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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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angenommen und ist das Zeugnis ein gutes. Ich selbst habe meine Versuche zufällig im Fach kompetenten Damen in der Weise vorgelegt, daß wir nicht nur darüber sprachen, sondern indem ich ihnen wiederholt solche, allerdings sorgfältig gekochte Suppen zum eigenen prüfenden Genuß anbot, da ich sie gerade als Gäste bei mir hatte. Ihr Befund stimmte mit dem meinigen überein.
Die entfeuchteten Nahrungsmittel sind meines Erachtens etwa gleichwertig mit den, ebenfalls seit neuerer Zeit in den Handel kommenden "Schottischen Hafergrützen und Hafermehlen", ehe ich diese kannte benutzte ich jene.
Davon kostet die schottische Grütze per Kg. 70 Rp. - 5 Rp. mehr und das schottische Mehl per Kg. 90 Rp. ^ 25 Rp. mehr. Es ist angenehm, daß die Preise der entfeuchteten Produkte einheitlich sind, was Kostenberechnungen recht erleichtert. Ihre ganz besondere Eigenart besteht nun darin, daß sie eigentlich schon einmal vorgequellt sind. Ein großer Ofen mit verschiedenen Wärmegraden unterzieht die an sich verschiedene Wärme beanspruchenden, rohen Produkte einer ganz eigenartigen Vorbereitung, ehe sie überhaupt in den Handel kommen. Dadurch erreicht der Fabrikant ungefähr dasselbe, was die Bauersfrau mit ihrer sechsstündigen Zubereitung im Backofen selbst bewerkstelligte.
----------- (Schluß folgt.)
Uom Ursprung der Gemüse.
Von Dr. Berthold Kuhnert.
(Nachdruck verboten.) (Schluß.)
Eine ansehnliche Zahl unserer Gemüsepflanzen sind in den um das Mittelmeer gelegenen Ländern heimatberechtigt. Indes folgt daraus nicht, daß den Römern das Verdienst des ersten Anbaues gebührt, vielmehr haben diese gewiß den Unterricht älterer Kulturvölker genossen. Dies ist bei mehreren Pflanzen, z. B. bei dem Porree, der bei den Aegyptern in göttlichem Ansehen stand und von den Juden und Griechen verehrt wurde, vollkommen erwiesen. Wer Mangold, die Stammpflanze der Runkelrübe und roten Rübe, wächst wild am Seestrand Griechenlands und wurde schon von den alten Hellenen gepflegt. Der Sellerie, als Wildling eine bittere, ungenießbare Meerstrandpflanze, die  wie ihr Name andeutet  den salzigen Boden liebt, wurde von den Griechen, die den Genuß desselben für glückbringend hielten, in Zucht genommen. Die Artischocke ist eine im südlichen Europa wild wachsende Distel. Der Spargel, der nunmehr bei uns als verwildert betrachtet werden darf, ist eine Ufer- und Strandpflanze des südlichen Europa; die Pe-
tersilie wächst wild in den mazedonischen Gebirgen und war schon bei den Alten geschätzt. Auch andere Gewürzkräuter, wie der Majoran, das Bohnenkraut, der Feschef und Dill wachsen um das Mittelländische Meer wild. Die Skorzonere, die jetzt nur selten in deutschen Gärten gehegt wird, stammt ebenfalls aus Südeuropa; der Meerrettig hat seinen Ursitz im südlichen Rußland, der gemeine Rettig kommt wild in Südeuropa vor.
Neben den genannten Küchengewächsen enthalten unsere Gärten eine Reihe anderer, die nicht auf der italienischen und griechischen Halbinsel, sondern in weiter nach Osten gelegenen Ländern ihre Heimai haben, aber größtenteils schon von den Römern gepflegt wurden. Den Griechen und Römern unbekannt war der wahrscheinlich in Persien heimische Spinat, der seit undenklichen Zeiten auch in Gärten gebaut wird; durch welche Vermittelung er nach Europa gekommen, ist unbekannt. Die Schalotten-Zwiebel, die nach der syrischen Stadt Askalon bekannt ist, soll in den Kreuzzügen nach Europa gebracht worden sein.
Die übrigen nun zu nennenden östlichen Gemüse- und Gewürzpflanzen, von denen einzelne nunmehr auch im freien Felde gebaut werden, hatten sich schon die Römer angeeignet.
Die Hülsenfrüchte, die wir genießen, sind fämtlich Kinder des Ostens. Die Buff-bohne, ursprünglich wohl am kaspischen Meere zu hause, wurde schon von den alten Israe-liten gebaut und von Griechen und Römern sehr wertgeschätzt; bei den ersteren wurde sogar ein besonderer Vohnengott, namens Kyanetes, in einem Tempel verehrt, und in Athen mit "Bohnenfesten" verherrlicht. Bei den Aegyptern dagegen galt diese Bohne für unrein, und wohl infolge dieses Aberglaubens wurde sie von den Pythagoräern verboten. Die Schminkbohne, hier und da arabische Bohne genannt, stammt nach einigen Angaben aus dem westlichen Asien, nach anderen aus Ostindien, ihre Empfindlichkeit gegen die Kälte macht die letztere Annahme zur wahrscheinlichsten. Die Linse wächst wild am Kaukasus, und findet sich als Kulturpflanze bei den alten Aegyptern, Israe-liten und Griechen; bei uns wird sie fast nur in freiem Feld angebaut. Auch die Erbse scheint in der Umgegend des Schwarzen Meeres ursprünglich zu hause zu sein, auf der Halbinsel Krim soll sie noch wild vorkommen; ihre Kältescheu dürfte eher für eine wärmere Heimat, vielleicht Indien, sprechen. Sie wurde von Griechen und Römern gepflegt und muß, da sie in der uralten Sanskrit-Sprache einen Namen hat, in Indien seit unvordenklicher Zeit die Pflege des Menschen genossen haben.