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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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XV. Vand. Wv. 11.
Erscheint wöcheMch. Abonnement halbjährlich Fr. 1.25; bei der Poft bestellt 10 Cts. mehr; als Beilage zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Ctö Redaktion: Frau Eltse Schröter. Verlag von Erhard Richter, Zürich I, Seidengasse 10.
1905. 10. Sept. Inhalt: Friedensklänge fürs Gheleben.  Wie die Augen zu behandeln sind.  Der Wasch- und Toilettentisch.  Gefahren deS Eisgenusses. Gesundheitspflege.  Wäsche.  Handarbeit. -Hausmittel und Rezepte.  Kochrezepte  Briefwechsel der Abonnenten unter sich.  Inserate.
Iriedensklänge fürs Oheleven.
Wir waren schon viele Jahre verheiratet. Um den bescheidenen Einnahmen meines Mannes etwas nachzuhelfen, hatten wir gewöhnlich zu unserer eigenen Kinderschar eine Anzahl fremder Kinder, dazu uur eine Magd, so hieß es sich tummeln, von früh bis spät, aber wir waren so glücklich, wir wir hätten mit keinem Menschen getauscht, denn bei aller Arbeit waren Liebe und Frieden unsere Begleiter.
Eines Tages kam eiue Braut zu uns, um einen längeren Landaufenthalt zu macheu. Sogenannte vornehme Stadtbesuche waren mir immer etwas unheimlich, denn es ging sehr einfach zu bei uns, allein das Bräutchen schien sich sehr behaglich zu fühlen, und eines Tages überraschte sie mich mit der Frage: Was machen Sie eigentlich, daß Sie immer so glücklich sind. "Ja Kind, da mache ich nichts besonderes, mein Mann und ich lieben uns eben." "Ja, Sie müssen doch so eine Art Zauberformel haben, ich kann mir meine zukünftige Ehe nicht so vorstellen; Emil und ich habe in vielem so ganz verschiedene Ansichten und sie harmonieren in Allem." Ich sah, daß es dem jungen Ding ganz ängstlich zu Mut war, und darum setzte ich ihr die Grundsätze auseinander, mit denen ich vor 15 Jahre in die Ehe getreten war.
Die erste Bedingung: der Mann soll das Haupt der Familie sein, d. h. in erster Linie werden seine Wünsche berücksichtigt, von mir, von den Kindern, von den Dienstboten. Ich beginne gleich bei den Mahlzeiten. Mein Mann und ich hatten ganz anderen Geschmack, er wuchs auf dem Land auf, liebl gesunde, aber etwas derbe Kost und vor allem konnte er keine Gewürze und künstliche Zutaten leiden, mir, mit meinem etwas verfeinerten .Stadtgeschmack schien es ganz unmöglich, ohne Gewürze, ohne Zwie-
beln, Knoblauch 2c. 2c. zu kochen, doch schon am ersten Morgen erklärte ich meiner Magd: der Herr liebt es so nnd so, also machen Sie es so, und bis sie sich daran gewöhnt hatte, überwachte ich jede Speise, damit nichts eingeschmuggelt wurde. "Ja, durften Sie denn nie etwas kochen, was Sie gerne mochten?" "Gewiß durfte ich es, aber, liebe Anna, mehr Freude als ein Lieblingsgericht wird es Dir sein, wenn Dein Emil, der hungrig aus dem Geschäft nach Hause kommt, sich mit Lust und Appetit zu Tisch setzt und lobend die nach seinem Wunsch bereiteten Speisen genießt."
Der zweite Punkt ist: richte Deinen Haushalt so ein, daß, wenn der Mann aus dem Geschäft nach Hause kommt, der Tisch gedeckt und das Essen vollständig fertig ist. Ich meine das so: wenn Du die Wohnstube zugleich als Eßzimmer benutzen mußt, und Dein Mann um 12 Uhr nach Hause kommt, dann lege schon V2I2 Nhr Deine Arbeit bei Seite, halte die Kinder an, ihr Spielzeug einzuräumen, lüfte das Zimmer, decke den Tisch so ordentlich und nett, als es deine Verhältnisse erlanben, nicht nnr die Sachen so hinstellen, sondern alles so gefällig, als ob Du einen lieben Gast erwartest; es soll nie vorkommen, daß Du vom Essen weglaufen mußt, um etwas Vergessenes zu holen; ist alles in Ordnung, wirf schnell noch einen Blick in die Küche, und kommt dann dein lieber Mann, so gehe Du und die Kinder ihm entgegen, (nicht einfach stillsitzen), bewillkommne ihn so freudig, daß er es fühlen muß, alle freuen sich, wenn ich heimkomme. Nichts ist ungemütlicher für den Mann, als das Hasten und Herumschießen, wenn er heimkommt, da stolpert er über ein Spielzeug, dort liegt eine Arbeit herum, kein Tisch ist gedeckt, aus der Küche riechts nach angebratenen Speisen, die Frau hat keine Zeit, den Mann zu begrüßen, sie ist nicht einmal ordentlich angezogen, ja, wo in aller Welt soll