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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bida; Bièfve

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Bida - Bièfve.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Biard'

belagert wurde, und viele andre teils tragischen, teils heitern Inhalts. Von Reiselust getrieben, trat er 1839 auch eine Wanderung nach dem äußersten Norden an und besuchte Lappland, Grönland und Spitzbergen, von wo er ebenfalls eine Menge von Studien nach der Natur der Gegenden wie der Menschen und Tiere zurückbrachte; z. B.: Matrosen im Kampf mit Eisbären (1841, Gallerie Raven in Berlin), der Herzog von Orléans in seinem Zelt bei den Lappen, Renntierjagd, der Kabeljaufang, Sonnenaufgang auf Spitzbergen, während er gleichzeitig auch wieder Bilder ganz andern Inhalts brachte, wie Jane Shore, die in den Straßen von London den Hungertod stirbt (1845), Bombardement von Bomarsund, ein Ball an Bord einer englischen Korvette u. a. Eine dritte größere Fahrt des Künstlers ging 1858 nach Brasilien, worüber er in dem Journal »Le tour du monde« einen interessanten Bericht abstattete (auch als Separatabdruck: »Deux ans au Brésil«, mit 200 Vignetten von Riou), und eine vierte Reise 1865 um die Welt. Aber die Früchte dieser Reise sowie seine letzten Bilder wurden mit größerer Kälte und Gleichgültigkeit aufgenommen, z. B.: Episode aus der Schlacht bei Abukir, stürmische Überfahrt (1873), die verspäteten Gäste (1874), ein Landhaus zu vermieten (1876). Bereits 1838 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

Bida, Alexandre, franz. Zeichner und Maler, geb. 1823 zu Toulouse, bildete sich im Zeichnen und Aquarellmalen unter Delacroix in Paris aus. 1844-1846 bereiste er Konstantinopel und den Orient und machte zwei Jahre gründliche Studien, so daß seine nachher angefertigten Zeichnungen und Ölbilder den Charakter der Menschen und den der Gegenden in ihren verschiedenen Licht- und Luftwirkungen treu und künstlerisch wiedergeben. Die umfassendsten Studien machte er in Palästina, das er später noch einmal bereiste. Bilder dieser Art sind z. B.: ein arabisches Kaffeehaus, der armenische Barbier, der Sklavenmarkt, die Bastonnade, die Rückkehr von Mekka, die betenden Juden vor der Salomonischen ↔ Mauer, die Ermordung der Mamelucken, der Abschied des verlornen Sohns und die Enthauptung Johannis des Täufers. In Deutschland wurde er am bekanntesten durch seine von Flameng u. a. radierten Zeichnungen zu den vier Evangelien (auch mit deutschem Bibeltext in Bremen erschienen), die mit sehr naturgetreuer Darstellung der betreffenden Gegenden und edler Auffassung des jüdischen Typus einen echt christlichen Geist verbinden. Ebenso illustrierte er eine Ausgabe der Werke Alfred de Mussets und das Buch Ruth (1876). In seinen Zeichnungen hat er die eigentümliche Manier, auf dem getuschten Blatte dadurch zu modellieren, daß er vermittelst Radiernadel und -Messer die dunklen Töne wegnimmt, wodurch seine Zeichnungen eine besondere Klarheit und ein sehr deutliches Relief der Erscheinung erhalten. 1855 wurde er Ritter und 1870 Offizier der Ehrenlegion.

Bièfve (spr. bjähw), Edouard de, ein um die Blüte der belgischen Malerei unsrer Zeit sehr verdienter Historienmaler, der wie ein leuchtender Stern erschien, dessen Glanz aber im Lauf der Jahre sich allmählich verdunkelte. Geb. 4. Dez. 1809 zu Brüssel, erhielt er den ersten Unterricht auf der dortigen Akademie und war 1828-30 Schüler von Paelinck, in dessen klassischer Richtung er einige historische Bilder brachte. Dann ging er nach Paris, widmete sich mit großem Eifer zehn Jahre lang der Malerei und beschickte von dort die belgischen Ausstellungen mit Bildern andrer Richtung und andrer Technik, z. B. Ugolino und seine Söhne im Hungerturm zu Pisa, schauerlich im Gegenstand, aber bedeutend wirkend durch Wahrheit des Ausdrucks und Energie der Farbe. Ebenso bedeutend war das Bild: die letzten Augenblicke der Anna Boleyn. 1841 aber erschien auf der Ausstellung in Gent sein für das belgische Nationalmuseum bestimmtes Bild: der Kompromiß des niederländischen Adels 1566 gegen die Einführung der Inquisition (Wiederholung in der Nationalgallerie in Berlin), das mit Gallaits Abdankung Karls V. in den beiden folgenden Jahren auf seiner

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 50.