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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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Erscheint wöchelülich. Abonnement halbjährlich Fr. 1.25; bei der Post bestellt 10 Cts. mehr; als Beilage zum "Schweiz. Familien-Wochenblatt" gratis. Inserate die kleine Zeile 25 Cts. Redaktion: Frau Eltse Schröter. Verlag von Erhard Richter, Zürich I, Seidengasse 10.
1905. 15. Okt. Inhalt: Unsere Ginkäufe für Küche und Vorratskammer.  Historisches vom Muff. Für« Haus.  Der dänische Gterhandel.  Gesundheitspflege  Vermischtes. Kochrezepte.  Briefwechsel der Abonnenten unter sich.  Inserate.
< Ansere Oinkaufe für Aüche und Morratskammer.
tNa«drulk »erbaten.)
Vorteilhaft einzukaufen, ohne sich übervorteilen zu lassen> wird oft jungen, unerfahrenen hausmütterchen schwer. Und dennoch hängt davon in gewissem Sinue der Wohlstand des Hauses ab; es kann bei schlechten Emkäufen, gleichviel ob sie aus Unerfahrenheit oder Leichtsinn gemacht sind, sehr viel eingebüßt werden, uud audererseits wieder wird die überlegte, erwägende und kluge Hausfrau gar Vieles einsparen, wenn sie sich gewisse Dinge einprägt, die genau beobachtet werden müssen, um vorteilhaft einzukaufen.
Beginnen wir beim Metzger, so darf als Allgemeinregel gelten, daß gutes Ochsenfleisch dunkelrot und mit weißem Fett durchwachsen ist; Kuhfleisch ist langfaserig, hat gelbes Fett, täuscht jedoch oft durch seine dunkelrote Farbe. Stierfleisch ist meistens mager uud faserig und zu juuge Tiere, sogenannte Rinder, haben hellrotes Fleisch und eignen sich eher als Brat- denu als Suppenfleisch. Geht die Färbung des Fleisches ins Schwärzliche über, oder ist es weich, schlaft und starkfaserig, kanu man auuehmen, daß das betreffende Tier nicht gesund war. Gutes Schweinefleisch ist Hellrosa und das ^^^ fest, weiß uud klar; es darf nicht weißlich, weich oder zu sehr von Fettfasern durchfetzt sein; Hammelfleisch soll duukelrot, fest und das FettIehr weiß sein. Kalbfleisch soll ganz hellrUa sein; aUzujunge Tiere siud zu weich, zu fest gemästete, wie man sie in Bayern vielfach liebt, sind im Geschmack etwas derb und durch den Fettansatz nicht mehr so feitt.
DaZ geräucherte Fleisch muh rot und mürbe,/ ja nicht ausgetrocknet und faserig sein;Hß muß angenehm-kräftig nach Rauch ricchcH, doch ja nicht ranzig oder schimmelig. Mhwemeschmalz sollte man stets selbst auslasseu, weil nur so die Garantie für Reinheit gegeben ist.
Gute Butter soll eine schöne, gleichmäßige,
nicht zu scharfgelbe Farbe haben und zwischen den Fingern verrieben, sich weder schmierig noch körnig anfühlen, sondern leicht Hergehen und beim Zerdrücken dürfen sich keine Wassertropfen zeigen. Am zuverlässigsten ist es imnn'r, die Butter zu kosten, indem man sie bei geschlosseneM Munde laugsam auf dl?r Junge zergehen läßt.
Beim Eiereinkauf zu Vorratszwecken lege man die Eier, ehe man sie verwahrt in eine leichte Salzlösung; frische Eier sinken schnell unter, während verdorbene obenauf schwimmen. Wer es möglich machen kann, der sollte die Eier direkt vom Lande beziehen, da bei Händlern keine Garantie für absolute Frische geboten ist und jetzt vielfach aus Rußland und Chiua eingeführt werden sollen. Ich kann mir nicht denken, daß der Seeweg günstig auf-den Geschmack einwirken kann.
Wer den Kartoffelvorrat einlegen will, tue es nie, ohne vorherige Probe. Als alte Regel gilt, daß rauhWalige Kartoffeln besser im Geschmack Und mehlreicher sind, als solche mit dünnen, glatten Schalen. Je tiefere Grübchen die Kartoffeln zeigen, desto ausgereifter und gesunder sollen sie seiu; fleckige und warzige Früchte sollte man nie kaufen; Kartoffeln aus sandigen Gegenden sind beliebter als Früchte aus lehmigem, schweren Boden. In feuchten Kelleru faulen die Kartoffeln leicht; man gebe ihnen dann zum Lagern eine Unterlage von trockenem. Sand.
Das Einkaufen von Geflügel ist immer eine schwierig/ Sache und die Erfahrung wird hier, wie in so vielen andereu Dingen, wohl stets die beste LehrMisterm bleiben. Hauptsache bleibt, daß män nicht vorschnell kauft, sondern mit Aufmerksamkeit wählt .Wenn man Gänse lebend einkauft (man zieht die Gans stet? dem Gänserich vor) beachte man, daß das weibliche Tier einen kürzeren, schlankeren hals und kürzere Beine hat. Nur junge (jährige) Tiere sind schmackhaft und man er-kennt sie daran, daß sie einen hellrotgelben Schnabel haben und die Luftröhre fich leicht