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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Achtermann

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Achtermann.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Achenbach'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

Großherzogs von Oldenburg), der Fischmarkt in Ostende, Einfahrt in einen Hafen, Vlissingen und unzählige andre, die eine fast unbegreifliche Produktivität bekunden. Mit Erfolg versuchte er sich auch in der Aquarellmalerei, im Lithographieren und Radieren und übte auf die ihn umgebenden Künstler stets den anregendsten Einfluß namentlich in Bezug auf die formale Seite der Kunst. Durch zahlreiche Medaillen u. Orden geschmückt, ist er Mitglied der Akademien von Berlin und Antwerpen.

2) Oswald, Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1827 zu Düsseldorf, Bruder des vorigen, erlernte als Zögling der dortigen Akademie von 1839-41 die Zeichenkunst und Perspektive und wurde dann in der Malerei der Schüler seines Bruders, dessen Unterricht durch vielfache Reisen ins bayrische Gebirge, in die Schweiz und nach Italien sehr gefördert wurde. Aber schon bei den ersten Versuchen in der Landschaft zeigte es sich, daß der Schüler für die realistische Richtung seines Lehrers nicht geschaffen war, sondern in der idealisierten Auffassung der Natur die Mittel zur Verwirklichung seiner poetischen Anschauungen fand. Diesen Weg schlug er mit so großem Erfolg ein, daß er nach Ablauf eines Decenniums für einen ausgezeichneten Meister in Farben- und Lichtwirkung galt. Schon in seinen ersten Bildern spielte die Beleuchtung ein große Rolle; bald ist es schwüle Gewitterluft, bald ein warmer Abend, ein Sonnenuntergang, ein Mondschein, der Mittel- und Hintergrund in zarten Duft hüllt, während der freilich oft etwas flüchtig behandelte Vordergrund das Auge fesselt. Das Einzige, was ihm auch jetzt noch manchmal wenig gelingt, ist die Klarheit und Durchsichtigkeit der Meeresfläche. Bereits damals, wie noch bis auf den heutigen Tag, wählte er die Motive zu seinen Darstellungen aus dem von ihm zuerst 1850 und 1851 und später wiederholt bereisten Italien, namentlich aus der römischen Campagna, aus den Villen der Umgegend Roms, den Wald- und Klostergärten Mittelitaliens und Neapels. Diese letztere Stadt ist es, die er mit ihren nahen und fernen Umgebungen in fast ↔ unzähligen größern und kleinern Bildern darstellt, von denen manche auch ziemlich dekorativ gehalten sind oder auf einen pikanten Reiz ausgehen, den er durch das Doppellicht des Mondes und der Fackeln oder Kerzen oder durch interessante Volksscenen hervorzubringen sucht. Dabei fehlt es ihm gewöhnlich an Charakteristik des Einzelnen und an scharfer, detaillierter Zeichnung und Ausführung, aber selten an poetischer Gesamtwirkung. Unter seinen Bildern, die nicht an Zahl, aber an Mannigfaltigkeit des Inhalts denen seines Bruders nachstehen, heben wir nur einige der bedeutendsten hervor: große Parklandschaft, Motiv aus der Villa Chigi bei Ariccia (1851), große italienische Abendlandschaft im Charakter von Ariccia mit dem Einzug eines Kardinals in die Stadt (1853), die sogen. Gallerie von Albano mit der Ansicht von Castel Gandolfo (1853, beide im Besitz der Königin von England), nächtlicher Leichenzug in Palestrina, Pilger aus den Abruzzen vom Sturm überrascht (1861), Messe bei den Schnittern in der römischen Campagna (1863), Motiv aus Torre del Greco (1868), Straße von Torre dell' Annunziata bei Neapel (auf dem die ganze Gegend in Staub und dunstige Glut gehüllt ist und eine unruhige Staffage die Straße erfüllt), die Olivenernte von Sorrent, der Campo Santo in Neapel, Park der Villa Torlonia (Nationalgallerie in Berlin), ein Fest in der Kirche Santa Maria in Araceli, der Strand von Neapel mit einem kirchlichen Fest, Neapel und der Vesuv im Jahr 1871, Abend am Liris zwischen Ceprano und Sora (1874), Palast der Königin Johanna (Museum in Breslau), Marktplatz von Amalfi (Nationalgallerie in Berlin), der Vesuv in Abendstimmung nach einem Gewitter, der Golf von Neapel, in wesentlich neuer Auffassung, und (1880 in Berlin ausgestellt) die Schiffseinweihung in Castellamare und Schloß von Ischia.

Achtermann, Wilhelm, der Nestor der deutschen Bildhauer in Rom, geb. 15. Aug. 1799 zu Münster in Westfalen, mußte, nachdem er den notdürftigsten Schulunterricht genossen, bis zu seinem 30. Jahr auf dem Bauerngut seines Oheims

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 4.