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Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus

Autorenkollektiv, Verlag von Th. Schröter, 1903-1905

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so sollten sie in keinem Falle unterlassen werden, wo die Gefahr der Weiterverbreitung in erheblichem Maße besteht, also besonders da, wo eine Anhäufung von Kindern stattfindet, also in Pensionaten, Krippen, Kleinkinderschulen, Waisenhäusern usw. Je kleiner die Kinder sind, desto größer ist die Gefahr der Weiterverschleppung und desto notwendiger die Vornahme der prophylaktischen Impfungen. Glänzende Erfolge hat man mit denselben in der Heidelberger Universitätskinderklinik gehabt. Diese werden, wie Dr. Ibrahim berichtet, seit 10 Jahren daselbst angewendet und nur in einem einzigen Falle ist eine weitere Ansteckung erfolgt, hausepide-mien, die früher infolge Einschleppung sehr häufig waren, sind alle im Keime erstickt worden. Es werden alle Geschwister ,)er Kinder, welche diphtheriekrank in die Anstalt kommen, geimpft, fofern sie noch sehr klein sind. Keines derselben erkrankte. Auch wenn ma-sern- oder scharlachkranke Kinder an Diphtherie erkrankten, wurden die übrigen Kinder geimpft mit dem Erfolge, daß weitere Ansteckungen verhütet wurden. Dr. Ibrahim wünscht, daß die prophylaktischen Impfungen namentlich in der Kassen- und Armenpraris recht zahlreich vorgenommen werden, denn diese stehen den Kassen- und Armenbehörden billiger, als wenn sie nachher die Kosten eines mehrwöchentlichen Krankenlagers zu tragen haben.
Kranke Kartoffeln.
In vorwiegend trockenen Jahrgängen, wo ich bei der Kartoffelernte sehr wenig oder ozusagen gar keine kranken Kartoffeln vorbanden, kam es doch häufig vor, daß die Kartoffelkrankheit erst ausbrach, wenn die Kartoffeln schon einige Zeit im Aufbewahrungsraum aufgeschüttet waren. Entweder lag der Krankheitskeim schon in den Kartoffeln, die Krankheit selbst 'konnte aber beim Auflesen und Sortieren noch nicht wahrgenommen werden, oder es wurden unachtsamerweise bereits erkrankte Kartoffeln zu den gesunden gebracht oder im gleichen Raume aufbewahrt. Der Krankheitskeim kann aber auch erst im Keller in die Kartoffeln gelegt worden sein, durch Einbringen der Kartoffeln in nassem Zustande, durch stark beschädigte, angehackte Kartoffeln, welche mit den ganzen und gesunden aufbewahrt wurden, und endlich durch Aufbewahrung in feuchten, schlecht gelüfteten Kellern, wo die durch Schwitzen naß gewordenen Kartoffeln nicht gehörig trocknen können. Werden alfo die Kartoffeln möglichst nur bei trockenem Wetter geerntet, läßt man fie vor dem Einkellern zuerst einige Stunden auf dem Felde oder an der Luft zum Ausdünsten liegen, durch leichte Bedeckung geschützt
vor den grellen Sonnenstrahlen, sondert man dann die kranken, krankheitsverdächtigen und beschädigten Kartoffeln gut von den gesundeil ab, bringt zu Kaufe die Kartoffeln nicht» auf den bloßen Kellerboden, sondern auf eine 13 bis 15 Zentimeter hohe Pritsche, so daß die Luft unten durchziehen und auch zu den Kartoffeln hinaufdringen kann, so wird man viel weniger Ursache haben, über das Krankwerden der Kartoffeln im Keller sich zu beklagen, zumal auch sonst für zweckmäßige Kellerlüftung gesorgt wird.
Die Urheber der Kartoffelkrankheit sind Pilze und Bakterien. Selbst bei weit vorgeschrittener Krankheit unterscheidet man noch ein Stadium der Trockensäule und danach jenes der Naßfäule. Bei ersterer bildet das Fleifch der Kartoffeln eine zähe, lederige Masse, welche bei der Naßfäule wässeriger, stinkender Zersetzung und Auflösung entgegengeht. Da die Krankheit im hohen Grade ansteckend ist, sollen erkrankte oder krankheitsverdächtige Kartoffeln bei der Ernte sofort von den gefunden abgefordert, im abgesonderten Raume aufbewahrt und sogleich nach der Ernte gewaschen, getrocknet und die besseren noch zu Schweinefutter verarbeitet werden. Nach pratt. Landw. Magdeburg.
Jür die Mche.
Die Kerne der Hagebutten, welche beim
Einmachen der Marmelade abfallen, sind zu waschen und zu trocknen. Sie geben einen vorzüglichen Tee, der einen vanillenartigen Geschmack hat und gern getrunken wird, den chinesischen Tee also vollständig ersetzen kann. Vorteilhaft ist, wenn die Kerne lang kochen können, weil der Tee hierdurch wohlschmeckender wird.
Anfbewahrung von Aepfeln. Aepfel und
andere Früchte halten fich lange frisch, wenn man sie, so daß sie sich nicht berühren, zwischen trockenes Gipsmehl packt.
"Bäcker- und Konditorzeitung."
Aepfel und Birnen vor Fäulnis zu schützen.
Diese müssen vor der Lagerung erst ausschwitzen; dann werden sie sorgfältig ausgelesen, da kein beschädigtes Stück zur Aufbewahrung gelangen darf. Die Keller sollen kühl und trocken sein; für reinen Luftzuzug ist zu forgen, Frost darf aber nicht heremschla-gen. Ebenso ist es mit den nicht heizbaren Kammern. Die Aepfel und Birnen kommen auf Stroh oder sogenannte Hürden zu liegen. Während des starken Frostes gelangen leichte Strohmatten zur Auflegung. In Pausen von 10 zu 10 Tagen sind die Vorräte durchzusehen, alles was nicht mehr völlig gesund ist,