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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Benda; Bendemann

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Benda - Bendemann.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Benczur'

regte sein erstes bedeutendes Bild aus der ungarischen Geschichte, Ladislaus Hunyades' Abschied, auf der Pariser Ausstellung großes Aufsehen (Nationalmuseum in Pest). In den folgenden Jahren malte er für den König von Bayern mehrere historische Genrebilder aus der Zeit des französischen Rokokos, die eine brillante Technik in der Farbengebung, aber auch die jener Zeit eigne Frivolität des Gegenstands und einen gewissen Mangel an Charakteristik offenbaren. So zeigte er in der Familie Ludwigs XVI. während des Sturms auf Versailles eine große Meisterschaft in der Malerei der Stoffe und aller Details; dagegen sprach wegen des mehr als zweideutigen Inhalts Ludwig XV. im Boudoir der Gräfin Dubarry wenig an. Ein ausgezeichnetes Bild waren die ruhenden Damen mit des Künstlers Gattin (der Schwester von Gabriel Max), im Waldesschatten auf einem Rasenteppich ruhend; besonders aber wiederum eins seiner Hauptbilder: die Taufe des nachmaligen Königs Stephan I. von Ungarn (Nationalmuseum in Pest). Auch noch in den letzten Jahren beschäftigten ihn vorzugsweise Arbeiten für den König von Bayern. 1878 erhielt er das Ritterkreuz des Franz-Josephsordens und 1879 auf der Landesausstellung in Stuhlweißenburg die goldne Medaille.

Benda, Julius, Architekt, geb. 1838 zu Rauden (Regierungsbezirk Oppeln), bildete sich auf der Akademie in München und auf der Bauakademie in Berlin und machte nachher Studienreisen in Deutschland, Frankreich und Italien. Dann ließ er sich in Berlin als Privatarchitekt nieder und arbeitete stets in Gemeinschaft mit Gustav Ebe (s. d.). Beide erhielten für ihr Projekt des Wiener Rathauses den ersten und für die Theater in Posen und Breslau den zweiten und dritten Preis. Die bedeutendsten ihrer Berliner Privatbauten sind die in sonderbarem Mischstil erbauten, an der Fassade reich dekorierten Häuser Pringsheim (Wilhelmsstraße) und Tiele-Winckler sowie die Villa Kaufmann und die Villa Bunsen.

Bendemann, 1) Eduard, einer der Hauptführer der ältern Düsseldorfer Historienmalerei, ↔ geb. 3. Dez. 1811 zu Berlin, ging, nachdem er auf der Akademie seiner Vaterstadt die erste Vorbildung erhalten hatte, 1827 auf die Akademie in Düsseldorf unter Schadows Leitung, wo sich sein außerordentliches Talent so rasch entwickelte, daß er schon im Herbst 1828, als er in Berlin verweilte, das Porträt seiner Großmutter malte, das als Werk eines 17jährigen allgemeine Bewunderung erregte. Nachdem er sich 1831 in Italien aufgehalten, wo sein Geist durch das Studium der alten Meister und durch den Verkehr mit ältern Kunstgenossen eine frühe Reife erlangte, malte er 1832 die trauernden Juden im Exil (Museum in Köln), die einen bis dahin unerhörten Beifall fanden. Schon dies erste größere Werk zeigte seine ganze künstlerische Eigentümlichkeit: sein Gefühl für keusche Schönheit und Adel der Erscheinung, für Grazie der Form und Harmonie der Farbe. So haben auch seine spätern Ölbilder einen idyllisch-elegischen Charakter; fast nie tritt stark bewegte Leidenschaft, nie der Ausdruck roher Kräfte darin auf. Nach einigen kleinern Bildern in der damals in Düsseldorf herrschenden romantischen Stimmung, z. B.: zwei Mädchen am Brunnen (1833), die Ernte, Hirt und Hirtin, that er 1836 mit dem berühmten, breiter angelegten Jeremias auf den Trümmern von Jerusalem (im Besitz des deutschen Kaisers) den glücklichsten Griff in das große historische Gebiet, machte darauf abermals einige Studienreisen nach Italien und nach Frankreich und wurde 1838 an die Akademie in Dresden berufen, von wo er 1859 als Direktor der Akademie nach Düsseldorf ging, welches Amt er aber schon 1867 aus Gesundheitsrücksichten niederlegte. Sein in Dresden geschaffenes Hauptwerk, die Frucht einer zwölfjährigen, freilich auch durch Augenleiden unterbrochenen Arbeit, sind die Wandgemälde im Thron- und im Ballsaal des Schlosses, dort in der Technik des Freskos zwei Hauptgruppen, von denen die erste auf der Seite des Throns aus einer Reihe von 16 Gesetzgebern und Fürsten, die andre aus einer Darstellung des Bürger-, Bauern-, Ritter- und geistlichen Standes zur Zeit

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 42.