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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Verlag Th. Schröter, Obere Zäune 12, Zürich.
1904. 16. Oktober. Inhalt: Ueber Erziehung zur Spatsamleit lEchlutz).  Die Quitte.  Das Treiben von Blumenzwiebeln.  Vermischtes.  Kochiezepte.  Briefwechsel der Abonnenten unter sich. > Neuheit.  Reklame.  Inserate.
MeVer Orzieyung zur Sparsamkeit.
Von Verta Imhof. «Schluß.)
Die Eltern versündigen sich oft schwer an ihren Kindern, wenn sie ihnen Patengelder, Neujahrsgelder und andere bare Beiträge einfach wegnehmen und als willkommene Zugabe in ihre Kasse stecken. Den Jungen wird so die Freude am eigenen Besitz genommen, und es entstehen daun Gedanken wie: Ich bringe es doch zu nichts! Was nützt das Behalten! Bater trägts doch bloß ins Wirtshaus! Und als notwendige Folge daraus die zweifelhafte Gewohnheit, geschenkte Rappen zu verheimlichen und für Schleckwaren auszugeben. Nicht bloß dem Trieb zur Sparsamkeit wird schwerer Schaden zugefügt, es kommt dazu mit der Zeit Heranbildung von Hinterlist und Lügengeist als notwendige Folge.
Wie schön mutet uns nicht das Bild von Frau Gertrud in Pestalozzis "Lienhard und Gertrud" an, die die Sparpfennige der Kinder so hoch in Ehren hält!^ Welche Freude haben die Kinder, wenn sie auch nur mit wenigen "Batzen" in ihrer Sparbüchse kesseln können! Und wenn sie erst ein Sparkassabüchlein ihr eigen nennen, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, sie auch weiterhin sparsam führen zu können!
Wie überall, kann man aber auch hier des Guten zu viel tun! Man hüte sich davor, den Kindern den Wert des Geldes zu hoch zu stellen, um sie vor dem Geize zu bewahren. Der Schritt von der Sparsamkeit zu diesem schrecklichen Uebel ist klein und bald getan, wenn die Seele des Menschen diejenigen Schätze zu hoch anschlägt, die die Motten und der Rost fressen. Sparsam sein heißt, weniger ausgeben als mau einnimmt. Dabei werden wir oft gezwungen sein, auf Notwendiges zu verzichten, um Unentbehrliches anschaffen zu können. Sick das
Notwendige nicht gestatten, obschon es die Mittel erlauben, ist Geiz und schon das alte Testament sagt uns von demselben: Der Geiz ist die Wurzel alles Bösen! Sein Gefolge sind Diebstahl, Raubmord, Totschlag, Brandstiftung, alle schändlichen Verbrechen!
Ebenso gefährlich für den Menschen ist das Gegenteil des Geizes, der Leichtsinn, die Verschwendungssucht! Gegen beide Uebel aufzutreten, ist der Moraluuterricht in der Schule gut. Eine Reihe von Erzählungeu lassen sich nach dieser Seite hin beleuchten, lassen als Grundgedanken die Verabscheuung dieser beiden Laster und Ermahnung zur Sparsamkeit abschöpfen.
Wie solche Erzählungen vom Lehrer behandelt, wie sie auch von einem einsichtigen Vater und einer Mutter augewendet werden können, mag hier folgen:
Au Hand einer Erzählung gewinnt man den Begriff. Dieser ist aber noch unvollständig und sein Umfang gar nicht bestimmt. Ich frage das Kind z. B., ob nur das sparsam sei, was uns die Geschichte zeigt. Mau kommt also darauf zu sprechen, was überhaupt sparsam ist, und gibt dabei konkrete Beispiele. Sparsamkeit im vollen Umfange kann erst der Erwachsene üben; dem Kinde mutz sie gelehrt werden. Wir suchen die ersten Anfänge, die das Kind davon zeigt und nähren diese. Wir erforschen die ersten Aufäuge von Verschwendung und Geiz und kräftigen das Kind, daß es diese ersticke. Wir zeigen den älteren Kindern, wie aus diesen Anfängen Geiz oder Verschwendung entsteht und beleuchten ihnen den goldenen Mittelweg bei mehrfacher Veranschaulichung durch Beispiele aus der Natur. Man zeigt, wie aus einem Samenkorn ein Baum wird, wie aus einer winzigen Vergiftung ein ganzer Körper der Zerstörung anheim fallen kaun u. s. w.
Es handelt sich also darum, dem Kiude zu zeigen, wie es sparsam werden kann. In vielen Schulen, in vielen Elternhäusern