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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Brevoort; Bricher; Bridgeman; Bridoux

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Brevoort - Bridoux.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Breton'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 1)

einbrechendem Abend vom Feldhüter zur Heimkehr gerufen werden, ein Bild von wunderbar feierlicher Lichtwirkung. Derselben Art sind: die Jäterinnen (1861), die Weinlese (1864), und eins seiner Hauptbilder: das Ende des Tags (1865). Hin und wieder haben seine Bäuerinnen auch einen etwas sentimentalen Anstrich, z. B. in den Bildern: der Abend (1861) und die Hüterin welscher Hühner (1864). Unter seinen größtenteils spätern Bildern, die schon auf der Ausstellung von 1867 und mehr noch der von 1878 aller Augen auf sich zogen, erwähnen wir: die Vorleserin, die Quelle am Meer bei Finistère (1872), die Wäscherinnen, die Spinnerin, den St. Johannistag (1875) und andre dieser Art. Auch in der Schilderung sowohl komischer als tragischer Vorgänge hat er sich versucht, aber mit weniger Glück, z. B.: der blaue Montag (1859) und die Feuersbrunst (1861). Nach mehreren Medaillen und andern Auszeichnungen erhielt er 1861 das Ritter- und 1872 das Offizierkreuz der Ehrenlegion. Gegenwärtig lebt er in seiner Geburtsstadt Courrières.

2) Emile Adelard, jüngerer Bruder und Schüler des vorigen, geboren gleichfalls zu Courrières, stellte seit 1861 sehr gediegene, stimmungsvolle Landschaften von feinem Kolorit aus, z. B.: Morgenstimmung, Abenddämmerung im Herbst, Sturm bei untergehender Sonne, Sonntagsmorgen im Winter, Winternacht, der Kanal von Courrières u. a. auf der Weltausstellung von 1878.

Brevoort (spr. brĭwóhrt), James Renwick, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1832 in der Grafschaft Westchester (New York), widmete sich anfangs der Architektur, vertauschte aber diese mit der Malerei, worin er Schüler von Thomas Cummings war. 1863 wurde er Mitglied der Nationalakademie in New York und 1872 Professor der Perspektive, bis er 1874 seinen Wohnsitz in Florenz nahm, von wo er mehrere Reisen in die Schweiz, nach Deutschland und Holland machte. Unter seinen im Kolorit und Beleuchtung sehr gerühmten Landschaften werden genannt: der Lago Maggiore, Novemberwinde, Partie bei Arnheim in Holland, ↔ das Heidelberger Schloß bei Sonnenuntergang und mehrere vom Comer See, vom Golf von Salerno etc.

Bricher (spr. britsch'r), Albert T., amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1837 zu Portsmouth (New Hampshire), trat in Boston in ein merkantilisches Geschäft, beschäftigte sich in seinen Mußestunden mit der Malerei, widmete sich ihr seit 1856, machte Studienreisen an den Küsten von Neuengland, arbeitete zehn Jahre in Boston und ließ sich 1868 in New York nieder, wo er zunächst Landschaften in Öl und später ausschließlich in Wasserfarben malte. Unter den letztern verdienen Erwähnung: Sonnenuntergang im Oktober am Fluß Ellis in New Hampshire (1869), der jungfräuliche Fels (1870), und aus den letzten Jahren: die liebliche Sommerzeit, nebeliger Morgen, der Hafen während der Flutzeit u. a.

Bridgeman (spr. bridschmän), Frederick A., amerikan. Genremaler, geb. 1847 zu Alabama, kam schon in früher Jugend nach New York, wo er sich anfangs dem Kupferstich widmete. 1866 ging er nach Paris, lernte unter Gérôme die Malerei, machte mehrere Studienreisen in die Bretagne, verweilte 1870-72 in den Pyrenäen, den Winter 1872-73 in Algier und den folgenden Winter in Ägypten und in Nubien. Seit 1878 lebt er in Paris. Seine Bilder sind im allgemeinen voll Grazie und Schwung und in brillantem Kolorit ausgeführt, z. B.: Apollon entführt Kyrene, das Innere eines Harems, Transport einer Mumie auf dem Nil (1877), und die in New York ausgestellten: Illusionen der vornehmen Welt, der amerikanische Cirkus in Paris, eine geheime Unterredung in Kairo, Marktscene in Nubien etc.

Bridoux (spr. bridúh), François Eugène Augustin, franz. Kupferstecher, geb. 26. Juli 1813 zu Abbeville (Somme), Schüler von Forster in Paris, erhielt in diesem Fach 1834 den großen römischen Preis und brachte infolgedessen fünf Jahre in Rom zu. Unter den nach seiner Rückkehr seit 1841 ausgestellten trefflichen Grabstichelarbeiten sind die bedeutendsten: die Vierge aux candelabres, nach Raffael (in London); die heilige Familie, nach

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 78.