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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bierstadt; Bilders

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Bierstadt - Bilders.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Biermann'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

Tasso-Eiche (1836), bemerkbar ist. Nicht minder poetisch gedacht sind seine 1830 und 1832 entstandenen drei Bilder aus der Schweiz und Tirol in der Berliner Nationalgallerie, die eine große Wärme des Kolorits und eine zum Teil grandiose Beleuchtung haben. Für andre landschaftliche Kompositionen griff er oft zu einem ungewöhnlich großen Maßstab und machte durch eine breite, dekorative Behandlung Effekt. Nachdem er sich bei den Wandgemälden in einigen Räumen des Neuen Museums beteiligt hatte, machte er 1852 eine Reise nach Dalmatien, dessen wildromantische Natur, die seiner künstlerischen Neigung besonders zusagte, er zum erstenmal in Bildern wiedergab. Auf 16 Blättern nach dort entworfenen Skizzen zeigte er sich als Meister auch in der Aquarellmalerei; wohl am meisten bewundert wurde die Stammburg der Hunyades, von den letzten Strahlen der Sonne beleuchtet. Er ist Professor und Mitglied der Akademie in Berlin.

Bierstadt, Albert, der bedeutendste nordamerikanische Landschaftsmaler, geb. 1830 zu Solingen, zog mit seinen Eltern schon 1832 nach Amerika, zeigte frühzeitig ein entschiedenes Kunsttalent und mußte sich mit Kreidezeichnungen die Mittel erwerben, um sich als Maler auszubilden. 1853 ging er nach Düsseldorf und wurde Schüler von Lessing, A. Achenbach und Lerche. Nach größern Studienreisen in Deutschland, der Schweiz und Italien malte er als Resultate derselben in New Bedford mehrere Landschaften, die schon damals (1857) allgemeines Aufsehen erregten. 1858 nahm er an einer Expedition des Generals Lander nach den Rocky Mountains teil und reiste 1863 nach Neujerusalem am Salzsee, nach San Francisco und machte überall interessante Studien. Als er einige Jahre später mit zwei Bildern für das Kapitol in Washington beauftragt wurde, ging er zu diesem Zweck auch nach Italien und 1868 wegen eines Augenleidens auf eine Zeitlang nach Paris. In seinen Landschaften liebt er das Großartige und Effektvolle der Darstellung, sowohl in Thälern wie in Gebirgszügen und ebenso auf dem Land wie auf ↔ dem Meer. Vorzüglich ausgearbeitet sind die Vordergründe und die Baumgruppen, doch ist die Farbe bisweilen etwas hart. Zu seinen großenteils in Amerika gebliebenen Hauptbildern gehören: deutsche Landschaft (1854), der Bogen des Oktavian (1858, im Athenäum zu Boston), Morgen in den Rocky Mountains (1861), Sonnenlicht und Schatten (1862), das Felsengebirge Landers Pik (1863), Sonnenuntergang in Kalifornien (1864), sein großartigstes Bild: der Sturm im Felsengebirge (1866), das Yosemitethal in Kalifornien (1867), das Thal des King's River daselbst (1875), die Sierra Nevada-Gebirge, Estes Park in Colorado (1878) und 1879 auf der Münchener Ausstellung Mount Whitney in Kalifornien, der großen Beifall fand. Seit 1860 ist er Mitglied der Kunstakademie in New York und seit 1869 Ritter der Ehrenlegion. Er lebt auf seiner reizenden Besitzung bei Irvington am Hudson.

Bilders, Johannes Warnardus, holländ. Landschaftsmaler, geb. 8. Aug. 1811 zu Utrecht, konnte sich erst nach Überwindung großer Schwierigkeiten im Alter von 20 Jahren der Kunst widmen und studierte als Autodidakt die Natur, in deren wahrhaft poetischer Auffassung und Stimmung er einigermaßen an den Franzosen Corot (gest. 1875) erinnert. Meisterhaft weiß er den über Berg und Thal, über Wiesen und Baumgruppen ausgegossenen bläulichen Duft wiederzugeben. 1859 ging er auf Einladung des Königs von Holland nach Wiesbaden und malte dort das schöne Panorama der freilich jetzt geringen Überreste des ehemaligen Klosters Klarenthal (Museum im Haag). Unter seinen zahlreichen Landschaften, besonders aus der Umgegend von Arnheim, Geldern und Nimwegen, die sich teils in Privatsammlungen, teils in den Museen von Amsterdam, Haag, Haarlem und Karlsruhe befinden, erwähnen wir aus den letzten Jahren: die Landschaft aus Gelderland (Pariser Ausstellung 1878), Birkenallee in Geldern (Ausstellung im Haag 1878) und hinter der Kirche in Oosterbeck in Gelderland (Münchener Ausstellung 1879).