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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Halbe Nußschalen ergeben auch sehr hübsche Karren und Wagen auf 2 oder 4 Rädern, die man aus Pappe schneidet und auf ein Zündholz steckt, welches man zuvor durch eingebrannte Löcher führt. Ein an der Spitze oder zwei seitlich angesiegelte Streichhölzer dienen als Deichsel oder Handgriffe zum Schieben.

Sehr amüsant für die liebe Jugend ist eine Nußklapper. In die Mitte der beiden Langseiten einer Schale macht man zwei kerbenartige Einschnitte, einen etwas größeren und tieferen auf einer der Spitzen. Nun windet man über die seitlichen Kerben ganz fest 2-3mal einen Faden um die Nutzschale herum und steckt ein Zündholz so hindurch, daß dessen eines Ende auf der einen Spitze aufliegt, während das andere sich über dem großen Einschnitt befindet. Nun windet man mit Hilfe des Zündholzes die überspannten Fäden über dem Kohlraum der Nuß ein paar Mal um sich selbst - drückt man jetzt das Hölzchen über dem großen Einschnitt nieder und läßt es fix wieder los, so schnellt das andere Ende auf die Spitze wieder zurück, wobei infolge der Höhlung der Nuß ein dumpfer Ton entsteht. Je schneller man mit den Fingern das Niederdrücken wiederholt, desto schneller folgen auch die Tone. Man kann füglich alle vier Finger arbeiten lassen, wie auf einer Klaviatur, und so durch richtige Abmessung eine richtige "Melodie" hervorbringen, die freilich stets nur eintönig bleibt.

Besonders großen Spaß erregen Karrikaturen. hierzu man ein Zündholz einerseits in eine Nußspitze, anderseits in eine große Korkscheibe schiebt. Nun malt man Augen, Nase und Mund, aufrecht, komisch gestellt und geformt, klebt mit Watte einen langen Schnurrbart, Kinnbart auf, ebenso gescheitelte oder gelockte Haare, event, setzt man noch einen Helm oder eine Kapuze aus Papier auf und der Räuberhauptmann, Chinese u. s. w. ist fertig.

Die Suppe.

Kürzer sind die Tage geworden, unfreundlich und kalt fährt der Wind über die Stoppeln, und bald wird winterliches Schneegestöber, vermischt mit Regen, die Luft erfüllen. In solchen Zeiten sehnt sich der Mensch nach seinem behaglichen warmen Heim, der im Sommer verachtete Ofen wird wieder der Sammelpunkt der Familie und mit dem Bedürfnis nach Erholung von außen, steigt auch das Erwärmen nach innen, und die Tassen heißen Tees tritt in ihre Rechte. Doch Tee und Kaffee sind nicht Jedermanns Sache, nach herzhafterem und Kräftigerem steht besonders des Mannes Begehr, der gezwungen ist, trotz der Unbillen der Witterung im Freien zu bleiben, um für die Seinen daheim das Brot zu verdienen, mag er nun draußen an seiner Arbeitsstätte der Erquickung und Erwärmung bedürfen, mag er durchfroren nach der Heimkehr darnach verlangen. Wer auch bei schlechtem Wetter im Walde, auf der Straße, am Bau oder auf dem Lande arbeiten muß, sucht bei solcher Veranlassung gerne im Schnaps den trügerischen Wärmespender, trügerisch, weil der Schnaps wohl für den Augenblick Wärme zu erzeugen vermag, aber auf Kosten der Körperkraft, die er in Wärme umsetzt, und so den Körper schwächt. Darum sollte auch der in Sturm und Regen hart arbeitende Mann sich endlich lossagen von diesem falschen Freunde, und er sollte den wahren Freund zu würdigen beginnen, der allein ihn ohne Schädigung auch nach seinem "Kräftiges" verlangenden Geschmack anzuregen und zu erwärmen vermag, nämlich die Suppe. Freilich hat die Suppe wenig Wert, wenn sie als Wassersuppe uns vorgesetzt wird, und auch die Fleischbrühe ist außer ein Träger der Wärme nur ein Reizmittel für den Magen, das den Appetit befördert. Die hier zu empfehlende Suppe ist allem die mit Körnerfrüchten, Reis, Gries, Sago, Mehl, Graupen, oder Hülsenfrüchten, Erbsen, Bohnen, Linsen, hergestellte, welche sehr hochwertige Nahrungsmittel enthält, dieselben in der dem Magen bekömmlichsten, weil feinverteilten Form darbietet und gleichzeitig die nachhaltige Erwärmung des erfrorenen Körpers bewirkt. Denn die Nährstoffe, die