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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Bokelmann; Böker; Boklund; Boks

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Bokelmann - Boks.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Boilvin'

haften Radierungen nach Franz Hals, Wouwerman, Boucher, Lancret, Drouais, Bida, Emile Lévy u. a. und durch seine Illustrationen für eine Prachtausgabe des Rabelais und der Frau Bovary.

Bokelmann, Christian Louis, Genremaler, geb. 4. Febr. 1844 zu St. Jürgen bei Bremen, genoß dort den Unterricht seines Vaters, eines Lehrers, und zog mit diesem später nach Ringstedt bei Bederkesa. Für den Kaufmannsstand bestimmt, kam er in ein Detailgeschäft nach Lüneburg und nach fünfjähriger Lehrzeit als Kommis nach Harburg, von wo er nach Verlauf einiger Jahre, in denen mittlerweile sein dem Künstlerberuf sehr abgeneigter Vater gestorben war, auf den dringenden Rat eines Hamburger Malers 1868 auf die Akademie in Düsseldorf ging. Nachdem er den Klassenkursus derselben absolviert hatte, trat er ins Privatatelier von W. Sohn und debütierte erfolgreich mit einem Porträt und bald nachher mit dem ersten Genrebild: im Trauerhaus, das 1873 in Wien prämiiert wurde. Ähnliches Glück machten mehrere humoristische, mit großer Virtuosität behandelte kleinere Genrebilder, die in Privatbesitz übergingen, bis er mit dem Bild: im Leihhaus, auftrat, das ihm einen bedeutenden Namen machte (Staatsgallerie in Stuttgart). 1878 folgte der viel besprochene Zusammenbruch einer Volksbank (nach Philadelphia gekommen), der von bedeutendem Talent für Charakteristik und feiner Beobachtungsgabe zeugte, und bald nachher das höchst humoristische Wanderlager von feiner, korrekter Zeichnung u. frischem Kolorit. Seine beiden neuesten Werke (1879 und 1880) sind die in jeder Beziehung meisterhaften: Testamentseröffnung (Nationalgallerie in Berlin) und die letzten Augenblicke eines Wahlkampfs, die ihm einen Platz unter den ersten Genremalern Deutschlands anweisen.

Böker, Karl, Genremaler, geb. 1836 zu Barmen, besuchte 1852-58 die Akademie in Düsseldorf unter Karl Sohn und W. Schadow und begann mit biblischen Stoffen, z. B.: Joseph und Potiphars Weib, Flucht nach Ägypten u. a., ging aber, obgleich sie nicht ohne Beifall aufgenommen wurden, zum Genre über, worin er oft ↔ einen heitern Humor in seinen Gestalten entwickelt, z. B.: die Paßrevision, der Schulausgang (1866), das gute Zeugnis des Schulknaben (1868), die kleinen Rekruten (1868, im Besitz des deutschen Kaisers), der besonders schalkhafte Amor in der Skulpturengallerie, die teure Hotelrechnung (1873), schaukelnde Kinder, auf dem Jahrmarkt (1876), großer Jammer, Christbescherung, Vogeldiebe im Verhör u. a.

Boklund, Johann Kristofer, schwed. Maler in Historie und historischem Genre, geb. 15. Juli 1817 zu Kulla-Gunnarstorp im südlichen Schweden, erhielt von 1832 an in Lund seinen künstlerischen Unterricht, setzte dann seine Studien auf der Akademie in Kopenhagen fort, ebenso 1837 in Stockholm, 1846 in München, und ging noch 1854 nach Paris, um sich unter Couture weiter auszubilden. Nach Stockholm 1856 zurückgekehrt, errichtete er dort eine Malerschule und wurde 1867 Gallerieinspektor und Direktor der Akademie. Anfangs malte er Historienbilder, z. B. mehrere Scenen aus dem Dreißigjährigen Kriege, ging später, wie so viele Maler, mehr zum historischen Genre über, z. B.: Gustav Adolf und Oxenstierna, Karl XII. und der Feldherr Erik Dahlberg, Faust in seinem Studierzimmer, und malte auch Porträte, wurde aber in seiner Thätigkeit als Maler durch die genannten Ämter sehr beschränkt. Großes Verdienst erwarb er sich um die Einrichtung der Museen in Stockholm und in Lund. Er starb 10. Dez. 1880 in Stockholm.

Boks, Evert Jan, einer der besten belg. Genremaler, geb. 18. April 1838 zu Beekbergen (Provinz Geldern), besuchte die Akademie in Antwerpen, wo er sich unter de Keyser ausbildete. Nachdem er seine Studien in Paris fortgesetzt hatte, ließ er sich in Antwerpen nieder. Seine Specialität im Genre ist das Leben der Bedienten, das er oft in höchst ergötzlicher Weise schildert, wie sie ihre Herrschaft hinters Licht führen, ihr den Wein austrinken, sich in ihrer Abwesenheit mit ihren Kleidern schmücken u. dgl. Viele dieser Bilder finden sich in belgischen, englischen und deutschen Büchern und Journalen im Holzschnitt (auch von Brend'-(Anmerkung des Editors: BINDESTRICH!)

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 64.