Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

I
Erscheint wöchentlich. Abonnement jährlich Fr. 2.50; bei der Post bestellt 10 Cts. mehr; als Beilage zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts.
Verlag Th. Schröter, Obere Zäune 12, Zürich.
1904. 25. Dezember. Anhalt: Wasist ein Veit?  Was das Haus schädigt.  Ml die Küche.  Nu« unserem Leserkreise.  Hausmittel und Nezepte.  Weihnachts« Diners. - Kochrezepte.  Briefwechsel der Abonnenten unter sich.  Neuheit.  Literatur.  An die werten Leserinnen.  Reklame.  Inserate.
Mas ist ein Uelt?*)
Ein Bett sollte, die Lager- und Ruhestätte sein, in welchem jeder Mensch mit Gesundheit fast ein Drittel seiner Lebenszeit zubringen könnte. Deshalb sollten junge Eheleute bei Anschaffung der Aussteller diesem einen viel höheren Wert beimessen und ihr Geld anstatt an harte Möbel mit allem Firlefanz eher nur an tanncne Möbel mit richtigen Vettstücken ausgeben, als umgekehrt, wenn auf die Möbel wirklich Rücksicht genommen werden muß.
Wer besonders Zeit und Freude am schwierigen Abstauben der Bettlade hat, der mag sich eine Fayon auswählen mit altarähnlichen Fuß- und Kopfstück-Aufsätzen, sonst sind einfache Bettladen beim BettrüÜeu und in Krankheitsfällen praktischer.
Betreffend den Federn-Matratzen wird aus Unkenntnis bei richtiger Lieferimg  und dazu gehören: beste Gurten, grobe und genügend Federn, gut geschnürt und das gehörige Quantum genau erlesenes Seegras  recht viel über "hartes Liegen" geklagt' wenn die Matratzen nicht dazu auch noch "fest geheftet" sind, so müsseu die Federn und Ober-Matratzen jeder Art nur um so bälder wieder umgearbeitet werden. Viele behaupten, ein Unterbett sei weicher und wärmer als eine Ober-Matratze; es ist dies aber Gewohnheitssache und gibt eine Ober-Matratzc mit genügend Wollwattc auch warm.
Wie iu Bettladen und Matratzen alles Mögliche geboten und geleistet wird, so nicht minder in Bettstücken selbst und gewiß recht viele würden sich genieren, wenn sie wüßten, auf was sie schlafen müßten. So werden vielfach wohlfeile, flaumlo^ Federn offeriert, die weder gewaschen, uoch gedämpft
*) Wir gewähren diesem fachlich geschriebenen Artikel gern Aufnahme, da bei der Bedeutung des Gegenstandes unsere werten Leserinnen Interesse dafür bekunden dürften. Der Verfasser Jacques Botzhard Hinweil ist gern erbötig, fernere Wegleitung bei Anschaffungen zu geben.
gedörrt, auch nicht gereinigt sind, ja solche, welche nicht einmal richtig zu reinigen möglich sind, seien es Hühnerfedern oder andre wilde Federn mit halbleeren Kielen, überhaupt eine Ware, die beim täglichen Gebrauch in sich selbst zugrunde geht.
Es ist nicht gleichgültig, was man sich in Ober-Matratzeu und Vettstücken einpacken läßt. Wie das feinste haar nicht wächst ohne eine Haarwurzel, so gedeiht auch das leichteste Federchen nicht ohne den nötigen Saft im Kiel, und dieser Saft muß und kann nur mit Dampf getötet werden.
Weil aber nur ein leichtes, mit wenig Pfunden genügend gefülltes Bettstück Wert hat, so braucht es dazu eben nur bessere, flaumige Federn, nicht aber etwa "entflaumte" Federn, wie solche oft noch verwendet werden. Dabei sehe man überdies auf weihe Federn, da die weißen besser zu reinigen sind als die farbigen. '
Die beste Füllfeder ist diejenige mit nach hinten gebogenem vollflaumigem Kiel und breitem rundlichem End; schmale, längliche Federn sind minderwertig, wenn dieselben sonst noch so schön sind.
Alle ist
ungenügend; diese dient mehr nur zum ersten oberflächlichen Entstauben uud teilweisen Sortieren.
Alles was überhaupt nicht zu den Federn, hauptsächlich nicht zu den besseren Federn und Flaum gehört, wie z. B. Federn mit zu groben Kielen, gerade, auf die Seite gewachsene, halbbartlose, wilde, gebrochene Federn, ebeuso Schleiß und daun das schlimmste  kleinere und größere Flügelteile (uoch mit fleischigen Stellen behaftet), Schnüre und Bändel. Baumwoll-, Woll- und Seiden-Fäden, Frauenhaare und Strohteile  sie alle erzeugen Federkugelu und Büschel und müssen einfach bei der so nötigen Nachreinigung vom Bettenmacher ganz genau von Hand herausgelesen und entfernt werden.