wird auch weniger schmackhaft.

Bei beiden Arten wird der Pudding erst vor dem Servieren gestürzt. Dazu löst man ihn sorgfältig rings vom Rand, schüttelt ihn auf dem Tisch sacht auf, um sich zu überzeugen, daß er sich auch vom Boden löst. Legt dann die Platte umgekehrt darauf, kehrt den Pudding mit einem Schwung und läßt die Form noch eine Weile darüber. Nach Belieben kann man den Pudding mit gehackten oder in Blättchen geschnittenen Mandeln garnieren. Die Sauce wird entweder darüber geschüttet oder in einer Sauciere apart gegeben.

Rezepte.

Reispudding, warmer. 125 gr Reis werden gewaschen, mit ½ l Milch und 20 gr Butter 25 Minuten gekocht, gibt dann eine Prise Salz und 80 gr gestoßenen Zucker und 25 gr in kleine Stücke geteilte Butter dazu, ebenso etwas abgeriebene Zitronenschale und - wenn die Masse etwas ausgekühlt ist - 4 Eigelb, schlägt die Eiweiß zu Schnee und zieht sie leicht unter