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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Brandelius; Brandon; Brandt; Braun

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Brandelius - Braun.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Braith'

mittelbarkeit und Wahrheit verbindet er eine große technische Bravour. Eins seiner ersten Bilder waren die Kühe im Wald (1865), dann: die Kühe im Krautacker (1868), ein Ochsenzug (1870, Kunsthalle in Hamburg), heimkehrendes Vieh und ruhende Schafe (beide 1871), Schafherde im Wald (1872), Herde am geschwollenen Bach (1873), besonders meisterhaft die vor einem Gewitter fliehende Herde (1874) und die Schafherde vor einem toten Hasen (1875), ebenso die 1879 in München ausgestellte ruhende Ziegenherde am Gebirgssee.

Brandelius, Bengt Johann Gustaf, schwed. Tiermaler, geb. 22. Okt. 1833 zu Fredsberg (Westgotland), besuchte die Akademie in Stockholm, studierte in Upsala und ging, nachdem er als Leutnant (1856) in Gotenburg schon viele Porträte gemalt hatte, 1857 auf die Akademie in Düsseldorf, wo ein Landsmann, der Genremaler d'Unker (gest. 1866), sein Lehrer war. Schon hier widmete er sich der Tiermalerei und setzte dieses Studium in Paris, fort, wo er viel nach Troyon kopierte. Unter seinen Bildern werden sowohl wegen der Charakteristik als wegen des Kolorits besonders gerühmt: normännische Pferde, die Quelle im Wald (1868), die erste Reitstunde, ein belagerter Liebling, er wird Husar mit der Zeit, Heimkehr aus dem Wald, das Abenteuer auf der Promenade (1875). 1874 wurde er Mitglied der Akademie von Stockholm.

Brandon (spr. brangdóng), Jacob Emile Edouard, franz. Genre- und Historienmaler, geb. 3. Juli 1831 zu Paris, Schüler von Picot und Montfort, malt Bilder von großer Naturwahrheit und lebendigem, kräftigem Kolorit. Zu erwähnen sind seine Wandmalereien im Oratorium der Kirche St. Brigitta in Rom und seine Bilder: der Kuß der Mutter des Moses (1867), der Sabbath, eine Predigt in der Synagoge zu Amsterdam, ein Pariser Atelier, der Improvisator in der römischen Campagna (Museum in Lille) etc.

Brandt, Joseph, poln. Schlachten- und Soldatenmaler, geb. 11. Febr. 1841 zu Szczebrzeszyn in Polen, widmete sich erst, nachdem er eine Zeitlang in Paris ↔ das Ingenieurfach studiert hatte, der Malerei und ging nach München, wo er Schüler von Franz Adam und Karl v. Piloty wurde. Die gewöhnlich der Geschichte seiner eignen Nation entlehnten Stoffe seiner Bilder weiß er ungemein lebendig und ausdrucksvoll mit sicherer Zeichnung und glänzendem Kolorit darzustellen, wenn auch die Behandlung der Details wohl etwas flüchtig ist. Um die Mitte der 60er Jahre trat er mit einem schon damals bewunderten Angriff polnischer Reiter auf die Türken auf und ließ dann immer vollendetere, in Leben und Bewegung immer meisterhaftere Bilder folgen, unter denen die bedeutendsten sind: polnische Landleute vor einer Schenke, Episode aus dem Entsatz von Wien (1870), das winterliche Nachtbild von echt historischem Gepräge: Übergang der polnischen Kavallerie durch den Meerbusen nach Jütland 1658 (1870), Kosakenlager aus dem 17. Jahrh. und Markttag in einem polnischen Städtchen (1872), die Türkenschlacht bei Wien 12. Sept. 1683 (1872, Hauptbild), flotte Einquartierung (1873), Kriegsgesang ukrainischer Kosaken (1874, Museum in Königsberg), Übergang einer Proviantkolonne über die Karpathen, Lagerscene am Feuer, die Tatarenschlacht (1878, Hauptbild, Nationalgallerie in Berlin), Tabunenführer in Südrußland u. a. Er lebt in München.

Braun, 1) Louis, Kriegs- und Schlachtenmaler, geb. 1836 zu Schwäbisch-Hall in Württemberg, jüngerer Bruder von Reinhold B. (s. 2), wurde zunächst auf der Kunstschule in Stuttgart unterrichtet und bildete sich dann in München (wo er gegenwärtig lebt) und in Paris weiter aus. Sein erstes Werk, womit er öffentlich auftrat, war eine Reihe von Aquarellen aus dem schleswig-holsteinischen Krieg, deren treffliche Zeichnung den Grafen von Hunoldstein bewog, ihm einen Cyklus von Bildern aus seiner Familiengeschichte aufzutragen, zu welchem Zweck der Künstler eine Zeitlang nach Nürnberg ging. Dort malte er auch das durch gründliches Studium des Mittelalters und treffliche Auffassung sehr gelungene Turnier von Nürnberg aus dem Jahr 1496. Später

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 75.