Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

- 195 -
Nenjahrswunsch für die liebe Ntutter.
(Bei Ueberreichung eines Geschenkes.)
O liebe Mutter, nehmt dies Zeichen Als Dank für Eure Gaben dar. Noch wenig konnte ich Euch heben Für das, was Ihr mir schon getan. Und heut', am ersten Iahresmorgen Leg' ich Euch meine Wünsche dar: Der Herr bewahr vor schweren Sorgen Euch in dem neuen Lebensjahr. Gott schenke Euch Gesundheit, Kräfte, Zufriedenheit und frohen Mut; Er segne Eure Hausgeschäfte Und geb' Euch einst das größte Gut: Des Himmels Ruh' und Seligfeit Nach dieser kurzen Lebenszeit.
Kermischtes.
Christbaumschmuck. Stern ketten. Unsern
Christbaum schmusen jedes Jahr Ketten aus kleinen, goldenen Sternchen, die wir selbst schneiden und so aneinanderreihen, daß sie einzeln nebeneinanderstehen. Wir schneiden die Sternchen mit sieben Strahlenspitzen aus Pappe, die mit Goldpapier überklebt wird, und bohren in die zwei zu verbindenden Spitzen feine Löcher mit einer Packnadel und hängen die Sternchen mit feinem Blumen-draht lose aneinander. Unsere Ketten sind so lang, daß iede von der Spitze eines recht großen, übermannshohen Baumes bis in die untersten Zweige reicht. Vier davon pflegen wir gewöhnlich zu benutzen. Auch einzelne Goldsternchen machen sich in dem dunklen Grün sehr schön. Sonst schmücken unsern Baum nur goldene Kugeln, Nüsse, Schneeflocken und Engelshaar. Die Kinder haben das Naschwerk lieber auf ihrem Teller. Ein solcher Baum ist vor allem ein Symbol des gnodenverheißenden Sternes von Bethlehem, das wir einfach und würdig, sonst nur verschwenderisch mit Wachskerzen schmücken.
Marielis.
Dörrtomaten. Uns wird mitgeteilt, daß die Tomaten, die sich nicht zum Einmachen eignen und falls man Marmelade genug hat, sich leicht dörren und dann als gute Suppenzutat verwenden lassen. Man legt sie auf mit Papier bedeckte Bleche und schiebt sie in den ausgekühlten Bratofen. Ein Blatt Seidenpapier ist überzudecken, falls die Oberhitze zu stark ist. Sind die Früchte zur Größe von Hagebutten ver-
schrumpft und ganz trocken, schüttet man sie wie Backobst in Tönnchen oder Säcke und verwendet sie gelegentlich. L. Z.
Kummer.
(Nachdruck verboten.)
Vorbereitungen: Wenn die Zeit der Krebse vorüber ist, tritt der Summer in seine Rechte. Die beste Art des Abkochens lebender Hummer ist folgende:
Die männlichen Hummern, die man an dem schmaleren Schweif erkennt, sind im Geschmack feiner als die Weibchen, doch geben diese die Eier, die. zu Bummerbutter und Verzierungen anderer Hummergerichte gut zu verwerten sind; aus diesem Grunde werden die weiblichen Hummern häufig für die Küche bevorzugt.  Man wäscht und bürstet den lebenden Hummer mit einer Wurzelbürste in klarem, kaltem Wasser und steckt ihn dann, indem man ihn am Schwanz packt, mit dem Kopf in brausend siedendes Wasser; das Tier wird dadurch sofort getötet. Wenn man das Wasser, in das die Hummern eingelegt werden, erst langsam zum Sieden bringt, würde man sich einer grausamen Tierquälerei schuldig machen. Nachdem der Hummer getötet, ist es sehr ratsam, die hinten unter dem Schwanz befindliche Oeffnung mit einem Holzpflöckchen zu verschließen; es dringt dann weniger Wasser in die Schale und die Feinheit des Geschmacks bleibt ungeschmälert. Nun erst wirft man das Tier in den Topf, deckt ihn zu und läßt den Hummer je nach Größe 15 bis 30 Minuten kochen.  Es rst auch gut, ein Bündel Petersilie bis zu 7 Minuten in dem kochenden Wasser mit abzu-wällen, ein Stückchen Butter, eine Cayenne-pfefferschote und eine Hand voll Kümmelkörner und Salz hinzuzufügen. In Frankreich ist es üblich, ein vollständiges Suppen-wurzelwerk mit in den Hummertopf zu legen.
Ist der Hummer gar, so schreckt man sein Wasser mit kaltem Wasser ab und hebt ihn erst, wenn er kalt geworden ist, heraus. Sollen die Hummern warm serviert werden, so wird die Brühe natürlich nicht abgeschreckt. Die Hummern sind, wenn sie noch heiß sind, mit dem Hackbeil zu zerteilen. Will man den Hummer kklt verwenden, so sind die Schalen nach dem Erkalten mit feinem Oel zu bestreichen, sie erhalten dadurch Glanz. Dann spaltet man ihn, bricht die Scheren auf und legt ihn auf die mit Iitronenvierteln, Petersilie, harten Eiern 2c. garnierte Schüssel und serviert dazu Remulade und frische Butter.
Maria Lorenz.