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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Z>er Mann als Oinkaufer.
T)er Mann ist im allgemeinen als Einkäufer beliebter als die Fran. Er ist meist nobler, feilscht nicht um Kleinigkeiten und schließt das Geschäft schneller ab. Kauft er für Frauen Geschenke ein, so hat er besonders ein offenes Portemonnaie. Von den Verkäuferinnen wird er dann gern gesehen, er bewilligt fast Heden Preis und läßt sich manches aufschwatzen, was  eine vernünftige Frau nicht kaufen würde.
Der Mann kennt diese seine Schwäche, und deshalb ist er als Kunde auch konservativer als die Frau. Wie er in ein Geschäft, in dem er übervorteilt wurde, nicht mehr geht, ebensowenig vermag er einem Geschäft untreu zu werden, in dem man ihm sozusagen die Wünsche von den Augen abliest nnd die Bedienung eine kulante ist. Die Frau fragt nach all diesem weniger: wenn ibr etwas nicht paßt, wird sie deutlich  der Mann schweigt, geht und kommt nimmer wieder.
Auch beim Manne kommt es vor, daß er sich zu Hause ärgert über das, was er eingekauft hat. Tauscht er dann um? Selten, es sei denn, daß ihm die Frau den schweren Gang abnimmt.
Für den Drogisten kommt als Kunde mehr der gewerbetreibende Mann in Betracht, und als solcher wird er sehr warm gehalten, wenn er Geld hat.
Bei den Lehrlingen sind diese Einkäufer allerdings manchmal gar nicht beliebt, und sie freuen sich selten, wenn sie dem Maler Kleckset einen viertel Zentner Schlemmkreide oder ein Pfund Kienruß abwiegen sollen. Und außerdem hat dieser Maler die unangenehme Eigenschaft, morgens pünktlich bei der Geschäftseröffnung oder abends kurz vor der Schließung mit derartigen Aufträgen zu erscheinen. Ist das Geschäft nicht rechtzeitig geöffnet, dann wird er so ungemütlich, daß es bis zu den Ohren des Prinzipals dringt.
Es gibt für den Händler auch männliche Dienstmädchen, d. h. männliche Boten, die für ihre Herrschaft, für ihren Meister u. s. w. Einkäufe besorgen. Man schätzt sie, wie ihre weiblichen Kolleginnen, und was sür die Kinder eine Stange Süßholz, für das Dienstmädchen ein Stückchen Seife bedeutet, das ist für den männlichen Boten eine Zigarre. 8uuin cmiyu6.
Die Frau kauft ein, der Mann deckt nur seinen Bedarf. Es gibt aber auch Männer, die Frauen sind.
Nie geistreichsten Männer sind oft die dümmsten Einkäufer.
Nicht jedermann schwärmt für das Warenhaus, am wenigsten aber jeder Mann.
Geht ein Mann in ein Geschäft, dann weiß er gewöhnlich, was er will.
Wie oft bekommt es der Mann zu hören, falls er einmal schlecht eingekauft hat, er, der im Gegensah zur Frau mehr auf das "W a s" als auf das "Wie vie l" sieht! -
Der Mann blickt in das Schaufenster, um die Waren zu betrachten, die Frau oft aber, um sich selbst zu betrachten. Das kommt von den Spiegeln in den Schaufenstern.
Wenn Mann und Frau zusammen einkaufen, kann man auch sagen: Der Mann denkt und die Frau lenkt!
Drogisten-Zeitung.
Merwendung älterer Sachen.
Freude macht es mir immer, wenn ich aus etwas Altem wieder Brauchbares herstellen kann. Aus den abgelegten Kleidern meines Mannes, (da er dieselben nicht zu sehr austragen kann), habe ich unseren Knaben stets Kleider angefertigt und diese haben mich mehr gefreut, als diejenigen, welche wir im Konfektionsladen kauften. Der Stoff der Verrenkleider ist haltbar und lohnt es sich gut, daraus etwas anzufertigen. Man muß die Kleider auftrennen, gut waschen und bügeln, ist der Stoff zu sehr abgeschossen, so kann man ihn wenden. Aus hellfarbigen leichten Herrenkleidern kann man für Mädchen Unterröcke herstellen, wenn dieselben mit farbigen Bändchen oder Volants ausgeputzt werden, glaubt Niemand, daß sie aus einem alten Kleid geschneidert sind. Ich habe letzten Winter unserem ZMährigen Mädchen aus einem Rock seines Vaters ein ganz nettes Jaquette gemacht. Da der Stoff etwas dunkel war, habe ich dasselbe mit blauem Satin ausgefüttert und mit eben solcher Seide Kragen, Aermel, Taschen, sowie den Rand desselben einigemal gesteppt. Ist man ein wenig bewandert in der Schneiderei, hat man dazu Zeit und Ausdauer, so kann man ganz gut so etwas aus alten Kleidern selbst anfertigen. Von Seidenrestchen, sowie aus Vaters abgetragenen alten Kravatten, an welchen stets die untern Enden noch frisch und schön sind, mache ich die Kravatten für meine Knaben.
Von unsern Kindern lasse ich alte gestrickte Wollsachen, wie Strümpfe, Halstücher, Jäckchen, welche nicht mehr zum Flicken sind, auftrennen, ein wenig Roßhaar und solche