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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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denn da ein gemütliches Zusammenleben möglich sein? Manchmal möchte man aber gerne noch eine angefangene Arbeit fertig machen, wirft Anna ein, oder man verspätet sich bei einem Besuch, oder man hat Waschtag 2c. 2c. "Nun, da sollst Du eben denken: Der Mann ist die Hauptperson, alles andere sind Nebensachen." Die angefangene Arbeit kannst Du am Nachmittag fertig machen, am Waschtag stehst Du etwas früher auf, und Besuche machen und empfangen, das mußt Du Dir abgewöhnen, . wenn Du kleine Kinder hast und nur ein Mädchen. "Und ich soll meinem Mann zu lieb nicht mehr zu meinen Freundinnen gehen, nicht mehr Musik treiben, nicht malen 2c. 2c.?" Das kommt auf die Verhältnisse an, wenn Du keine Pflichten dabei versäumst, wenn weder Mann, noch Kinder, noch das Hauswesen darunter leidet, wird Dein Mann nichts dagegen haben, jedoch liegt es auf der Hand, daß die Freundinnen zurücktreten müssen, daß Musik und Malerei nur als Erholung, nicht mehr als Studium betrieben werden können. Doch das sind alles Fragen, die lösen sich von selbst, wenn Du Deinen Mann liebst; wenn Du nur immer festhältst an dem Grundsatz: zuerst der Mann und die Kinder.
"Man lehrt uns immer, wir feien gleichberechtigt, wie der Mann, wir sollen uns unabhängig stellen." "Gewiß, Ihr sollt auf irgend einem Gebiet euch fo gründlich ausbilden, daß Ihr auch ohne männliche Stütze Euch ehrlich durch's Leben bringen könnt; nichts ist entwürdigernd, als wenn ein junges Mädchen sich dem ersten besten Mann an den Hals wirft, nur um eine Versorgung zu haben. Wenn Ihr aber aus inniger Liebe geheiratet habt, wenn Ihr unbegrenztes Zutrauen Zu einander habt, dann werden Worte wie: "unabhängig, selbständig, gleichberechtigt" ausgestrichen aus Eurem Wörterbuch; wie natürlich ist es doch, wenn in einer glücklichen Ehe die Frau die Autorität des Mannes nicht als Druck, sondern als Erleichterung empfindet, wie willig und gern legt sie die großen Existenzsorgen auf feine Schultern und freut fich, wenn Sie die kleinen Nadelstiche und Nörgeleien des Alltagslebens ihm abnehmen kann. Tritt dann der traurige Fall ein, daß Dein Mann durch Krankheit arbeitsunfähig wird, oder der Tod ihn Dir von der Seite reißt, dann bist Du froh und dankbar, daß Du zur Selbständigkeit erzogen wurdest
"Hatten Sie denn nie andere Ansichten als Ihr Mann, man kann doch nicht immer zu allem ja und Amen sagen." Wie ängstlich wartete mein liebes Bräutchen auf Antwort. "Ich will Dir ein Beispiel er-
zählen: Als die Kinder klein waren, 12 Jahre, so wollte mein lieber Mann durchaus nicht, daß sie mit uns am Tisch ge-spiesen wurden, das kostete mich im Stillen manchen Seufzer, doch ich achtete seine Gründe, ich speiste die Kleinen vorher, dann schliefen fie, bis der Vater wieder ins Geschäft muhte, so hatten wir Ruhe bei Tisch, konnten gemütlich allerlei miteinander besprechen, und ich sah ein, wie Recht mein lieber Mann hatte."
______ (Schluß folgt.)
Me die Augen zu behandeln sind.
Bon A. Etmer.
(Nachdruck verboten.)
Das Auge ist eines der zartesten Organe des menschlichen Körpers und wird doch, neben dem Magen, am meisten mißbraucht. Schon ganz frühzeitig lernen wir in der Schule, daß wir die Augen nicht durch Lesen und Arbeiten in der Dämmerung überanstrengen dürfen, und doch geschieht das in 10 Fällen 9 mal, und später lamentiert der Betreffende über sein geschwächtes Sehvermögen. Den Augen sollte schon von früh-auf jede Sorgfalt zugewendet werden. Eo dürfen z. B. die Säuglinge nie in das grelle, ihr zartes Geficht treffende Sonnenlicht ge tragen oder gefahren werden, fondern es müssen stets Schutzvorrichtungen dagegen vorhanden sein. So wohltätig den Kleinen das Verweilen im Sonnenscheine ist, so dürfen sie ihm nicht direkt für längere Zeit ausgesetzt sein. Ein auf der Erde liegendes weißes Tuch oder Stück Papier kann ihnen schon schädlich wirken. Es ist außerordentlich wünschenswert und vorteilhaft, wenn bei Schulkindern während der Unterrichtsstunden das Licht nicht ihr Gesicht bestrahlt, sondern von der linken Seite oder über ihren Rücken hinweg in die Schulstube fällt. Tatsache ist es, daß in der Gegenwart eine größere Reihe Erwachsener und sogar schon Kinder Brillen tragen müssen, als es früher der Fall war. Kommt das nun daher, daß schwache Augen vererbt werden, oder achtet man in der jetzigen, schnelllebigen Zeit, trotz aller Errungenschaften des Wissens und Könnens nicht genugsam auf die mancherlei schädigenden Einflüsse? Eine Nmschau im näheren und weiteren Kreise zeigt ost-mals traurige Vernachlässigung der doch so äußerst wichtigen Sehkraft. Die meisten Menschen sträuben sich gegen das Tragen von Brillen, bis es schon beinahe zu shät zur weiteren Erhaltung des Augenlichtes geworden ist und haben sich die durch ihre Eitelkeit oder auch Nachlässigkeit verursachten bösen Folgen dann selbst zuzuschreiben. Wir geben hier einige ebenso einfache, wie